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Full text: 37, 1914

Prof. Dr. G. Schott und Dr. B. Schulz: Die Forschungsreise S. M. S. „Möwe“ im Jahre 1911. A. Ozeanographie. 79 
flächenstromes ist zeitlich ganz unabhängig von den Arbeiten mit dem Ekman-Strommesser erfolgt; 
vielleicht ist zu großer zeitlicher Unterschied der Ober flächen- und der 25 m - Tiefenbeobachtung die 
Ursache der einige Male auftretenden auffälligen unregelmäßigen Verschiedenheit beider Messungen, 
z. B. bei den Stationen 22, 23, 26, 28. 
In der zweiten Tabelle, S. 78, sind die Stromdrehungen mitZunahme der Tiefe um 
je 25 m sowie von der Oberfläche bis 50 m und 75 m Tiefe zusammengestellt, wie sie sich aus der Ta 
belle S. 76 berechnen lassen. Es ergibt sich, daß auf nördlicher Breite der Strom mit wachsender Tiefe 
immer mehr rechts dreht, in der Nähe des Äquators treten Rechts- und Linksdrehungen beide häufig 
auf, bei den südlichsten Stationen von 9 l /s° S-Br. an ist Drehung des Stromes gegen den Uhrzeiger 
sinn (links herum) überwiegend. 
Nach den Ausführungen Ekma n s 1 ) wird ein Triftstrom auf N-Br. mit wachsender Tiefe immer 
mehr nach rechts abgelenkt, und zwar nimmt der Ablenkungswinkel mit der Tiefe gleichmäßig zu. 
Reine Triftströme wird es kaum geben. Um, soweit überhaupt möglich, eine Annäherung an diesen 
Zustand zu erreichen, wurden die Beobachtungen nördlich 15° N - Br. als zum Gebiet des Kanaren- 
stromes gehörig zusammengefaßt, die südlich 5° S-Br. zum Benguelastromgebiet gerechnet, und alle da 
zwischen liegenden Beobachtungen, die im wesentlichen im Guineastrom angestellt sind, zu einer dritten 
Gruppe vereinigt (Tab. unten). Im Kanarenstrom nimmt die Rechtsdrehung des Stromes bei Zunahme der 
Tiefe von der Oberfläche aus um je 25 m um 64°, 43°. 22° zu. Die erste der von Ekma n für Triftströme 
geforderten Tatsachen ist vorhanden, doch ist die Änderung der Stromrichtung mit der Tiefe nicht gleich 
mäßig, sondern nimmt nach den Beobachtungen von S. M. S. „Möwe“ ab. Dies kann zum Teil an der 
Ungenauigkeit der Beobachtungen mit dem Strommesser liegen, hat aber vor allem seine Ursache 
darin, daß für die Bewegung des Wassers nicht allein die Windtrift maßgebend ist. Dies letztere wird 
Mittlere Stromdrehung mit der Tiefe. 
Westafrikanisehe Gewässer. 
Die Zahl in Klammern gibt die Anzahl der Beobachtungen an, aus denen gemittelt wurde. 
Tiefenschicht 
0—25 m 
25—50 m 
50—75 m 
Gebiet des Kanarenstromes 
+C4<, (21) 
+ 43 ”(20) 
+ ‘ 22 °(4) 
(nördlich von 15° N-Br.) 
Gebiet des Guineastromes 
(15° N.Br. bis 5° S-Br.) 
446 (iS) 
+30 (2g) 
+5 (22) 
Gebiet des Benguelastromes 
(südlich von 5° S-Br.) 
~ 65 (») 
11 
" 61 (6) 
auch die Ursache sein, daß bei den Stationen 23 bis 25 die Stromdrehungen mit der Tiefe sehr unregel 
mäßig sind. Als Mittel für das gesamte Guineastromgebiet, zu dem 9 Stationen auf Nord-, 3 auf Süd 
breite gerechnet sind, ergeben sich Rechtsdrehungen im Betrage von 46°, 30°, 5° bei Zuwachs der Tiefe 
von 0—25, 25—50, 50—75 m. Hierbei ist allerdings ausschlaggebend, daß mehrere Male, wo die Drehung 
ungefähr 180° betrug, eine Rechtsdrehung angenommen wurde, weil diese auf Nordbreite wahrschein 
licher ist; hei Annahme einer Linksdrehung würden sich diese Mittelwerte ganz verändern, so daß die 
Mittelwerte für das Guineastromgebiet sehr unsicher sind. Im Benguelastromgebiet tritt die von der 
Theorie geforderte Linksdrehung des Stromes mit der Tiefe auf, und zwar mit 65°, 11°, 61° für die 
gleichen Tiefenintervalle. 
Die Geschwindigkeit der Strömung nimmt mit der Tiefe auf allen Stationen ziemlich 
gleichmäßig ab. Für die gleichen drei Gebiete finden wir die folgenden Mittelwerte: 
') „Annalen der Hydrographie usw.“ 190fi. S. 425.
	        
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