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Full text: 36, 1913

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Alis dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1913 Nr. 3 •— 
12. Oesterreich. 
Die Kurve weist nicht die verlangten Eigenschaften auf, besonders störend wirkt, wie im westlichen 
Mitteleuropa, wieder die tiefe Einsenkung 1888. Nichtsdestoweniger möchte ich darauf hinweisen, daß sich 
dennoch eine Art von Periode vorfindet, nämlich insofern als jedesmal ca. 4 Jahre vor den Fleckenminima 
zu hohe Temperaturen in Oesterreich beobachtet wurden, sodaß wir, wie es besonders bei der M. K. zutage 
tritt, im ganzen 3 Maxima haben, welche im Durchschnitt 12* 2 Jahre von einander entfernt sind. Da man 
zu der Annahme, daß die Temperaturmaxima den Minimen der Sonnenflecken um den Betrag von 4 Jahren 
vorauseilen, wohl nicht berechtigt ist, so kann nur ein „fast paralleler“ Verlauf der Al. K. und S. K. fest 
gestellt werden. 
13. Südrußland. 
Die Variationen der T. K. erscheinen selbständig, nur die Minima 1893 und 1907, sowfie die Maxima 
1878 und 1890 können an die dazu gehörigen Wendepunkte der Fleckenkurve gemahnen. Auch die AL K- 
läßt keine andern Schlüsse zu. 
14. Südwest Sibirien. 
Den drei Fleckenminima 1878, 1889 und 1901 entsprechen drei Temperaturmaxima, welche im 
Durchschnitt 1 Jahr vor jenen eintreffen. Alsdann begegnet uns hier wieder die tiefe Kältewelle von Mittel 
europa, nur 1 Jahr später, nämlich 1890. Würde man sich nach Art der unter 11) beschriebenen Linie 
einen Bogen konstruieren, welcher um 1889 kulminiert, so liegt der Zusammenhang der AI. K. mit der S. K. 
deutlich vor Augen; er ist nur durch jene Jahre der Umkehrung der Norm um 1890 gestört, die das sonst 
erkennbare Bild verwischen. 
15. Oestliches Sibirien. 
Hier deuten nur die warmen Jahre 187G und 1899 auf eine Beziehung zu den Sonnenflecken hin; 
die Zwischenzeit ist von kurzphasigen Temperaturwellen ausgefüllt. Dennoch stehen den fleckenarmen Jahren 
Wärme-Maxima gegenüber, wenn man annimmt, daß die schon mehrfach erwähnte Kältewelle in Ostsibirien 
nicht solche Intensität besaß, wie in den Gebieten 14, 12, 11 und 11a, ja sogar 1890 so kraftlos war, daß 
sich hier das nach der Theorie in diesem Jahre befindliche Temperaturmaximum als relative Erwärmung 
geltend machen konnte, und wenn man sich demgemäß die AI. K. gestaltet rekonstruiert. Leider wird bei 
der Summenbildung das Minimum 1884 zur Tilgung des sekundären Maximums 1886 verwandt, sodaß es 
nach 1886.5 rückt und auf diese Weise S'T Jahre von dem dazu gehörigen Fleckenmaximum 1883 ent 
fernt ist. 
16. Innere Vereinigte Staaten. 
Daß T. K. und S. K. Zusammenhängen, tritt hier ziemlich deutlich hervor. Auch fehlt nicht das 
bereits in den Gebieten 1—6 und 10 beobachtete relativ kühle Jahr 1898, das jedenfalls mit der Flecken 
vermehrung 1898 irgendwelche Beziehungen hat. Im Durchschnitt fallen die Temperaturmaxima und -minima 
genau in die von der Theorie geforderten Jahre. Die 4. Summationsreihe ändert nichts Wesentliches, bringt 
vielmehr die Wendepunkte in noch günstigere Lagen. 
17. Atlantische Verein. Staaten. 
Wir stoßen hier auf ähnliche Verhältnisse, wie in der vorigen Provinz. Allerdings erscheint das 
Wärme-Minimum 1886 3 Jahre nach dem betreffenden Fleckenmaximum, während dasjenige von 1893 die 
verlangte Stellung inne hat, und das von 1904 den Flecken bereits um 1 Jahr vorauseilt. Die höchsten 
Temperaturwerte stellen sich durchschnittlich in den Jahren der geringsten Fleckentätigkeit ein. Da auch 
in diesem Gebiet die T. K. selbst keinen kurzen Schwankungen ausgesetzt war, so verläuft ihr natürlich 
die Al. I\. fast parallel; unglücklicherweise läßt die Rechnung die beiden Maxima 1890 und 1899 noch etwas 
näher aneinander rücken. 
18. Großbritannien. 
Die Temperaturen kehren sich absolut nicht an die Sonnenflecken, ja man könnte sich versucht 
fühlen, an einen parallelen Gang zwischen T. K. und S. K. zu glauben, bis 1895 sicherlich. Die 
AI. K. verhält sich nicht anders. Nun kann man aber annehmen, daß die Kälte, welche um 1889 Mittel 
europa heimsuchte, auch in Großbritannien verspürt wurde was aus den kalten Jahren 1886 und 1891 er 
sichtlich ist. Ob diese englische Kältewelle nun eine selbständige ist oder nur ein Teil der mitteleuropäischen,
	        
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