Ergebnisse einer ozeauograplvisehen Forschungsreise in (1cm Atlantischen nnd dem südöstlichen Stillen Ozean.
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Rückreise das Minimum von ö-3 u /o in derselben Sftdbreite — 38 und 3(1° Süd, und allerdings 70 und 33°
West — fand. Auf der „Pangani“ ergaben die drei Tage vom 1 I. bis zum 10. November nur rund (jO°/o
Durchschnitt. Tagcsinittel um und unter 7 U", % wurden wiederholt gefunden.
c) Die Niederschläge.
Über die Niederst hlagsmessungen ist von einer einzelnen Reise wenig Zusagen. Sie wurden
vorgenonnnen, weil sie für die Verdunstungsuntersuelnmgen nötig waren, und um Material für später zu
gewinnen. Die größte auf der Ausreise beobachtete Niederschlagsmenge betrug 51,7 mm in der
Nacht zum 20. Oktober auf 12" Nord, 2b" West. Die Ursache war eine schwere Gewitterbö im Passat
gebiet. Im äquatorialen Stillengebiet wurden ähnliche Mengen nicht beobachtet. Das Maximum lieferte
am 25. Oktober eine halbstündige Bo mit 17,1 mm. Die beiden Pamperos am 0. und 13. November
brachten 5 und 15,2 mm. Fünf Tage später fielen bei Nordwinden vor einem schweren Südsturm 20,4 mm.
Sonst sind Mengen über 10 mm nur einige Male beobachtet, und auch Tagesmengen von 5 nun
und darüber sind relativ selten. Mir scheint es nicht unwesentlich, einmal darauf hinzuweisen.
Es ist zurzeit unmöglich, auf Grund von Beobachtungen die genaue Niedersehlagshöhe auf dem Meere zu
bestimmen, und man ist bei Bearbeitungen von Schiffsjournalen lediglich auf die Registrierung der Zahl der
Regennotierungen angewiesen. Daraus läßt sich nur der Prozentsatz der Tage oder Wachen mit liegen
berechnen. Der Schluß auf die Regenmenge ist schwer. Natürlich wird man ein Gebiet mit 80% Nieder-
schlagswahrscheinlichkeit für sehr regenreich halten, und so unter Umständen eine ganz - falsche Ansicht
über das zu durchfahrende Gebiet, haben. Das zeigt z. B. eine Betrachtung der Verhältnisse im Passat,
speziell im Südostpassat. Auf der „Pangani“ wurde häufig sofort nach einem Rogen fall die Menge bestimmt.
Dabei ergab sich im Passat, daß die häufigen kurzen Regenschauer, die oft mehrere Male am Tage über
das Schiff hinzogen, in vielleicht 50 % aller Fälle überhaupt keine meßbare, Menge lieferten. Erst stärkere
Schauer ergaben Mengen, die aber auch vielfach nur wenige Zehntel umfaßten, und selbst wenn im Schiffs
journal starker Regenschauer notiert worden war, so wurden meist nur 1 2 nun gefunden. Von den
10 Tagen im Südostpassat, waren nur 2 ohne Niederschläge, die Regenhäufigkeit also 80°/o. Die Menge war
aber sehr gering und durch schnell vorüherzichende Schauer verursacht, die den Gesamtcharakter des
sonnigen Passatwetters nicht veränderten. Andererseits war die Regenhäufigkeit im Stillengebiet
mit gleichfalls 80% nicht größer, die Regenmengen dagegen beträchtlich größer und der Himmel war
meistens bedeckt. Die Regenverhältnisse waren also ganz anders, was in der prozentualen Zahl nicht zum
Ausdruck kommt.
Auf der Tafel I sind zwei typische Regenwolkenaufnahmen aus diesen beiden Gebieten wieder
gegeben. Einmal die niedrigen Südwestmonsunwolken des äquatorialen Kalmengürtels, die oft lauge Zeit,
die Sonne nicht durchkommen lassen und täglich größere Regenmengen liefern. Das Gegenstück ist die
schnell vorüberziehende Passat,büwolke, die nur sehr kurze und meist schwache Schauer bringt 1 ).
'} Diese Eigonaufnahmen sind verkleinert auch im lieft 44 der Sammlung ..Meereskunde“ zusammen mit weiteren
Aufnahmen veröffentlicht.