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Full text: 37, 1914

74 
Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1914, Nr. 1. 
Prot. Dr. G. Schott und I)r. B. Schulz: Die Forschungsreise 8. M. 8. „Möwe“ im Jahre 1911. A. Ozeanographie. 75 
Da geringerer Salzgehalt zusammen mit niedrigeren Temperaturen auftritt, wirken sich beide bei 
ihrem Einfluß auf die Dichte entgegen, doch sind die Temperaturunterschiede so groß, daß trotzdem 
die Dezemberbeobachtungen niedrigere Dichtewerte ergehen als die aus dem April (vergl. Tabelle unten). 
Die Temperaturbeobachtungen der „Valdivia“ (Station 90) nehmen bis 1000 m Tiefe hinab eine 
Mittelstellung ein zwischen denen der Stationen 57 und 58, 59. Die Werte in 1000 m und 1500 m Tiefe 
stimmen mit den entsprechenden von S. M. S. „Möwe“ Stat. 57 bis auf 1 / 10 überein. 
Es scheint aus allem hervorzugehen, daß die Temperaturen bis über 1000 m noch beträchtliche Ver 
änderungen erleiden können; erst von 1500 m Tiefe scheint größere Beständigkeit aufzutreten. Dies 
stimmt annähernd mit den Ergebnissen überein, die sich beim Vergleich von „Challenger“-Temperatur- 
beobachtungen mit solchen des „Michael Sars“ im Nordatlantischen Ozean ergaben. Dort handelt 
es sich um Beobachtungen, die 37 Jahre auseinander liegen, aber in gleichen Monaten erfolgten. 1 ) An 
nähernde Übereinstimmung der Temperaturen beider Serien tritt erst von 1000 Faden Tiefe ab auf. Es 
bleibt zweifelhaft, ob es sich bei diesen festgestellten Temperatur- und Salzgehaltsunterschieden um 
jahreszeitliche Schwankungen handelt, worauf die „Valdivia“- und S. M. S. „Möwe“-Beobachtungen hin 
deuten, oder ob Schwankungen mit größerer Periode vorliegen. Aber einerlei, wie das Beobachtungs- 
material zu deuten ist, sehr wertvoll und wuchtig ist das Ergebnis, daß offenbar die Technik der Messung 
der Tiefentemperaturen ganz im Sinne der Ausführungen Brenn eck es 2 ) durch Anbringung eines 
„ungeschützten“ Kippthermometers an die Drahtleitungen verbessert werden muß, andernfalls wird man 
nie die Natur kleiner thermischer Abweichungen in Zeit mit Sicherheit erklären können. Dies gilt 
besonders bei den Arbeiten in den obersten 1000 m. 
Mehrfach wiederholte Temperatur-, Salzgehalts 
Temperatur 
„Valdivia“ 
8. M. S. „Möwe“ 
1 
i 
S. M. s. 
„Möwe“ 
Tiefe 
33° 20' S-Br. 
33° 12’ S-Br. 
33° 10' S-Br. 
32° 56' S-Br. 
in 
15° 58' O-Lg. 
16° 22' O-Lg. 
15° 58' O-Lg. 
16° 10' O-Lg. 
Station 90 
Station 57. 13. 4. 1912 
Station 58 
Station 59 
m 
25. 10. 1898 
1. Reihe 
2. 
Reihe 
3 
Reihe 
7. 12. 1912 
7. 12. 1912 
Uhr- 
Beob- 
Uhr- 
Beob- 
Uhr- 
Beob- 
1‘/4-7 VA V. 
1 Vs—4 h N. 
zeit 
achtung 
zeit 
achtung 
zeit 
achtung 
V. 
N. 
N. 
0 
16.2 
7.50 
17.40 
— 
17.70 
— 
17.70 
18.00 
18.06 
25 
15.7 
7.56 
17.08 
12.45 
17.05 
2.44 
17.20 
17.90 
17.82 
50 
15.3 
8.09 
13.27 
1.02 
14.67 
CO 
10 
14.91 
16.90 
16.92 
75 
54.3 
8.20 
11.85 
1.17 
12.05 
3.16 
12.12 
16.20 
16.84 
100 
13.6 
8.37 
10.80 
1.30 
10.57 
3.34 
10.43 
15.62 
16.14 
150 
12.8 
9.27 
9.51 
2.00 
9.59 
3.49 
9.51 
— 
— 
200 
12.2 
10.03 
8.76 
2.29 
8.96 
4.0S 
8.77 
13.37 
12.74 
300 
10.5 
9.44 
7.39 
2.0S 
7.25 
— 
— 
— 
— 
400 
9.0 
10.08 
6.04 
2.40 
6.20 
— 
— 
10.07 
8.59 
600 
6.6 
10.32 
4.25 
3.03 
3.88 
— 
6.27 
— 
800 
4.6 
10.59 
3.35 
3.28 
3.18 
— 
- |! 4.19 
— 
1000 
3.0 
11.32 
2.93 
3.52 
2.95 
— 
— 
3.S0 
— 
1500 
2.S 
— 
— 
4.29 
2.90 
— 
— 
- 
. 
