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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 10 (1882)

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neben einander befindlichen Dekadenrubriken durch ein Kreuz (f) bemerkt, 
und die Beträge selbst in Tabelle II unter Kolumne ß, gleichfalls auf Zehn 
theile der Sekunde abgerundet, normirt sind. 
Der Einblick in die Gangtabellcn läfst sofort erkennen, dafs die vier 
ersten mit den Nummern: 1. (W. G. Ehrlich No. 389) 2. {M. Gcrlin No. 985) 
3. (W. Blocking No. 991) und 4. (Gcbr. Eppuer No. 223) bezeichneten Chronometer 
wesentlich hervorragen und dafs ihr Verhalten in der Prüfung ein „ausge 
zeichnetes“ gewesen ist. Ganz besonders ist dies bei den Chronometern 
No. 1 und 2 der Fall, und ist namentlich bei No. 1 die Leistung, welche der 
Verfertiger Herr Ehrlich mit seinem Chronometer erzielt hat, eine geradezu 
erstaunliche, und meines Wissens bisher auf dem Gebiete der Chronometer 
verfertigung noch nicht vorgekommen. Die äufserst kleinen Schwankungen, 
welche dieses Chronometer in seinen Gängen bei der Untersuchung gezeigt hat, 
sind vorwiegend auf eine höchst geringfügige Acceleration zurückzuführen, 
währond die Kompensation, eine kontinuirlich wirkende, als durchaus gelungen 
erscheint. Auch bei den Chronometern No. 2 und 3 scheinen die sehr un 
bedeutenden Abweichungen in den Gängen wesentlich von der noch vorhandenen 
kleinen Acceleration herzurühren. In Geinäfsheit des in dem Konkurrenzaus- 
sekreiben vom Juni 1881 seitens der Kaiserlichen Admiralität gemachten 
Anerbietens, wurden diese Chronometer, da sie den gestellten Anforderungen 
entsprechen, von der Admiralität um die nachstehenden Preise angekauft. 
1 W. G. Ehrlich 
No. 
389 zum 
Preise 
von 
1500 Mark 
2 M. Gerlin 
n 
985 „ 
S) 
w 
1200 „ 
3 W. Blocking 
y> 
991 „ 
n 
y> 
1000 „ 
4 Gcbr. Eppuer 
Tf 
223 „ 
r> 
r> 
1000 „ 
Es folgen hierauf die Chronometer No. 5—16 mit den charakteristischen 
Zahlen 38,2—45,8 Sekunden, denen bei der Vorzüglichkeit, mit welcher die 
Kompensation gelungen ist, das Prädikat: „von besonderer Güte“ gebührt. 
Die Reihenfolge ist — besonders bei den Instrumenten 6—8, 9—11 und 
12—13 — eine etwas illusorische, indem die dieselbe bestimmenden Zahlen 
wiederholt nur um wenige Ilundertthcile der Sekunde von einander abweicheu 
und etwaige kleine unvermeidliche bei den Vergleichungen vorgefallene Beob 
achtungsfehler die hier gegebeno Folge sofort alteriren würden. 
Als „recht gut“ und „gut“ sind ferner die Chronometer No. 17 bis 21 
zu bezeichnen, nur dafs die charakteristischen Werthe A -f 2 B bereits au- 
l'angon, gröfsere Beträge bis zu 56 Sekunden anzuuehmen. Die jetzt folgende 
letzte Gruppe umfafst die übrigen Chronometer von No. 22 bis 30. Während 
die ersteren derselben bis No. 26 noch für die Zwecke der Schiffahrt als 
„brauchbar“ bezeichnet werden dürfen, zeigen sich bei den letzten vier Uh reu 
die Einwirkungen einer mangelhaften Kompensation, verbunden mit starker 
Acceleration, in stetiger Zunahme begriffen, und es sind dieselben als in der 
Konstruktion verfehlt zu betrachten. 
Schliefslich fühle ich mich gedrungen, meine Ueberzeugung dahin aus 
zusprechen, dafs, wenngleich diese nunmehr beendigte fünfte Konkurrenzprüfung 
an Zahl der ciugelicfcrten Instrumente gegen die früheren um etwas zurück 
steht, diesolbe, was die allgemeine Güte der untersuchten Uhren anbelaugt, alle 
vorhergehenden übertrifft. 
Es sind nicht nur die eminenten, zum Theil bisher noch nie erreichten 
Leistungen einzelner Instrumente, welche mich zu diesem Ausspruch veranlassen, 
sondern es macht die grofse Anzahl ausgezeichneter Uhren und der auffallend 
geringe Procentsatz der mangelhaften Chronometer diese Prüfung meiner Ueber 
zeugung nach zu einer der interessantesten aller bisher, hier oder au 
anderen Orten abgehaltenen Konkurrenzpnifungcn, auch legt dieselbe meines 
Dafürhaltens ein eklatantes Zeugnifs ab für den wesentlichen Fortschritt, 
welchen die Chronometer-Industrie seit Einführung der Konkurrenzprüfungen 
auf der Seewarte in Deutschland gemacht hat. 
Hamburg, Mai 1882. 
George Rümker.
	        
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