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Volltext : 35, 1912

Bewölkungsverhältnisse  und  Sonnensclieindauer  von  Nordamerika.

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Orten  wird  der  Betrag  erhöht,  so  auf  30'  in  West-Californien  und  Süd-Dakota,  in  Nord-Illinois,  in  Maryland, ­
  in  Mississippi  und  Louisiana  und  in  Süd-Florida.
Im  Frühling  ist  eine  große  Veränderung  eingetreten.  Da  erweist  sich  größtenteils  der  Vormittag
als  der  sonnigere  Teil  des  Tages,  jedoch  nur  mit  einem  geringen  Mehr.  Nur  in  Ost-Colorado  steigert  sich
der  Unterschied  auf  45'.  Jetzt  beansprucht  der  Nachmittag  nur  an  der  Westküste,  wo  sich  im  Südwesten
die  Differenz  bis  zu  75'  steigert,  und  in  der  Region  südlich  der  großen  Seen  für  sich  die  längere  Sonnenscheindauer. ­

Oft  recht  erheblich  werden  die  Unterschiede  im  Sommer,  und  besonders  der  Nachmittag  offenbart
wieder  in  größerem  Umfange  seine  Überlegenheit.  So  ist  dies  der  Fall  an  der  Westküste,  wo  wir  in
Nordwest-Californien  Werten  von  120'  und  in  Südwest-Californien  gar  solchen  von  180'  begegnen.  Ähnlich
liegen  die  Verhältnisse  im  Süden  der  Seen  und  im  Nordosten  der  Union,  bloß  daß  sich  hier  die  Unterschiede ­
  nur  in  Oklahoma  und  in  West-Iowa  auf  45'  steigern,  sonst  sich  mit  höchstens  15'  begnügen.
Im  übrigen  Teile  verhilft  der  Vormittag  der  Sonne  zum  Siege,  besonders  an  den  Abhängen  des
Felsengebirges,  jedoch  in  größerer  Ausdehnung  nur  im  Osten,  wo  sich  die  Unterschiede  bis  auf  90'  in
Ost-Colorado  steigern.  Auch  im  Südosten  der  Vereinigten  Staaten  begegnen  wir  einem  gleichen  Gebiete.
Da  erhöhen  sich  die  Beträge  nur  bis  zu  75'.
Ein  anderes  Bild  tritt  uns  im  Herbste  entgegen,  nicht  nur  daß  die  Unterschiede  wesentlich  geringer ­
  werden,  sondern  auch  dadurch,  daß  fast  im  ganzen  Gebiete  die  Sonne  am  Vormittage  der  Menschen
Auge  länger  erfreut  als  am  Nachmittage.  Die  Differenzen  erhöhen  sich  auf  kaum  mehr  als  15',  nur  in
Idaho  und  Ost-Colorado  betragen  sie  30',  ja  in  West-Florida  gar  60'.
Diesmal  beansprucht  abermals  die  Westküste  eine  Sonderstellung.  Da  zeigt  sich  der  Nachmittag
mit  mehr  als  30',  ja  in  Südwest-Californien  gar  mit  75'  Unterschied  im  Vorteil.  Nur  West-Texas,  die  Südufer ­
  von  Erie-  und  Ontariosee  und  der  äußerste  Nordosten  des  Gebietes  haben  gleiche  Verhältnisse,  jedoch
mit  höchstens  15'  Unterschied.
Mit  vorhergehender  Betrachtung  ist  in  der  Hauptsache  das  erledigt,  was  uns  beim  täglichen  Gang
der  Sonnenscheindauer  interessiert.  Über  den  Verlauf  selbst  ist  nicht  viel  zu  berichten.  Vom  Morgen
bis  zum  Maximum  und  von  da  bis  zum  Abend  ist  er  regelmäßig.
9.  Zusammenfassung  der  Hauptmerkmale.
Am  Ende  der  Darstellung  der  Sonnenscheindauer  empfiehlt  es  sich,  nochmals  die  Haupttatsachen
kurz  aneinanderzureihen.  Deutlich  hebt  sich  der  Südwesten  als  äußerst  sonnig  hervor.  Dem  gegenüber ­
  stehen  Nordwesten  und  Nordosten,  wo  die  Sonne  bedeutend  an  Macht  verloren  hat.  Wenn  sie  in
Phoenix  3742 11  im  Jahre  Gelegenheit  hat,  die  Menschen  zu  erfreuen,  so  ändert  sich  dieser  Betrag  bis  zu
1338 11  in  Agassiz  und  1617 11  in  Durham  (Ont.).  Dies  bedeutet  einen  gewaltigen  Unterschied,  der  mit  in
der  nördlicheren  Lage  der  letzteren  Stationen  begründet  ist.  Die  Region  östlich  vom  Felsengebirge  zeichnet
sich  durch  die  geringe  Änderung  des  Betrages  von  Süden  nach  Norden  aus.  In  Oklahoma  City  scheint
die  Sonne  3034 ll  im  Jahre,  in  Bismarck  noch  2684 11  und  erst  in  Battleford  2092  ü
Durch  den  jährlichen  Verlauf  erhalten  wir  eine  Ahnung  davon,  daß  fast  allgemein  der  Winter  die
trübste  Jahreszeit  und  der  Sommer  den  Höhepunkt  im  Siegeszuge  der  Sonne  darstellt.  Die  jährliche
Amplitude  lehrt  uns  die  Schwankungen  kennen,  denen  im  Laufe  des  Jahres  die  Sonnenscheindauer  unterworfen ­
  ist.  Über  den  Charakter  der  einzelnen  Landschaften  unterrichtet  uns  die  spezielle  Schilderung.
Besonderer  Wert  ist  dem  täglichen  Gang  der  Sonnenscheindauer  beizulegen,  da  die  Bewölkung  nichts
Ähnliches  bietet.  Auf  frühere  Arbeiten  konnte  sich  diese  Darstellung  nicht  stützen,  da  die  oft  nur  kurzen
Angaben  zu  summarisch  gehalten  waren.
            
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