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Full text: 37, 1914

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1914, Nr. 1 
schnitt durch den Benguelastrom zu entwerfen. In aerologischer Hinsicht gelang leider 
wiederum nicht viel, da in den ersten und letzten Tagen der Reise Banana—Swakopmund wegen zu ge 
ringer Windstärken die Drachen nicht hoch zu bekommen waren, und weil der in den frischen SO-Passat 
geplante Vorstoß nach Westen wegen einer Maschinenhavarie und wegen des grade am 29. September 
steif wehenden Passates mit böigem Wetter auf gegeben werden mußte. 
Mit dem Eintreffen vor der Küste unserer Kolonie war die wissenschaftliche Expeditionsreise S. 
M. S. „Möwe“ im ganzen beendet; es folgte eine arbeitsreiche, zum Teil auch mit erheblichen Gefahren 
und Schwierigkeiten verknüpfte Periode der Küstenvermessung vor Deutsch-Südwestafrika, über welche 
der I. Offizier an anderer Stelle für weitere Kreise einen interessanten Bericht veröffentlicht hat. 1 ) Kurz 
nach Ostern 1912 ging „Möwe“ nach Kapstadt und absolvierte dabei (Stat. Nr. 57) am 13. April, also 
im südlichen Herbst, auf 33° 12' S-Er. 16° 22' O-Lg. an derselben Stelle dreimal wiederholte Messungen der 
Wärme Verhältnisse bis zu 1000 m Tiefe, weil ein Beitrag geliefert werden sollte zur Klärung der Frage, 
inwieweit einmalige Beobachtungen der Tiefwasserschichten für deren durchschnittlichen Zustand maß 
gebend sind, und inwieweit kurzwährende periodische oder unperiodische Änderungen der Verhältnisse 
in den Tiefen Vorkommen. Zugleich bot sich in der gewählten Position die Möglichkeit eines Vergleiches 
dieser Herbst-Messungen mit früheren Messungen an Bord des Expeditionsschiffes „Valclivia“ aus dem 
Frühling des Jahres 1898 (Stat. Nr. 90). Weil an ungefähr derselben Stelle S. M. S. „Möwe“ 8 Monate 
später, am 6. und 7. Dezember 1912, wiederum zweimal wiederholte Reihentemperaturen gemessen hat 
(Stat. 58 und 59), unter dem neuen Kommando des Korv.-Kapt. Jacobs, so wird über diese im ganzen 
6mal von gleicher Position vorhandenen Messungen weiter unten in einem besonderen Abschnitte (§ 14) 
Etwas zu sagen sein. 
Hiermit waren, da „Möwe“ am 7. Januar 1913 den Atlantischen Ozean auf der Reise nach Deutsch- 
Ostafrika verließ, die Tiefseearbeiten dieses Vermessungsschiffes im atlantischen Bereiche vor 
läufig abgeschlossen. Aus den Monaten Juli bis Oktober des Jahres 1912 liegen aber noch überaus 
interessante wissenschaftliche Beobachtungen über die Oberflächentemperatur des Wassers 
an der gesamten deutsch-südwestafrikanischen Küste (vom Kunene bis Orange) vor, die bei der Ab 
lotung bis zu der 200 m-Linie in ganz kurzen Zeit- und Ortintervallen, also in einem sehr engmaschigen 
Netze, gemacht sind und, verbunden mit gleichzeitigen Beobachtungen der Lufttemperatur, einen in 
diesem Detail bislang noch nicht möglichen Einblick in die ungemein merkwürdigen Wärmeverhält 
nisse längs der Küste unserer Kolonie gestatten werden. Dies Material, das noch dem Kommando des 
Korv.-Kapt. Wodarz verdankt wird, findet eine gesonderte Bearbeitung von anderer Seite und wird, 
als Beitrag zur Ozeanographie und Klimatographie speziell der südwestafrikanischen Küstengewässer, 
später für sich veröffentlicht werden. 
1 1 Sehlenzka, Vermessungsarbeiten an der Kiiste Dentsch-Südwestafrikas, in „Annalen der Hydregr. etc.“ 
191.4. S. 14—20; s. auch Sehlen 7. k a . Auf R. M. R. ..Möwe“, in Sammlung Meereskunde, Heft 78, Berlin 1913.
	        
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