j ohan nes .Tanket: Strömungen und Oberflächentemperaturen im Golfe von Guinea.
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Dagegen ist zeitweise auch kaum etwas von Auftrieb zu merken, und die Küste ist recht gleich
mäßig erwärmt:
Segler „Dana“.
1880
Breite
Länge
4 b a
8 h a
12 h a
8 h p
4 h p
12 h p
Mittel
14. IV.
4° 0' N
10° 50' W
28.2
28.3
28.2
15. IV.
4° 0' „
10° 0' „
27.7
28.3
28.4
28.7
28.2
27.7
28.2
16. IV.
4° 0'
8” 40' „
27.6
27.7
28.4
28.0
27.7
27.7
27.9
17. IV.
4° 10' „
7° 0' „
27.2
27.7
28.2
28.8
28.0
27.2
27.9
18. IV.
4° 20' „
6° 20' „
27.0
27.7
27.8
28.2
28.2
27.1
27.7
19. IV.
4° 30' „
5° 20' „
27.2
27.9
28.2
28.2
28.1
28.3
28.0
20. IV.
4° 30' „
3° so: „
27.7
28.0
29.0
27.4
27.1
27.9
27.9
21. IV.
4° 10' „
3° 20' „
27.7
28.3
28.9
28.4
28.2
27.7
28.2
22. IV.
4° 50' „
1° 10' „
27.2
27.7
28.3
27.7
27.2
27.5
27.7
23. IV.
4° 50' „
0° 20' „
27.2
27.4
28.2
28.8
28.1
27.9
27.9
24. IV.
5° 20' „
1° 10' 0
28.2
28.4
28.7
28.6
28.4
28.2
28.4
25. IV.
6° 10' „
2° 40' „
28.0
28.2
28.1
28.4
28.2
28.1
28.2
26. IV.
6° 20' „
3° 30' „
28.0
27.8
29.8
28.9
28.6
28.3
28.6
27. IV.
6“ 10' „
3° 20' „
28.2
28.9
29.7
29.1
28.4
28.4
28.8
In der flachen Bucht von Niederguinea südlich der Kongomündung tritt am stärksten der
zungenartige Verlauf der Isotherme von 27° hervor. Sowohl nach der Hochsee wie nach der Küste zu
nimmt die Temperatur ab. Daß an der Küste Tiefenwasser die Erkaltung herbeiführt, zeigt einmal
das geschlossene Kältegebiet von St. Paul de Loanda, dann aber auch die Fortsetzung des Kältestreifens
im Norden über den Kongo hinaus. Nur die Mündung dieses Riesenstromes selbst ist durch dessen
gewaltige Fluten stärker erwärmt. Es muß nun im höchsten Grade auffallen, daß sich eine solch
schmale Wärmezunge zwischen den kälteren Gebieten halten kann. Nehmen wir auch an, daß die
Temperaturzunahme von der Guineaküste nach Westen normal wäre, und daß der Stromstrich der
Passattrift durch sein schnelles Fließen kälter erscheinen wird als das Wasser in. der Bucht von
Niederguinea, so müßte doch das nahe starke Auftriebgebiet der südwestafrikanischen Küste seinen
erkaltenden Einfluß geltend machen und die Zunge zum Schwinden bringen. Da der Unterschied
zwischen der 27°-Isotherme und dem sieben Breitengrade südlicher gelegenen Kap Frio 12° beträgt,
und der Strom in diesem Gebiete immerhin mit 12—14 Sm. arithmetischer Geschwindigkeit fließt, so
können wir nur annehmen, daß dieser starke Temperaturgegensatz durch Wasser entsteht, das dem
südwestafrikanisohen Auftriebwasser von Norden
entgegengeführt wird. Dies zeigt schon 14—16° S N o s w stillen
10—13° O an, das bei der Resultierenden S 42° O und ° l0 11 20 21 28 20
13% Stabilität folgende Stromverteilung aufweist:
Es werden sich stets Stromstillen und Gegenströmungen zeigen, sobald in einer Wassermasse
Geschwindigkeitsuntersohiede auftreten und sobald zwei Kraftrichtungen bestehen. Die Stromkante
halbiert ungefährdie Wärmezunge. Sie trennt auch die beidenStromgebiete. Wirmüssendemnach annejhmen,
daß in der Wärmezunge das Wasser die geringste Vorwärtsbewegung aufweist und Gegenströmungen
entstehen, während westlich und östlich davon ein starker Strom fließt. Den Einfluß der Wärmezunge
finden wir auch noch in den schwachen Ausbuchtungen angedeutet, die die Isothermen bis nach Mossa-
medes hinab erfahren. Doch muß betont werden, daß diese Strömungen räumlich und zeitlich sehr
wechselreich sind. Deshalb kommen sie auf der Strömungskarte nicht in der rechten Weise zum Aus
druck. Es wird die Wärmezunge nur ihre durchschnittliche Mittellage anzeigen. Südlich von Loanda,
dem Mittelpunkte des niederguineischen Auftriebgebietes, bis nach Benguela scheint an der Küste eine
starke Durchmischung oder abwechselnde Wirkung von Wasser des Südstromes und dem der Tiefe
stattzufinden. Hierfür spricht der steile Temperaturgradient bei Benguela und das gleichmäßig erwärmte
Küstengebiet nördlich davon.