Jahresbericht Nr.14/1959
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Für die Herausgabe von 83 Seekarten wurden 268 Mißweisungsangaben ge
liefert und 47 "Gebiete unsicherer Mißweisung" bearbeitet. Für die Neuauf
lagen von 5 Seehandbüchem wurden die erdmagnetischen Beiträge und die
Mißweisungskarte für I960 bzw. 1965 gegeben.
Die Kartei der Meßpunkte und der Störungsatlas für "Gebiete unsicherer
Mißweisung" wurden wie bisher weitergeführt und vervollständigt. Für den
Neudruck eines Nautischen Lehrbuches wurden Weltkarten der Inklination
und der Horizontalintensität für die Epoche 1955 gefertigt.
c) Vermessungsaufgaben. Im Rahmen der geophysikalischen Untersuchungen
des tieferen Untergrundes der Nordsee wurden im Berichtsjahr wieder mehrere
Profile und Teilprofile der magnetischen Vertikalintensität vermessen.
Während in früheren Jahren stationsweise bei gestopptem Schiff gemessen
wurde, konnte in diesem Jahre während der Fahrt kontinuierlich registriert
werden. Die Pendelschwingungen der kardanisch aufgehängten Sonde sind durch
ein Ölbad stark gedämpft worden. Zusätzlich wurde eine elektrische Dämpfung
benutzt. Es hat sich gezeigt, daß eine Messung während der Fahrt mit höherer
Genauigkeit vorgenommen werden kann als bei nur kurze Zeit gestopptem Schiff.
Mit einem neuen Seegravimeter, einem von Prof. Graf in München neu ent
wickeltem Gerät der Askaniawerke, Berlin, wurden Schweremessungen auf See
durchgeführt. Das Instrument wird auf einer kreiselgestützten Stabilisie
rungsanlage im Drehpunkt des Schiffes aufgestellt, so daß auf Profilfahrten
die Schwere fortlaufend registriert wird.
d) Forschungsaufgaben. In Zusammenarbeit mit dem Institut für angewandte
Geophysik der Universität München wurden die Registrierungen des erdmagne
tischen Feldvektors auf "fliegenden Stationen" im nordwestdeutschen Raum
fortgesetzt. Es wurde im Jahre 1959 ein drittes Nord-Süd-Profil von der
Insel Neuwerk bis Beverungen vermessen. Die Ergebnisse der drei Profilmes
sungen geben schon einen flächenhaften Überblick über die örtliche Verschie
denheit von Erdströmen, die durch Induktion bei erdmagnetischen Bay-Störun-
gen verursacht werden. Die Untersuchungen sollen im kommenden Jahr fortge
setzt werden.
Mit der Auswertung der Registrierungen der Vertikalkomponenten der erd
magnetischen Pulsationen wurde begonnen. Die Untersuchungen erstrecken sich
im wesentlichen auf die Abhängigkeit der Amplituden von der Frequenz der
Pulsationen und auf Phasenbeziehungen zwischen den Komponenten. Es wird
vermutet, daß auch bei den Pulsationen der innere, induzierte Anteil eine
Rolle spielt.