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Full text: 37, 1914

Prof. Dr. G. Schott und Dr. B. Schulz: Die Forschungsreise S. M. S. „Möwe“ im Jahre 1911. A, Ozeanographie. 25 
Im vorliegenden Falle, bei dem Beobachtungsmaterial von S. M. S. „Möwe“, wurde für die Stationen 
20—55 immer nur die Angabe des einen Thermometers in dem durch Fallgewicht ausgelösten Kipp 
rahmen für die Veröffentlichung benutzt. •— 
Tiefenwasser wurde niemals araeometrisch untersucht, sondern alle Proben behufs späterer 
Titration auf Chlorgehalt in kleine Fläschchen abgefüllt. Eine größere Zahl Proben ist auch in 
evacuirte Böhren zur Untersuchung auf die Sauerstoffmenge eingeschmolzen worden; leider ist diese 
mühsame Arbeit nicht nutzbar zu machen gewesen, da auf dem Transport fast sämtliche Röhren in 
Bruch gegangen sind. Durch Vermehrung der Vorsichtsmaßregeln und der Verpackung gelang es 
neuerdings, 1918, von den ostafrikanischen Gewässern durch „Möwe“ solche Wasserrohren unver 
sehrt nach Hamburg zu transportieren; im übrigen wird beabsichtigt, künftig nach dänischem Muster 
Wasserproben für Sauerstoffbestimmungen nach W i n k 1 e r s titrimetriseher Methode in besonderen 
dazu geeigneten kleinen Flaschen mit eingeschliffenen Glasstopfen heimbringen zu lassen. 
Ein besonderes und ein mißliches Kapitel stellt endlich die Bestimmung des Tiefenstromes 
mittelst des Ek manschen Strommessapparates dar. Mit unermüdlichem Eifer hat das 
Kommando den Strommesser arbeiten lassen, an den meisten Stationen die Beobachtungen in den Ein 
zeltiefen mehrere Male wiederholend. Da das Instrument leicht ist und nur sehr schwer ein absolut 
ruhiges Stehen im Strom erreichbar ist, sind die Ergebnisse durch Verstreuen der Kugeln in oft viele 
Fächer im ganzen nicht recht befriedigend. Aber vorläufig kann eben nicht mehr verlangt werden. 
Vor Anker liegend fand „Möwe“ naturgemäß geringere Schwierigkeiten. In offener See wurde der 
feste Punkt im Raum soweit möglich dadurch geschaffen, daß „Möwe“ sich nach der Tiefenmessung 
gewissermaßen am Lotdrahte verankerte, d. h. bei Abtrift, die am Schrägkommen des zum Boden reichen 
den Drahtes sichtbar wurde, an den Draht sich stets wieder heranmanövrierte und also so gut wie tun 
lich die Wirkung von Wind und Strom ausdampfte. Der Kommandant S. M. S. „Möwe“ hat bei den 
besonderen Verhältnissen dieses Schiffes für sehr empfehlenswert gefunden, durch Rückwärtsgehen das 
Schiff mit dem Heck in den Wind, bezw. Strom zu bringen. Die ganze Methode ist natürlich nur ein 
Notbehelf, da die Gefahr einer Störung des Strommessers durch die Schrauben des Schiffes besteht, be 
sonders, sobald etwas zuviel Bewegung dem Fahrzeuge erteilt wird. Ferner muß darauf geachtet 
werden, daß der Kompaß des Strommessers beim Arbeiten in den obersten Schichten in Schiffsnähe 
nicht durch die stählernen Massen eine erhebliche Deviation erleidet. 1 ) 
Die Kompaßdose des Instrumentes ist in 86 Fächer zu je 10° geteilt; die mißweisende Stromrichtung 
wurde ermittelt aus der Summe der Produkte [Anzahl der Kugeln im Einzelfach X Fachnummer] divi 
diert durch die Gesamtkugelzahl; so z. B. auf Stat. 25: 
Die Kug< 
Stück 
¡ln lagen 
in Fach 
Produkte 
Richtung nach 
2 
25 
= 50 
26.8 X 10° = mw. 268° 
6 
26 
= 156 
rw. 247° 
3 
27 
= 81 
1 
30 
= 30 
1 
31 
= 31 
13 
CO 
vH 
OO 
Tf 
CO 
= 26.8 
Die Berichte des Kommandos über die Brauchbarkeit des Apparates lauteten zunächst zuver 
sichtlich, solange das Schiff in ruhigem oder mäßig bewegtem Wasser arbeitete; so wird z. B. von Santa 
Cruz (Kanar. Inseln) aus unter dem 6. VI. 1911 geschrieben: 
„. . . Die Stromrichtungen unterhalb der Oberfläche wurden mit dem Strommesser von Ekman 
festgestellt, der recht gute, gleichmäßige Resultate lieferte. Der Strommesser wurde zum Teil auf 
') Vergl. hierzu K, Grein in Bulletin de l’Institut Oeeanographique de Monaco. Nr. 235. 20. 6. 1912. 
Archiv 1914. 1. A
	        
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