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Full text: 36, 1913

Joh. Mielke: Die Temperaturschwankungen 1870—-1910, in ihrem Verhältnis zu der 11jährigen Sonnenfleckenperiode. 11 
7. China. 
Der Theorie entsprechen nur die Jahre 1877—1892 und 1900 - 1910. Den Charakter der ganzen 
Kurve, nämlich ein Sinken der Temperatur von 1870—1884, ein kurzes, rapides Aufsteigen bis 90 und wieder 
allmähliches Sinken offenbart die M. K. am besten. 
8. Mittelmeergebiet. 
Von irgendeinem Zusammenhang der beiden in Frage kommenden Kurven ist hier nichts zu ent 
decken; die Schwankungen der T. K. erinnern durchaus nicht an die 11-jährige Fleckenperiode. Sehr außer 
der Ordnung erscheint das große Minimum 1889, welches wie eine Umkehr der Regel anmutet und der M. K. 
in jenen Jahren einen der S. K. parallelen Gang verleiht. Da das Material in den Gebieten 8, 10, 11, 17 und 
19 verhältnismäßig reichhaltig war, so hatte ich die Stationen mit einem Küstenabstand von > 100 Km von 
den übrigen getrennt behandelt, um zu sehen, in welchem Maße das Meer auf die Wärmeschwankungen 
einwirkt. Doch bin ich zu dem Resultat gekommen, daß die Schwankungen an der Küste und im Binnen 
lande, graphisch aufgetragen, einander parallel verlaufen, wenn man von minimalen Abweichungen absieht. 
9. Südliche Vereinigte Staaten. 
Die Wärmeveränderungen sind selbständig und scheinen auf keinen Zusammenhang mit der S. K. 
hinzuzielen. Die größte Anzahl der Jahre, 1884 — 1904, werden umrahmt von 2 hohen Maxima. Offenbar 
ähnelt diese Linie derjenigen von Gebiet 4, gegen jene aber um ca. 5 Jahre verschoben. Die M. K., hier 
bereits die 4. Summationsreihe, faßt dagegen die Zahlen derart zusammen, daß drei ausgeprägte Maxima 
und Minima entstehen. Da man einen Parallclismus dieser Linie mit den Sonnenflecken nicht anuehmen 
kann, — weil ja sonst dem Jahre 1897.5 das F’leckenmaxitnum 1905—1907 entsprechen würde, — so ist 
man zu dem Schlüsse gezwungen, daß einigemal die Temperatur den Flecken vorauseilt, wie 1897—1908, 
ein andermal hinter diesen zurückbleibt: 1874—1890. 
10. Kalifornien. 
Die T. K. stimmt bis 1902 im allgemeinen mit der Fleckentheorie überein; von 1902—1910 scheint 
sich allerdings das normale Verhalten der Temperatur zu den Flecken umzukehren, worauf wenigstens das 
Maximum 1906 hindeutet. Möglicherweise steht dieses im Zusammenhang mit dem sekundären Flecken 
minimum 1906, wie es schon bei Hinterindien und dem tropischen Amerika der Fall zu sein schien. Hier 
hebt sich auch wieder das Temperaturminimum 1898 in der Kurve ab, was in den Provinzen 7, 8 und 9 
nicht konstatiert werden konnte. Die B Wärme-Maxima treffen 1 — 2 Jahre vor den entsprechenden Tief 
ständen der Sonnenflecken ein. Die Summationsmethode ändert das Bild nur im letzten Teil erheblicher, 
die großen Züge bleiben gewahrt. 
11. Westliches Mittel-Europa. 
Die höchsten und tiefsten Kurvenpunkte fallen nicht in die verlangten Jahre, man könnte sogar von 
1879—1893 die T. K. als parallel der 8. K. ansehen. Auch die M. K. scheint diese Absicht zunächst auf 
recht erhalten zu wollen. Faßt man aber die Zeit 1884—1893 als Störungs- oder Umkehrperiode auf, so 
kann man etwa vermuten, daß die Temperatur die Tendenz hatte, gegen 1888 ein Maximum auszubilden, 
um dann bis 1894 zu fallen. Hieran wurde sie jedoch von einer Kältewelle von bedeutend stärkerer Inten 
sität gehindert, welche ihr Minimum 1889 hatte; dadurch erscheint natürlich das Jahr 1883 als Temperatur- 
Maximum. Sollte sich durch spätere Untersuchungen heraussteilen, daß tatsächlich das Temperatur-Maximum 
gegen 1888 durch ein tiefes Minimum einer andern Welle verdrängt wurde, - in Halle stieg z. B. das 
Jahresmittel 1889 auf 8.8° C, während es 1888: 8.1° betrug und fiel in den nächsten Jahren wieder, immer 
hin eine, wenn auch schwache Andeutung für den vermuteten Höhepunkt der Temperatur um 1888 — so 
eilt auch in diesem Gebiet die T. K. der S. K. um durchschnittlich 2 Jahre voraus. 
11a. Portugal. 
Die T. K. ähnelt in mancher Hinsicht derjenigen des Gebietes 11, nur macht sich durch den 
Kurvenabfall von 1882 die Kältewelle schon früher bemerkbar als im westlichen Mitteleuropa, was vielleicht 
auch durch den Umstand begünstigt wurde, daß nach der Regel über den Verlauf der Wärme die Tempe 
ratur in diesen Jahren sowieso fällen mußte. Im übrigen läßt sie mit Ausnahme des Maximums 1899 keine 
Beziehungen zur S. K. erkennen. Aehnlich verhält sich die 6. Summationsreihe.
	        
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