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Full text: 37, 1914

Prof. Dr. G. Schott und Dr. B. Schulz: Die Forschungsreise S. M. S. „Möwe“ im Jahre 1911. A. Ozeanographie. 43 
Kap. III. Ozeanographie der 3 Meeresregionen. 
Die Betrachtung der Ergebnisse der ozeanographischen Beobachtungen auf der Ausreise von S. 
M. S. „Müwe“durch den östlichen Atlantischen Ozean wird auf drei Regionen verteilt, innerhalb deren 
gewisse physikalische und chemische Erscheinungen gemeinsam und charakteristisch sind: 
1. die Nordwestafrikanische Region, von der Straße von Gibraltar bis Kap Verde, 
2. die Äquatorialregion, von Kap Verde bis zum Äquator an der afrikanischen Küste, 
3. die Südwestafrikanische Region, vom Äquator bis zur Südspitze Afrikas. 
§ 11. 
Die Nordwestafrikanische Region. 
Unter ihr verstehen wir das Gebiet nördlich der Kapverdeschen Inseln bis ungefähr zur Breite der 
Gibraltar-Straße, bezw. von Lissabon, und zwar von der Küste ab etwa 1500—1700 km weit westlich. 
Es fallen demnach in diese Region die Beobachtungen vom 16. Mai bis 28. Juni 1911, insbesondere die 
Stationen für Serienbeobachtungen 1—22 (S. 37—39). 
I. Oberflächenerscheinungen. 
Die beobachteten Oberflächentemperaturen sind alle auffallend niedrig, in dem ganzen 
Gebiet unter Berücksichtigung der Monatszeit etwa 1° niedriger als es nach dem Atlas des Atlan 
tischen Ozeans 1 ) zu erwarten war. Der Sinn aber und der Betrag der Temperaturänderung stimmt mit 
den bisher bekannten Tatsachen überein. An der Westküste Spaniens trat mit abnehmender Breite 
Temperaturzunahme ein, die an der Nordwestküste Afrikas bei Fahrt dicht an der Küste entlang sich 
jedoch bedeutend verlangsamte; so betrug z. B. die Temperaturzunahme von der Nordwestspitze Spa 
niens bis Kap St. Vincent an der portugiesischen Küste ca. 3°, von der Straße von Gibraltar bis 20° 
N-Br. bis in die Nähe von Kap Blanco jedoch nur 1.4° trotz der mehr als doppelt so großen Entfernung 
auf dem Meridian. Einer Temperaturdifferenz für 10° Breitenunterschied von 4.3° dort steht hier ein 
solcher von nur 0.9° gegenüber. An Stelle der großen Nord-Süd-Temperaturgradienten, wie sie meist auf 
dem Ozean herrschen, überwiegt hier der Ost-West-Temperaturgradient, verursacht durch das Auftrieb 
wasser an der Nordwestküste Afrikas. S. M. S. „Planet“, das im Februar 1906 den östlichen Atlantischen 
Ozean in diesen selben Breiten durchquerte, dabei aber von der Straße von Gibraltar aus weiter westlich 
bis zum 23° W-Lg. fuhr, also weiter von der Küste entfernt, konnte von 36°—20° N-Br. vom 4.—11. 
Februar 1906 eine Erwärmung um 4.7° feststellen; dem aus den Beobachtungen auf S. M. S. „Möwe“ 
in der Nähe der Küste folgenden Nord-Süd-Temperaturgradienten von 0.9° für 10 Breitengrade steht 
also weiter seewärts ein entsprechender Gradient von 3° gegenüber. 
Die Südgrenze des Auftriebgebietes liegt nach den „Möwe“-Beobachtungen in der Breite von 
Kap Verde, wie die folgenden Zahlen erkennen lassen. 
‘) Deutsche Seewarte, Atlas des Atlantischer:. Ozeans, 2. Aufl., Hamburg 1902. Tafel 6.
	        
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