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Ebenso wie die Einwirkungen des Südstromes auf die Isothermen sind nun natürlich auch die
des südwestafrikanischen Auftrieibwassers wahrzunehmen. Sämtliche Isothermen erfahren östlich von
10° östl. L. eine Ausbuchtung nach Norden. Westlich davon besteht dagegen wieder eine Ausbuchtung
nach Süden. Auch noch weiter nach Westen treten derartige Biegungen der Wärmelinien auf. Daraus
ist zu schließen, daß im Bengualastrom mehrere Striche stärkeren Fließen® vorhanden sind. Diese
breiten sich von Süden nach Norden bis Westen fingerförmig aus. Dazwischen liegen Streifen, in
denen das Wasser nur langsam fließt oder gar rückwärts abkurvt. Hiermit mag auch die geringe
Stabilität im Zusammenhänge stehen, die den südlichen Teil der Passattrift auszeichnet.
Das südwestafrikanische Auftrieibgebiet hat ungefähr zwischen der Großen Fischbucht und Mossa-
medes sein nördliches Ende. Wir wollen es durch diel9°-Isothcrme begrenzen. Im Süden ist es am besten
ausgebildet, jedoch liegen die tiefsten Temperaturen sicherlich außerhalb unseres Gebietes. Schott 1 )
hat sich mit der Ausdehnung dieser Erscheinung eingehend befaßt. Nach ihm schwankt der Mittel
punkt zwischen 23° S und 30° S. Er liegt im Februar in 25° S und im Mai in 30° S. Im Mai tritt die
Auftriebzone am deutlichsten hervor. Doch hat Schott nur vier Monatskarten entworfen. Nach
unseren Karten ist detr Unterschied gegen die Hochsee temperatur jetzt, im April,
am stärksten. In dem untenstehenden Diagramm (Fig. 2) sind für 19°S, die ungefähre Breite
Fig. 2.
Südwestafrikanisches Auftriebsgebiet unter 19° S—Br.
Abstand von der Küste in Längengraden.
von Kap Frio, die Temperaturen aller halben Längengrade, von der Küste aus gerechnet, eingetragen
und hierauf die Monatskurven gezogen.
Wir sehen, daß jetzt der Unterschied auf sechs Längengraden 6.2° beträgt. Doch treten jetzt
nicht die tiefsten Temperaturen im Auftriebgebiete auf. Der große Temperaturunterschied ist bedingt
durch die noch im allgemeinen starke Erwärmung des Ozeans, verbunden mit schnell zunehmendem
*) Vafdivia-Expedition, Ozeanographie S. 324—128.