Bewölkung und Sonnenschein des Mittelmeergebietes.
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dings nur schwach ausgeprägtem jährlichen Gange den April zum trübsten, den November zum relativ
trüben Monat. An der Küste der Südostecke Spaniens wechseln der Dezember und November einerseits,
April und März andererseits als Träger des Hauptmaximums ab. Stets sind aber in den entsprechenden
Monaten Nebenminima zu bemerken. Wie in Italien rücken auch auf der Iberischen Halbinsel nach
Süden zu Haupt- und Nebenmaxima im jährlichen Gange näher aneinander. Dem im Norden häufigen
Paare: April-Novernber entspricht an der Südspitze: Dezember-März, z. B. in Tarifa. Die folgende
Tabelle soll das Gesagte illustrieren und einen Vergleich mit der von Hann angeführten Tabelle für die
Verteilung der Niederschläge auf der Iberischen Halbinsel *) gestatten. Die Zahlen bedeuten Differenzen
zwischen den Monats- und den zugehörigen Jahresgruppenmitteln.
Tabelle 9.
Gruppe
I.
Nord
küste
II.
Atlant.
Küste
bis
Lissabon
III.
Inner
portugal
IV.
Küste
des Golfs
von
Cadiz
V.
Iberi
sches
Meer
VI.
Südost
küste
VII.
Südost
ecke
VIII.
Ost
küste
IX.
Ebro-
Becken
X.
Alt- u.
Neu-
Kasti-
lien
Januar . .
+3
+ 6
+ 5
+ 8
+ 3
+ 6
+ 3
+ 3
+ 8
+ 10
Februar . .
+4
+ 4
+ 6
+ 8
- 1
+ 6
+ 3
+ 2
+ 3
+ 3
März . . .
+ 2
+ 4
+ 8
+ 11
+ 7
+ 12
+ 12
+ 3
+ 4
+ 6
April . . .
+ 6
+ ß
+10
+ 7
+ 3
. + ö
+13
+ 6
+ 11
+ 6
Mai . . .
0
- i
+ 2
0
+ 5
- 2
+ 3
+ 5
+ 2
+ 3
Juni .
-3
— 7
- 6
-11
- 7
-12
- 9
- 5
- 6
- 8
Juli . . .
-6
-14
-24
-20
-14
-20
-24
-12
-16
-24
August . .
-7
-l(i
-24
-18
-11
-16
-19
- 8
-16
-22
September .
-5
- 4
0
- 5
- 4
- 6
- 1
+ 1
- 4
0
Oktober. .
+ 1
+ 3
+ 4
+ 5
+ 2
+ 5
+ 6
+ 4
+ 1
+ 3
November .
+2
+ 8
+ 7
+ 8
+ 13
+ 9
+ 7
+ 7
+ 4
+ 9
Dezember .
+4
+ 8
+ 7
+11
+ 7
+ 6
+ 7
+ 1
+ 7
+12
Jahresmittel
58
54
47
33
34
37
41
39
45
47
Die Tabelle beweist eine große Ähnlichkeit des jährlichen Ganges der Bewölkung mit der Nieder
schlagsverteilung über das Jahr. Allerdings entspricht dem absoluten Maximum des Niederschlags im
Frühling nur ein relatives Maximum der Bewölkung im Innern der Iberischen Halbinsel. Bei den starken
Gewitterregen des Frühlings, denen rasche Aufheiterung des Himmels folgt, ist das auch nicht zu ver
wundern.
Weit südwärts reicht mit Spanien das Gebiet mit Herbst- oder Frühlingsmaximum der Bewölkung.
Während Sizilien und Malta unter dem Einflüsse der bereits geschilderten Luftdruckverteilung ihr typisches
Dezembermaximum aufweisen, hat der Süden Spaniens den März zum trübsten, wenigstens zum relativ
trüben Monat. Der Grund liegt in der geschlossenen Landmasse der Iberischen Halbinsel, die, wie
Teisserenc de Bort nachweist 2 * * ), in den extremen Monaten eine eigene Luftdruck- und Windverteilung
hervorruft. Im Januar liegt ein Gebiet niedriger Temperatur und hohen Luftdruckes im Innern der Halbinsel.
Der Himmel heitert sich demzufolge auf und trübt sich erst nach dem April-Mai wieder, wenn das
Hochdruckgebiet seine Herrschaft aufgegeben hat und heftige Gewitter sich entladen 8 ). Im Sommer bildet
sich zwar ein Luftdruckminimum aus, dem von allen Seiten Seewinde zueilen; der Grad ihrer relativen
Feuchtigkeit wird aber über den erhitzten Tafelländern immer geringer. Beständig wolkenloser Himmel
stellt sich ein, getrübt nur durch die Kalina, jenen Staubnebel, der die Hochflächen der Halbinsel nur noch
] ) Hann, Handbuch der Klimatologie Bd. 3, 3. Auf!., S. 112 u. 113.
2 ) Teisserenc de Bort, Étude de la circulation atmosphérique sur les continents. Péninsule Ibérique. Annales
du bureau central Météorolog. de France 1879.
s ) Th. Fischer, Studien zum Klima der Mittelmeerländer. P. M. E. 58. S. 15/16.