accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 37, 1914

44 
Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1914, Nr. 1. 
Datum 
1911 
N-Br. 
W-Lg. 
Oberflächen- 
Temperatur 
Bemerkung 
16. Juni 
20° 34' 
18° 28' 
18.2° 
17. „ 
17 30 
19 59 
20.8 
18. „ 
16 20 
18 2 
22.3 
19. „ 
15 0 
17 43 
25.0 
Breite des Kap Verde 
Hier haben wir also bei 5Vs' 0 Breitenunterschied eineTemperaturzunahme um 6.8°, also einen Gradienten 
für 10° Breitendifferenz von 12° gegenüber einem solchen von 0.9° im Auftriebgebiet. 
Die Lage der Südgrenze des Auftriebgebietes war normal. Im Mai gelangt nach der Temperatur- 
Karte für Mai im Atlas des Atlantischen Ozeans die 20° Isotherme südlich von Kap Verde bei Bathurst 
an die Küste, die 25°-Isotherme nur wenig südlicher. Die Beobachtungen von S. M. S. „Möwe“ im Juni 
lassen eine wesentliche Verschiebung nach Norden erkennen. Die 20°-Isotherme befindet sich jetzt 
zwischen Kap Verde und Kap Blanco, die 25°-Isotherme ist bis Kap Verde vorgerückt. Ihre Lage zeigt 
die allmähliche sommerliche Verschiebung des Auftriebgebietes, das im August seine nördlichste Lago 
hat 1 ), nach Norden an. 
Die Lufttemperatur war auf der Fahrt bis zu den Kanarischen Inseln, wie es auf den 
Ozeanen normal ist, im Mittel niedriger als die des Wassers; anders aber von Santa Cruz bis Dakar, wo 
die Oberflächentemperatur durch die Auftrieberscheinung an der nordwestafrikanischen Küste herab 
gesetzt ist. Dort besaß die Luft einen Wärmeüberschuß, und zwar betrug dieser auf dem Meere 0.1°, 
vor Santa Cruz und Dakar nach 8- resp. 9tägigen Beobachtungen 0.9° und 1.3°.*) 
Parallel mitder Erniedrigung derWassertemperatur im Auftriebgebiet ging, wie wir es auch an der 
Oberguinea- und südwestafrikanischen Küste wiederfinden werden, eine Erhöhung der relativen Feu ch- 
tigkeit, die zwischen Santa Cruz und Dakar 83% betrug, in dem von etwa 40° N-Br. bis zu den Ka 
narischen Inseln gelegenen Teil der Region des NO-Passates aber nur 77%. Verglichen mit früheren 
Beobachtungen ist dieser letztere Wert recht hoch, und zwar um etwa 10 %, * * 3 ) so daß vielleicht im 
Mittel der obige Gegensatz noch schärfer ausgeprägt ist. 
Die Oberflächenbeobachtungen des Salzgehaltes stimmen gut zur bisherigen Darstellung. 
Westlich von Portugal fand sich in der Nähe der Küste ein Salzgehalt von unter 36%o; er stieg in der 
Nähe der Straße von Gibraltar auf über 36°/oo und blieb bis südlich von Kap Blanco zwischen 36 und 37%o. 
Auffällig sind die Beobachtungen über die F a r b e des Meerwassers in unserem Gebiete. Im 
Norden bis Kap St. Vincent stimmen sie gut zu der von G. Schott 4 ) gegebenen Darstellung über 
ein, dagegen wurden von der Gibraltar-Straße an südwärts bis Kap Verde etwas andere Wasserfarben 
beobachtet. Westlich der Straße von Gibraltar wurde Wasser von blaugrüner Farbe (2% gelb) gefunden 
statt von vorwiegend grüner mit über 9% Gelb. Ebenso war das Wasser von südlich 35° N-Br. bis Kap 
Blanco auffallend blau. 0% Gelb wurde dort ausnahmslos fünf Tage hindurch beobachtet statt 2 bis 
5% Gelb. Dagegen fand sich südlich von Kap Blanco bis Kap Verde Wasser mit 15—25%, statt 2—5% 
Gelb. Zusammen mit der Farbänderung südlich von Kap Blanco ging eine Änderung der Sichttiefe. 
Von der Straße von Gibraltar bis Kap Blanco betrugen bei blauer Wasserfarbe die Sichttiefen 22—30 m, 
von Kap Blanco bis Kap Verde bei grünlichem Wasser dagegen nur 10—15 m. 
1) Deutsche Sec warte, Atlas des Atlantischen Ozeans, 2. Aufl., Hamburg 1902. Tafel 6 und 7. 
2) Vergl. G. Schott, Geographie des Atlantischen Ozeans, Hamburg 1912, S. 201, Figur 63. 
„V a 1 d i v i a“ - W e r k , Jena 1902, Band I, S. 121 ff., Atlas Tafel VIII. 
3 ) Keiehs-Marine-Amt, Forschungsreise S. M. S. „Planet“, 1907/08, III. Band, Ozeanographie von W. Bren 
necke, S. 133. 
G. Schott, Wissenschaftliche Ergebnisse einer Forschungsreise zur See. Peterm. Geogr. Mitt. Erg.-H. 109. 
Gotha 1893. S. 110 ff. 
4 ) „Valdivia"-Werk, Band I, Jena 1902, Atlas Tafel XXXVI. 
G. Schott, Geographie des Atlantischen Ozeans, Hamburg 1912, Tafel VIII,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.