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Full text: 38, 1920

Johannes Jaakef: Strömungen und Oberfläclientempcvaturen im Golfe von Guinea. 
27 
Kaltwasserauftrieb. So ist auch das starke Temperaturgefälle in Küstennahe leicht erklärlich. Die 
folgende Fahrt zeigt den Eintritt in das kalte Küstenwasser von See her: 
Dampfer „Entrerios“. 
1904 
Breite 
Länge 
4» a 
8» a 
12» a 
4» p 
8» p 
12» p 
1904 
Breite 
Länge 
4» a 
8» a 
12» a 
4» p 
8» p 
12» p 
18. IV. 
13° 20' 
S 
4° 40' 
0 
23.8 
* 
19. IV. 
17° 0' S 
8° 20' 
0 
23.2 
13° 50' 
tt 
5° 20' 
ft 
22.5 
17° 30' „ 
8° 50' 
tt 
23.2 
14° 30' 
n 
5° 50' 
tt 
22.9 
18° 0' „ 
9° 20' 
tt 
19.7 
15° 0’ 
tt 
6° 20' 
ff 
23.0 
18° 30' „ 
9° 50' 
tt 
19.0 
15° 30' 
tt 
6° 50' 
tt 
22.0 
19° 0' „ 
10° 30' 
tt 
19.0 
16 a 0' 
tt 
7° 20' 
tt 
22.7 
20. IV. 
19° 30' „ 
11° 0' 
tt 
18.2 
19. IV. 
16= 30' 
1/ 
7* 50' 
tt 
21.0 
Auf hoher See können wir im Hinblick auf die Wärmeverhältnisse zwei Gebiete unterscheiden, 
die ungefähr durch die 24° Isotherme getrennt werden. Südlidh davon macht sich das Auftriebwasser 
geltend, so daß sich die Isothermen im Westen nach Süden senken. Nördlich davon bringt die Wärmezunge 
eine Senkung der Isothermen im Osten hervor. So kommt es, daß von der Küste aus die Wärmelinien 
auseinanderstrahlen. Vom Kunene bis Benguela steigt die Temperatur von 17° auf 26°, auf dem Ozean 
in 5° W nimmt sie zwischen denselben Breiten nur um 1° zu, von 23.2° auf 24.2°. Man sieht aus dem 
allgemeinen Verlauf der Isothermen, daß die Hauptmasse des Wassers von Kap Frio ab nach Westen 
dem offenen Ozean zustrebt. Es herrscht also Übereinstimmung mit der Stromkarte. 
Noch einige Beispiele für die geschilderten Verhältnisse: 
S. M. S. „Wolf“. 
1900 
Breite 
Länge 
4» a 
8» a 
12» a 
4» p 
8» p 
12» p 
Strom 
Wind 
1. IV. 
3° 30' N 
9° 0' 0 
27.9 
29.9 
29.4 
28.0 
28.1 
2. IV. 
1° 10' „ 
8° 40' „ 
28.6 
28.3 
28.9 
28.9 
28.5 
27.4 
S 64 IV 16 
SW 2 
3. IV. 
0° 40' S 
8° 30' „ 
27.5 
28.6 
28.5 
27.5 
27.4 
28.5 
4. IV. 
2° 50' „ 
9° 10' „ 
27.4 
28.1 
28.2 
28.3 
28.2 
27.9 
5. IV. 
5o 10' „ 
10° 10' „ 
28.1 
28.0 
28.5 
29.1 
27.9 
6. IV. 
7° 10' „ 
11° 30' „ 
28.4 
27.8 
28.0 
28.0 
28.0 
27.7 
7. IV. 
8° 40' „ 
13° 10' „ 
27.6 
26.5 
23,8 
18. IV. 
8° 40' „ 
13° 10' „ 
26.5 
27.0 
26.2 
26.0 
19. IV. 
11° 30' „ 
12° 10' „ 
27.5 
26.3 
26.2 
26.9 
25.1 
25.0 
N 30 W 10 
SW 2 
20. IV. 
13° 40' „ 
11° 50' „ 
26.1 
260 
24.0 
24.1 
240 
23.3 
21. IV. 
15o 40' „ 
11° 30' „ 
22.4 
20.0 
20.0 
20.0 
17.4 
17.0 
N 72 W 9 
SSW 2 
22. IV. 
17° 10' „ 
11° 0' „ 
17.0 
17.5 
16.1 
16.1 
16.0 
17.2 
Stille 
SSW 5 
23. IV. 
19° 20' „ 
11° 30' „ 
16.0 
17.9 
18.3 
17.9 
N 86 W 11 
S 3 
Das Schiff fährt fast bis Loanda in der gleichförmigen Temperatur der Wärmezunge, bis plötz 
lich der Auftrieb von Loanda erscheint, der in der Bucht besonders stark auftritt. Sobald sich von 
Benguela ab die Sprünge zeigen, tritt der Einfluß des südlichen Auftriebwassers zu Tage. Zuletzt ist 
wieder eine Wärmezunahme zu merken, da das Schiff die Küste verläßt. 
Im Gegensatz hierzu steht folgende Fahrt. Hier tritt schon südlich von Kap Lopez kaltes Küsten 
wasser auf. Das Schiff befindet sich bis 9° S außerhalb der Wärmezunge. Erst hier mißt es 28.0°, 
also ebensoviel wie unter dem Äquator. Dabei ist die Jahreszeit um 19 Tage vorgeschritten. Erst 
Südlich von Benguela wird das Wasser schnell kälter:
	        
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