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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. 1912, Kr. 2.
vom Dezember, in den es auf Malta sowie in ganz Süd- und Mittelitalien fällt, die Zeit seines Eintrittes
nach dem Herbst oder dem Frühjahr zu verlegen. So hat Italien nördlich des Arno und Metauro bis zum
Fuße der Alpen ein Novembermaximum. Daneben bildet sich an den eben bezeichneten Stationen ein
sekundäres Maximum im April, bei einigen sogar im Mai heraus, das an nördlicher und höher gelegenen
Stationen zum Hauptmaximum wird. Eine Auswahl charakteristischer auf die gleiche Periode (1880—96)')
begründeter Reihen der Differenzen zwischen Jahres- und Monatsmitteln der Bewölkung mag in Parallele
zu Hanns Niederschlagstabellen diese Verhältnisse beleuchten.
Tabelle 8.
Station
Lugano
Bergamo
Mailand
Neapel
Tropea
Messina 1 )
Malta
Dezember . .
- 4
+ 3
+ 9
+ 13
+ 12
+ 20
+21
Januar . . .
- 8
- 4
+ 4
+ 7
+ 11
+ 14
+ 15
Februar. . .
- 6
- 2
- 2
+ 7
+ 10
+ 16
+ 13
März....
_ 2
- 1
- 4
+ 10
+ 5
+ 9
+ 8
April . . .
+11
+ 8
+ 3
+ 13
+ 8
+ 9
+ e
Mai ....
+ 9
+ 6
+ 2
+ 2
0
- 2
0
Juni ....
+ 2
0
- 3
— 7
_ 9
-17
-16
Juli ....
- 7
-10
-13
-24
-22
-27
-30
August . . .
- 7
-10
-13
-22
-18
-23
-26
September. .
0
- 4
- 6
- 8
- 9
-11
-12
Oktober . .
+ 9
+ o
+ 5
+ 6
+ 4
+ 3
+ 7
November . .
+ 4
+ 9
+ 12
+ 6
+ 7
+ 12
+ 15
Jahresmittel .
48
48
58
42
49
45
38
Aus der Tabelle geht außerdem hervor, daß das in Oberitalien sich zeigende sekundäre Aprilmaximum
auch allen italienischen Stationen weiter südwärts bis an die Südspitze Italiens eigentümlich ist. Erst auf
Sizilien und Malta verliert es sich, indem es, mehr nach dem Februar rückend (Messina), schließlich sich
mit dem Hauptmaximum zu dem ausgesprochenen, für den Süden des Mittelmeergebietes typischen
Dezembermaximum verbindet 2 3 ).
Wir verfolgen zunächst das Gebiet, in dem das Maximum der Bewölkung im Frühling oder Herbst
eintritt, weiter. An die Poebene, in der, wie wir sahen, der November, weiter nördlich der April der
trübste Monat ist, schließen sich mit gleichem Verhalten die Stationen des Küstenlandes sowie Fiume an.
Hier findet unser Gebiet seine östliche Grenze, denn nach SE und E zu tritt mit großer Regelmäßigkeit
das Maximum der Bewölkung im Dezember ein. Nach W zu setzt es sich an der Riviera und in Süd
frankreich , wo das Hauptmaximum im November und ein sekundäres Maximum im April liegt, fort und
reicht nach Eifert 8 ) weit nach Frankreich hinein, indem es auch hier, wie in der Poebene die Tendenz
zeigt, in höher gelegenen Gebieten, vor allem im mittelfranzösischen Berglande, an Stelle des Neben- ein
Hauptmaximum im April auszubilden.
Diese Erscheinung kehrt nun besonders auf der Iberischen Halbinsel wieder. Während nur wenige
an dem östlichen Küstensaume liegende Plätze, wie die Stationen bei Barcelona, sodann Valencia, die
Gradfelder vor dem S- und SE-Rande und alle Stationen an der Westküste der Halbinsel neben einem
sekundären Maximum im April ihr Hauptmaximum im November, teilweise auch im Dezember haben, kehrt
sich dieses Verhältnis sofort um, wenn wir uns landeinwärts wenden. Teruel, Jecla, Jaen auf der Ost
hälfte, Vizeu, Guarda, Evora in Portugal haben das Hauptmaximum im April, ein sekundäres Maximum
im Oktober oder November. Erst ganz im Innern, in Alt- und Neu-Kastilien, fällt das Hauptmaximum
wieder auf den Dezember, bisweilen auch auf den Januar oder November, das sekundäre Maximum auf
den April, bisweilen auch auf Januar oder November. Der Nordrand der Halbinsel hat wieder bei aller
*) Für Messina konnte nur die Periode 1881—1903 zum Vergleich herangezogen werden.
2 ) Vgl. Kurventafel.
3 ) Eifert, a. a. O. S. 140.