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Volltext : 35, 1912

Bewölkungsverhältnisse  und  Sonneuscheiudauer  von  Nordamerika.

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Nach  Südwesten  zu  nehmen  die  Isoneplien  bis  zu  20  °/o  ab,  letztere  um  Yuma.  Während  die  für
40  °/o  nördlich  bis  zum  Süden  von  Oregon  und  östlich  bis  Oklahoma  sich  ausdehnt  und  längs  Mexicos
Westküste  ihre  Fortsetzung  erfährt,  stellt  sich  die  für  30  °/o  als  geschlossene  Kurve  dar,  die  nördlich
Sacramento  und  im  Südwesten  von  Neu-Mexico  ihre  Grenzen  hat  und  im  Westen  parallel  der  Küste  verläuft.
Nach  Nordwesten  zu  zeigt  sich  eine  Steigerung  auf  60  °/o  im  Westen  von  Washington  und  British
Columbia.  Nur  Agassiz  nimmt  mit  40  %  eine  Sonderstellung  ein.
Den  Nordosten  beherrschen  die  Isoneplien  von  60  °/o.  Als  geschlossene  Linien  ergeben  sie  sich  in
Wisconsin  und  im  Westen  von  New-York.  Ferner  heben  sie  New  Brunswick  als  heiterer  als  die  Umgebung ­
  hervor.

2.  Jährlicher  Gang  der  Bewölkung.
Den  jährlichen  Gang  der  Bewölkung  liest  man  am  besten  aus  den  Isonephenkarten,  die  recht  gut
die  Abnahme  bzw.  die  Zunahme  der  Himmelsbedeckung  erkennen  lassen.  Im  folgenden  sei  zuerst  den
Karten  der  einzelnen  Monate  Beachtung  geschenkt,  sodann  denen  der  Jahreszeiten,  da  diese  eine  kürzere
Übersicht  bieten  und  auch  in  dieser  Weise  die  Zusammenfassung  der  Stationen  zu  Typen  der  Bewölkung
gemäß  dem  Eintreten  der  Extreme  getroffen  worden  ist.  Zu  den  Karten  selbst  ist  zu  sagen,  daß  zunächst  alle
Mittel  benutzt  worden  sind.  Aus  den  gezogenen  Linien  ergab  sich  von  selbst,  daß  für  manche  Stationen
die  Beobachtungsreihen  doch  zu  kurz  waren  für  eine  richtige  Übersicht.  Auf  sie  konnte  und  mußte
Verzicht  geleistet  werden.  Da,  wo  die  Linien  punktiert  erscheinen,  ist  für  ihren  Verlauf  keine  Garantie
zu  übernehmen,  da  sie  entweder  bestimmt  sind  durch  die  kürzeren  Beobachtungsreihen  eines  dünnen
Stationsnetzes  wie  in  Mexico,  oder  sich  durch  Gebiete  ohne  Stationen  wenden,  etwa  durchs  Meer.
a)  Isonephenkarten  der  12  Monate  *).
Sommer  und  Winter  stehen  sich  gegenüber.  Der  Dezember  zeichnet  sich  durch  starke,  der  Juli
durch  schwache  Bewölkung  aus.  Die  Isonephenkarten  zeigen  deutlich  ein  Abnehmen  der  Bewölkung  vom
Dezember  zum  Juli  oder  ein  räumliches  Nordwärtswandern  der  Linien  gleicher  Bewölkung  und  für  den
anderen  Teil  des  Jahres,  vom  Juli  zum  Dezember,  das  Entgegengesetzte.
Im  Dezember  trennt  die  50  °/o-Isonephe  das  ganze  Gebiet  in  zwei  Teile,  den  nördlich  und  östlich
von  ihr  gelegenen  größeren  und  den  südlich  und  westlich  gelegenen  kleineren.  Im  ersteren  Falle  erreichen ­
  die  Linien  gleicher  Bewölkung  einen  Betrag  von  50  °/o  und  darüber,  im  anderen  bis  höchstens  zu
50  w /o.  Die  Linie  selbst  geht  südlich  von  Eureka  aus  und  wendet  sieb  in  nordöstlicher  und  östlicher  Richtung ­
  nach  Utah.  Sodann  kreuzt  sie  Wyoming  und  beschreibt  nordwärts  einen  Bogen  durch  Montana  und
Dakota.  Darauf  strebt  sie  dem  Süden  zu  zwischen  dem  90.°  und  100.°  W.  L.
Nördlich  von  ihr,  in  Alberta,  Assiniboin  und  Manitoba,  umschließen  gleiche  Linien  Gebiete  geringerer
Bewölkung.  Im  Nordwesten  der  Vereinigten  Staaten  verfolgen  anfangs  die  Linien  von  60  °/o  und  70  u /o
die  gleiche  Richtung,  suchen  aber  dann  den  Norden  in  British  Columbia  auf.  Am  Fuget  Sound  erfährt
die  Himmelsbedeckung  eine  Steigerung  bis  zu  80  °/o.  Nur  um  Agassiz  gehen  die  Isonephenwerte  bis
40  °/o  herab.
Östlich  der  Trennungslinie  sind  zwei  Gebiete  mit  stärkerer  Bewölkung  als  die  Umgebung  zu  unterscheiden, ­
  das  große  Seengebiet  und  Newfoundland.  Das  erstere  umrahmt  die  70  °,o-Isonephe,  innerhalb  deren
die  von  80  °/o  vorherrscht,  teils  kleinere,  seils  größere  Gebiete  umhüllend,  so  längs  der  Ostküsten  vom
Ontario-,  Erie-,  Huron-  und  Michigansee.  Weiter  ausgreifend,  südlich  bis  Tennessee,  verläuft  die  60  %-Isonephe
  konzentrisch  zu  der  von  70  °/o.  Zwischen  diesem  hervorgehobenen  Gebiete  und  dem  Nordosten
hat  in  New  Brunswick  die  60  °/o-Isonephe  ihren  Platz.  Im  Südosten  von  Newfoundland  herrscht  ebenso  wie
in  Sable  Island  eine  Bewölkung  von  80  °/o.  Von  Cuba  ausgehend  behauptet  sich  eine  50  °/o-Isonephe
längs  der  Ostküste  der  Union  bis  nach  Virginia.
Westlich  und  südlich  von  der  Hauptisonephe  nehmen  die  Linien  gleicher  Bewölkung  in  ihrem  Betrage ­
  ab.  Um  die  Isonephe  für  30%  in  Neu-Mexico,  Arizona,  Südost-Californien  gruppiert  sich  die  für  40  %,
die  parallel  der  von  50  °/o  verläuft.  Nur  biegt  sie  in  Coahuila  nach  Nordwesten  um  und  verläuft  vom
Südosten  von  Arizona  an  südöstlich,  zunächst  parallel  Mexicos  Westküste,  dann  dasselbe  durchkreuzend.

')  Tafel  2.

2*
            
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