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Full text: 37, 1914

Dr. P. Perlewitz: Die Forschungsreise S. M. S. „Möwe" im Jahre 1911. B. Meteorologie. 
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B. Meteorologie. 
In amtlichem Aufträge bearbeitet von Dr. P. Perlewitz. 
Hamburg, Deutsche Seewarte. 
§ 1. 
Allgemeines. 
Die meteorologischen, insbesondere aerologischen Arbeiten an Bord des Vermessungsschiffes 
„Möwe“ während dessen Ausreise nach Deutsch-Südwestafrika im Jahre 1911 sind bereits im Reise 
bericht des ozeanographischen Hauptteils, § 1, erwähnt. Es ist besonders hervorgehoben worden, daß 
die aerologische Tätigkeit gegenüber der ozeanographischen gänzlich in den Hintergrund treten 
mußte. Da auf dieser Reise kein Gelehrter an Bord war, so waren auch die wissenschaftlichen 
Arbeiten gegenüber denen bei der Ausreise des Vermessungsschiffes „Planet“ nach der Südsee in den 
Jahren 1906/07 entsprechend einzuschränken. Gleichwohl muß mit besonderer Anerkennung hervor 
gehoben werden, daß die „Möwe“ durch ihre Offiziere auch auf diesem Gebiete gute wissenschaftliche 
Arbeit geleistet hat. 
Die täglich vierstündlich angestellten Beobachtungen findet man weiter unten im meteorologi 
schen Tagebuch. Die 12 Uhr-Positionen sind die Mittagsbestecke nach astronomischen Beobachtun 
gen; für die übrigen Beobachtungszeiten sind die Orte der Karte entnommen nach dem gegissten 
Besteck. Windrichtungen sind rechtweisend, Windstärken nach der Beaufort-Skala 0—12 angegeben. 
Bei den Barometerangaben sind die Instrumentalkorrektionen berücksichtigt, das Gefäß des Queck 
silberbarometers, das die Ablesungen lieferte, befand sich 4,49 m über der Wasserlinie- 
Besondere Sorgfalt wurde den Temperaturmessungen zugewandt, da diese auf Schiffen häufig 
viel zu wünschen lassen. Alle Ablesungen zur Bestimmung der Lufttemperatur und der relativen 
Feuchtigkeit sind mit dem Aspirations-Psychrometer von Aßmann gewonnen. Das 
feuchte Thermometer wurde mit destilliertem Wasser angefeuchtet, um einwandfreie Ablesungen zu er r 
halten. Das Aspirations-Psychrometer wurde jeweils zu luward auf der Back freipendelnd aufgehängt 
und in ein bis zwei Schritt Entfernung abgelesen, um den Einfluß der Körperwärme auszuschalten. 
Die Beobachtungen über die Temperatur der Meeresoberfläche wurden durch Aufschlagen von 
Wasser mittels einer Segeltuchpütze auf der Back erhalten. Das Wasser wurde erst aufgeholt, nachdem 
die Pütze eine Zeitlang im Wasser geschleift und die Temperatur desselben angenommen hatte. Die 
Temperatur des Wassers wurde mit einem Thermometer in Holzfassung auf ein Zehntel Grad Celsius 
genau bestimmt. 
Die Bewölkung des Himmels ist in Graden von 0 bis 10 angegeben; 0 = vollständig klarer, 
10 = vollständig bedeckter Himmel; der Seegang nach der Skala 0 = vollkommen glatte, 9 = gewaltig 
schwere See. Der gefallene Regen wurde täglich einmal gemessen, in Millimetern Regenhöhe. Die Zeit 
der Messung ist nicht angegeben. Der Regenmesser war in cardanischer Aufhängung auf der Reeling 
angebracht. 
Sämtliche Zeitangaben beziehen sich auf wahre Ortszeit. Die Leitung und Beaufsichtigung der 
Beobachtungen lag in der Hand von Kapitänleutnant Schlenzka. 
Archiv 1914. 1. 
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