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Full text: 36, 1913

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte —- 1913, Xr. 3 
Da das gemäßigte Südamerika wenig Stationen mit langen Reihen aufweist und immerhin eine ziem 
lich große Fläche bedeckt, war ich gezwungen, auch eine 9jährige Reihe in Rechnung zu stellen, die von 
Mercedes Oriental, während sonst die untere Grenze in Gebieten mit dichteren Beobachtungsnetzen etwa 
von der 12-jährigen Reihe gebildet wurde. 
Für Pamplemousses auf Mauritius fand ich nur Abweichungen in 0 F, das Mittel selbst nicht, ich 
gebe sie umgerechnet in 0 C. Leider konnte ich für Ostafrika nur eine Reihe mit 9 und zwei mit 8 Jahr 
gängen auftreiben. Rodriguez hatte 1909: 2.3.5° C beobachtet, also eine Abweichung von —1.4°; da 
mir diese im Verhältnis zu Mauritius zu tief erschien, wurde sie nicht mit verrechnet. 
Apia entstammt der Arbeit Newcombs, daher ohne Angabe des Mittels. Für Westaustralien und 
Viktoria konnte ich keine Reihen bringen, da das Perth Observatory ganz im Gegensatz zu den übrigen 
englischen Aufzeichnungen nur Temperaturen von Grad zu Grad angibt, und der Monthly Weather Record, 
Melbourne von 1878 ab plötzlich seine Jahresübersichten einstellt und sicht nur mehr mit monatlichen Ueber- 
sichten befaßt. 
Die italienischen Reihen mußten leider schon 1898 mit Ausnahme derjenigen Orte abgebrochen 
werden, die eigene Veröffentlichungen herausgeben wie Rom, Mailand usw. 
in dem Monthly Weather Review, Washington, sind die Temperaturen der südlichen, atlantischen 
und inneren Vereinigten Staaten, Kalifornien und Nordwest Amerika in Graden Fahrenheit angegeben. Ich 
habe diese Angaben für die einzelnen Stationen direkt in meine Zahlentabellen übertragen, und erst bei der 
Zusammenfassung zu den betreffenden ganzen Gebieten die Umrechnung in Grade Celsius vollzogen. 
Die in Kassel beobachteten Temperaturen von 1869—1876 erschienen zu hoch, es betrugen z. B. die 
Abweichungen: 
1873: + 1.4° 1874: + 1.3° 1875: + 1.1° 1876: + 1.2° 
während diejenigen der umliegenden Stationen teils bedeutend niedriger, teils sogar negativ waren; ich konnte 
deshalb die Reihe erst von 1877 an gebrauchen; auch mußte während der Jahre 1904—1907 infolge neuer 
Thermometeraufstellung eine Korektion von etwa —0.25° angebracht werden, welche sich durch Vergleich 
mit Göttingen und Wiesbaden ergab. Die Temperaturen von Ulm: 
1874: 8.6° 1875: 8.4° 1876: 9 0° 
schienen im Hinblick auf Heilbronn und Karlsruhe etwas zu hoch, ich interpolierte sie auf bezw. 7.8°, 7.9°, 8.4°. 
Da die spanischen und portugiesischen Ergebnisse in einigen Jahren recht erhebliche Abweichungen 
von dem übrigen westlichen Europa besaßen, •— ich nenne hier vor allem Serra da Estrella, obgleich diese 
von 1893—1905 das Verhältnis zu den Sonnenffecken gut erkennen läßt —, so wurden alle die Stationen, 
die nicht zum Mittelmeergebiet gehören, zu einer besonderen Gruppe „Portugal“ zusammengefaßt. Doch 
mußte hierbei von einer Verwertung der Beobachtungen von Badajoz während 1869 —1875 abgesehen werden, 
da mir die Differenzen gegen die Abweichungen der benachbarten Stationen in dieser Zeit zu groß er 
schienen. 
Um die Reihe von Brünn zu einer vollständigen zu machen, mußte sie von 1896 ab durch diejenige 
von Brünn-Schreibwald fortgesetzt werden, denn die Berichte von Brünn brachen in diesem Jahre ab und 
fanden sich erst im Jahrbuch von 1903 wieder. 
Die Werte für Großbritannien entstammen dem Weekly Weather Report of the Meteorologieal Office, 
es ließ sich daher nicht vermeiden, daß einzelne Jahre zu 53 Wochen angesetzt werden mußten, doch ist 
die Phasenverschiebung dieser „wöchentlichen“ Kurve gegen die Jahreskurve zu gering, um bei dieser Unter 
suchung ins Gewicht fallen zu können. Die 101 Stationen, welche diese Reihe ausmachen, waren nicht 
einzeln aufgeführt, sondern bereits in 12 districts zusammengefaßt, deren Material ich nun wieder zu einem 
Gebiet kondensierte. Es erklärt sich daraus der Umstand, daß die Tabellen für Großbritannien keine ein 
zelnen Temperaturreihen aufführen. 
1897 wurde das Meteorologische Observatorium von Utrecht nach de Bilt verlegt, sodaß die Utrechter 
Reihe in diesem Jahre unterbrochen werden mußte und ihre Fortsetzung in der von de Bilt findet. 
Leider hat auch das Meteorologieal Service of Canada von 1891—1894 seine Berichte nicht versandt, 
wenigstens nicht nach Berlin und Hamburg, was um so bedauerlicher ist, als es das einzige für diese Gegend 
in Frage kommende Jahrbuch darstellt. Für vier Orte: Montreal, Quebek, Halifax und Sydney konnte ich
	        
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