288 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1933,
Bereiche der zentralamerikanischen Meeresflächen die „äquatoriale“ starke Wolken-
decke ab, denn südlich von Clipperton und in der Richtung nach Kap Mala hin
bestimmen dann die trockenen wolkenarmen NO-Winde den Charakter der
Himmelsbedeckung, wie oben (S. 286) schon erwähnt wurde.
ala | ıv| vv vl var ıx | x |xai x] Jahr
Yap, Karolinen,
9.6° N, 138.1° O0
jaluit, Marshall-Inseln,
6.49 N, 1694.4° 0
Fanning*,
3,90 N, 159.40 W
See bei der Cocos-Insel,
30 N, 90° W
78 A 7370 7189 8583 728 70 29|77 8
6.6 6x 69 % 70 68 62, 60 "66166168 Wi 65 vEE
5,9 3,8 63 59158 ws $ 3 49 55 sr 187
66:0 65165 7672: 7479 94 23 7
Nauru, Gilbert-Inseln, | | ; . =
„249 8. 167.20 0 4114339] 35| 32! 33 | 3.8136 13.1 3.7 36) 45] 3. ) 355
Ma ' : cn
4.10 & 1589 W | 2430 33l27l 3633! 1523 23 nn 25) 3ıl20 E52
* Man beachte, daß innerhalb der ersten Gruppe die dem Äquator nächste Insel schon eine
Abnahme der durchschnittlichen Wolkenmenge aufweist. Fanning wird während des größten Teiles
des Jahres von SO-Passat überweht.
Ganz anders der zweitgenannte Streifen, etwa 100 Sm nördlich bis 300 Sm
südlich des Äquators, Hier, also im nördlichsten Teil des pazifischen SO-Passates,
sinkt von Nauru und den südlichen Gilbert-Inseln ab ostwärts bis Malden-Eiland
und weiter auf einer W—O-Erstreckung von mindestens 5000 Sm die mittlere
Bewölkung auf ein derartig niedriges Maß, und zwar während des ganzen
Jahres, daß sogar Flächen von <3 vorhanden sind. Dies ist die Strecke, die
Außerst niederschlagsarm ist, wozu man die Regenkarte!) vergleichen wolle,
Wenn die Regenarmut bis zu den Galapagos-Inseln und zur bekannten wüsten-
ähnlichen nordperuanischen Küstenzone reicht, die Bewölkung aber auf dieser
ebenfalls zum SO-Passat gehörenden östlichsten Strecke gleichwohl wächst, sehr
erheblich sogar bis \>>7 wächst im Südwinter (Taf. 37), so dürfte diese schein-
bare Anomalie sich durch den ausgesprochen kalten Charakter der Meeres-
oberfläche genügend erklären; wir haben hier dasselbe Phänomen starker
Wolkenbedeckung wie im Auftriebgebiet vor der kalifornischen Küste. Im zen.
tralen Teil dieses Streifens tritt mit Abnahme der Stromgeschwindigkeiten kaltes
Wasser nur noch in ganz bescheidenem Grade auf, und daher bleibt hier der
von Natur wolkenarme Charakter des Passates ungestört — doch nicht immer!
Die unperiodischen starken Regenfälle in der an sich regenarmen Zone der
Phosphat- oder Guano-Inseln stellen bekanntlich eine höchst interessante meteo-
rologische Erscheinung dar, über die mehrfach geschrieben worden ist?). Solche
Perioden verursachen naturgemäß auch eine wesentliche Vermehrung der Wolken-
decke, und es spricht für die Güte der s. Z. auf Nauru von deutschen Beobachtern
angestellten Beobachtungen, daß die Zeiten abnorm starker Niederschläge mit
denen abnorm hoher Bewölkung sich decken; beispielsweise brachte das sehr
nasse Jahr 1900 (3367 mm) eine mittlere Wolkendecke von 6.1 gegenüber 3.7 im
allgemeinen Mittel.
Selbst Einzelreisen zeigen, wenn sie in annähernd meridionaler Richtung
ausgeführt werden, in den meisten Fällen deutlich den Wolkenreichtum zwischen
10—5° N-Br. einerseits und die Wolkenarmut zwischen 5° oder 3° N bis 5° S
anderseits. Auf dem Expeditionsschiff „Challenger“ beobachtete man während
der Reise von Honolulu nach Tahiti im August 1875 wie immer alle zwei
Stunden und fand im NO-Passat bis 10° N-Br. Bewölkungsziffern von 5 bis 3,
zwischen 10° und 5° N-Br. 7 bis 10, zwischen 65° N- und 5° S-Br. 3 bis 5, woran
auf der weiteren Strecke nach Tahiti, noch im SO-Passat, wieder wachsende
Bewölkung sich schloß, Auf einer Reise von Tutuila (Samoa) nach Honolulu im
1) Vgl. Fußnote 1, S. 287. — *%) In Ann. d. Hydr. 1933, S. 10, war hiervon zuletzt, unter Angabe
weiterer Literatur, die Rede.