') Murray-Hjort, The Depths of tke Ocean. London 1912, S. 305 f. 
! ) S. Fußnote 1 s. 8. 72. 
§ 15. 
Tiefenstrombeobachtungen auf dem Ozean. 
Die Zeit, während der S. M. S. „Möwe“ zur Ausführung von Serienmessungen und Lotungen ge 
stoppt liegen mußte, wurde bei 30 verschiedenen Stationen noch weiterhin ausgenutzt, um insgesamt 
245 Beobachtungen der Tiefenströme, und zwar meist aus 25, 50, 75 m, gelegentlich auch aus 2.5, 10, 15, 
100 m Tiefe beizubringen. Da an fast allen 30 Stationen auch der Oberflächenstrom nach der Kimm 
winkelmethode (S. 8) beobachtet worden ist, liegt ein Vergleichsmaterial aus der Wasserschicht von 0 m 
bis 100 m Tiefe vor. 
Bei der Bearbeitung der Tiefenstrombeobachtungen , ) wurden von vornherein solche ausgeschieden, 
bei denen die Kugeln des Ekman-Strommessers über Winkel von 180° und mehr verstreut waren, oder 
wo mehrere Kugeln in Fächern lagen, die um einen beträchtlichen Winkel von einander entfernt waren. 
Das Schiff hat offenbar während der Ausführung solcher Beobachtungen stark geschlingert, und der 
leicht bewegliche Kompaß hat sich infolge der Erschütterungen des Strommessers sehr stark bewegt, 
wodurch die Kugeln sehr unregelmäßig verteilt wurden; die unter diesen Umständen aus der Ver 
teilung der Kugeln rechnerisch festgestellte mittlere Stromrichtung verdient nur wenig Vertrauen. Ins 
gesamt sind 174 Beobachtungen als brauchbar befunden worden und in der Tabelle S. 76 zusammen 
mit 25 Beobachtungen des Oberflächenstromes wiedergegeben. 
und Dichtebestimmungen westlich von Kapstadt. 
Salzgehalt jj Dichte 
S. M. S. „Möwe“ 
S. M. S. „Möwe“ 
| 
33° 12' S-Br. 
33° 10' S-Br. 
32° 56' S-Br. 
33° 12' S-Br. 
33° 10' S-Br. 
32° 56' S-Br. 
Tiefe 
16° 22' O-Lg. 
15° 58' O-Lg. 
16° 10' O-Lg. 
16° 22' O-Lg. 
15° 58' O-Lg. 
16° 10' O-Lg. 
Station 57 
Station 58 
Station 59 
Station 57 
Station 58 
Station 59 
in 
13. 4. 1912 
7. 12. 1912 
7. 12. 1912 
13. 4. 1912 
7. 12. 1912 
7. 12. 1912 
m 
7.50—11 ’/•/ 11 V. 
! 
1V±-W v. 
1 v 2 —4 1 ' N. 
, 7.50—11 Vs" V. 
1 Vi—7 '/4 11 V. 
H/ 2 —4i» N. 
35.2s 
1.02559 
0 
35.26 
35.57 
35.57 
2572 
1.02575 
1.02578 
25 
35.10 
35.61 
35.64 
2644 
2602 
2604 
50 
35.03 
35.59 
35.52 j 
2667 
2617 
2598 
75 
34.97 
35.53 
— 
2682 
2627 
— 
100 
34.83 
— 
— 
2692 
— 
_ 
150 
34.85 
35.32 
35.10 
2706 
2657 
2654 
200 
31.67 
— 
— 
2713 
— 
~ i 
300 
(34.74) 
34.92 
34.81 
(2736) 
2690 
2706 
400 
34.40 
34.52 
— i 
2730 
2716 
— 
600 
34.43 
34.42 
- j 
2742 
2732 
— 
800 
34.52 
34.40 
— | 
2753 
2735 
— 
1000 
34.79 
34.34 
— ■ 
— 
1500 
1 ) Vergl. § C 8. 26 ff. über die Technik dieser Messungen. 10*
	        
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