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Full text : 38, 1920

E.  Kulilbrodt:  Klimatologie  und  Meteorologie  von  Mazedonien.

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Preußischen  Meteorologischen  Institut  ein  mit  dem  dortigen  Normalbarometer  verglichenes  Reiseinstrument ­
  zum  Balkan,  mit  welchem  die  Korrektionen  nachgeprüft  wurden.  Die  Seehöhen  der
Warten  wurden  von  Vermessungsabteilungen  eingemessen.  Bei  der  Reduktion  auf  Meereshöhe  wurden
bis  Juni  1917  die  gemessenen  Lufttemperaturen  benutzt,  vom  1.  Juli  1917  ab  die  mittleren  Temperaturen
der  Luftsäule  zwischen  Barometerhöhe  und  Meeresspiegel,  unter  der  Annahme  eines  vertikalen  Temperaturgradienten ­
  von  0.5°  für  i  00  m.  Die  Schwerekorrektion  wurde  neben  der  Instrumentalkorrektion
überall  angebracht.
Im  September  1918  konnte  nur  bis  zum  19.  beobachtet  werden,  alle  anderen  Monate  sind  vollständig. ­
  Die  Termine  waren  Februar  und  März  1916  7,  2,  8 11  mitteleuropäische  Zeit,  April  und  Mai  1916
7,  2,  7  h  osteuropäische  Zeit,  von  Juni  1916  bis  März  1917  7,  2  k  Ortszeit,  9  k  O.E.Z,  darauf  7,  2,  9 h  Ortszeit.
Diese  Bemerkungen  gelten  auch  für  alle  späteren  Kriegstabellen.  Die  Hundertstelstelle  in  Tab.  5  hat
nur  Rechenwert.

Tabelle  6.  Jahresmittel  des  auf  Meeresspiegel
reduzierten  Luftdrucks  für  1917  sowie  Jahresextreme ­
  und  -Schwankung  in  mm.

7  2  9  Mittel

Max.  Min.

Schwankung ­


Prilep  .  .  .

63.2  60.8  62.4  62.1

77.8  41.3

36.5

Hudova  .  .

62.5  61.0  61.8  61.7

75.4  42.9

32.5

Drama  .  .  .

62.1  61.0  61.7  61.6

73.9  43.6

30.3

Die  Luftdruckreihe  von  Hudova  ist  bereits  in  Tabelle ­
  1  zusammengefaßt.  Das  Kalenderjahr  1917  ist
3  Warten  gemeinsam.  Mit  Annäherung  vom  Binnenlande ­
  zum  Meere  nimmt  der  Luftdruck  ab,  verflacht
die  tägliche  Amplitude,  stumpfen  die  Extreme  ab
(Tab.  6).
Nimmt  man  alle  gemeinsamen  vollständigen
Monate  zusammen,  die  Zeit  von  Dezember  1916  bis
August  1918,  so  erhält  man:

Tabelle  7.  Jährlicher  Gang  der  Luftdruckdifferenzen  in  mm.

i

11

11)

IV

V

VI

yd:

VJ11

IX

X

XI

XII

Jalir

Prilep

-—  Hudova  .  .  .

0.50

0.91

0.38

0.59

0:25

0.65

0.57

0.21

0.28

0.28

0.61

0.33

+0.47

Prilep

—  Dnuna  .  .  .

0.69

1.33

0.23

0.07

0.20

0.81

0.65

0.43

0.54

0.20

0.69

0.35

40.51

Hudo  v

i  —  Drama  .  .  .

0.14

0  42

-0.15

-0.12

-0-05

0.15

0.08

0.22

0.11

-om

0.08

0.02

+0.07

Es  besteht  also  ein  Gradient  in  westöstlicher  Richtung,  der  von  Prilep  nach  Hudova  wesentlich
größer  ist  als  für  die  doppelt  so  lange  Strecke  Hudova—Drama,  wo  er  fast  verschwindet.  Der  Gradient
Saloniki—Kavalla,  wie  er  früher  erhalten  wurde,  stimmt  der  Richtung  nach  hiermit  überein.  Der
Gradient  hat  das  Maximum  im  Winter,  im  Monat  mit  höchstem  Luftdruck  und  niedrigster  Temperatur,
sein  Minimum  aber  nicht  im  Sommer  zur  wärmsten  Zeit,  sondern  im  Frühjahr  und  Herbst;  hier  ist  er
im  Frühling,  teilweise  auch  im  Herbst,  zwischen  Drama  und  Hudova  sogar  ostwestlich  gerichtet.
Nach  Hann 1 )  kommen  selbst  bei  einer  ziemlich  erheblichen  Seehöhe  durch  die  Reduktion  auf  das
Meeresniveau  keine  Luftdruckunterschiede  zum  Vorschein,  die  man  dein  Reduktionsverfahren  zur  Last
legen  könnte.  Offensichtlich  beeinflussen  zwei  Faktoren  den  durchschnittlichen  Gradienten;  einmal  der
thermische  Gradient,  der  in  der  kalten  Jahreszeit  vom  Inlande  zum  Meere,  in  der  warmen  umgekehrt
gerichtet  ist,  dann  der  Gradient  aus  der  allgemeinen  Luftdruckverteilung,  der  im  Winter  vom  Binnenland ­
  zum  Meere  gerichtet  ist,  also  durch  den  thermischen  Gradienten  jetzt  verstärkt  wird,  im  Sommer
ebenfalls  westöstliche  Richtung  hat,  hier  aber  durch  den  thermischen  Gradienten  geschwächt  wird.  Im
Frühjahr  ist  das  allgemeine  Luftdruckgefälle  schwach  und  wechselnd,  der  thermische  Gradient  vom
Meere  zum  Inlande  aber  am  größten;  daher  kann  das  mittlere  Luftdruckgefälle  jetzt  ostwestlieh,  zum
Lande  hin  gerichtet  sein.  Im  Herbst  und  Frühwinter  ist  die  allgemeine  Luftdruckverteilung  stark
wechselnd,  der  mittlere  Gradient  daher  verwischt.  Man  vergleiche  dieses  Verhalten  mit  der  späteren
Darstellung  der  Luftdruckverteilung  sowie  der  Winde.
Tabelle  5  bestätigt,  daß  der  Barometerstand  im  Sommer  wenig,  im  Winter  stark  schwankt.
Januar  1917  stellt  den  Typus  eines  Wintermonats  mit  besonders  niedrigem  Luftdruck  dar;  alle  3  Warten

x )  Die  Verteilung  des  Luftdrucks  über  Mittel-  und  Südeuropa,  Wien  1887,  S.  20.
            
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