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Full text: 34, 1911

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Ans dem Archiv der Deutschen Seewürfe. 1910, Nr. 2. 
Vorwiegend wurden positive Differenzen beobachtet; das Meer ist meistens wärmer als die Tai ft. 
Eine Ausnahme machen eigentlich nur die höheren Breiten, denn zwischen dem 10. Grad nördlicher und 
südlicher Breite sind die Mitteldifferenzen alle positiv. Auch von sämtlichen Einzelwerten in den Passaten 
und im Stillengebiet ist nur ein einziger •— am 5. November —0,2° — negativ. II. Mover erhielt gleich 
falls auf der Aus- und Heimreise in diesen Breiten, mit je einer Ausnahme, positive Werte, lvöppen 
berechnete früher nach Schiffstagebüchern für das Gebiet von 20° Nord bis 10° Süd im Atlantischen 
Ozean die Differenz 0,2—0,!}°. Schott fand für das Gebiet zwischen den Wendekreisen 0,75° und 
Brennecke nach Meyer 0,64. Die Panganibcobachtungen ergeben sogar 1,15°, so daß also weitere 
Messungen erwünscht sind. 
Negative Werte scheinen in dem Gebiet von 40—50° Süd die Hegel zu bilden, während im Kap 
Horn-Gebiet die Differenz positiv ist. Aus den Beobachtungen Meyers, die zu Tagesmitteln znsammon- 
gefaßt sind, berechne ich in diesem Gebiet für die Ausreise +0,2, für die Heimreise —0,2°. Obwohl 
die Schwankungen der Differenz beträchtlich sind, scheinen also doch im Mittel hier Luft- und Wasser 
temperatur verhältnismäßig wenig zu differieren. 
In dem Gebiet zwischen der Südgrenze des Südostpassates und dem ln. Breitengrad erfolgt der 
Übergang vom Brasilstrom in den Falklandstrom. Das Gesamtmittel der Differenz, das + 0,4 0 ist, verdeckt 
die Einzelheiten. Es halten sich hier positive und negative Werte ungefähr das Gleichgewicht, erreichen 
aber beide hier ihre Maxima von +8,5° und — 2,1 °. Derartige Differenzen wurden sonst nirgends 
beobachtet *). Bei dem Zustandekommen der Differenzen spielt der Wind eine Holle. Nordwinde führen 
warme Luft über den kalten Falklandstrom, Südwinde kalte Luft über den warmen Brasilstrom. 
Sonst ist noch zu bemerken, daß in der Nähe der nordehilenisehen Küste die Differenz infolge des 
kalten Auftriebwassers negativ ist. Die Segler halten sich in beträchtlichem Abstand von der Küste, so 
daß nur vor den Häfen negative Differenzen beobachtet worden. Dagegen laufen die Dampfer dicht unter 
der Küste, und es wurde deshalb bei der Fahrt Iqnique—Valparaiso und in den Häfen Caleta Buena und 
Mejillones auf dem Postdampfer „Khakotis“ ein mittlerer Unterschied von —2,5° gefunden. Ein solcher 
Mittelwert wäre für den offenen Ozean ganz abnorm. 
b) Die relative Feuchtigkeit. 
Da die meisten Standpsyclirometerbcobachtungen zu verwerfen sind und Aspirationspsvehrometer- 
werte nur von wenigen Reisen vorliegen, so kommt den rund 200 Einzelbeobachtimgen mit dem Ass 
mann sehen Aspirationspsvehrometer, die auf der Ausreise der „Pangani“ gemacht wurden, ein gewisser 
Wert für die Kenntnis der relativen Feuchtigkeit auf dem Meere zu. 
Die Beobachtungen sind wieder zu Mittelwerten für die einzelnen Klimagebiete znsammongofaßt. 
Für jedes Gebiet ist außerdem der höchste und der niedrigste Wert angegeben. 
Tabelle 27. 
Gebiet 
Zahl der Be 
obachtungen 
Mittlere relative 
Feuchtigkeit 
I höchster 
Wert 
Niedrigster 
Wert 
Bis 40° nördi. Br. , 
20 
33,2 °/o 
95 »/• 
08 °/ u 
40° bis Nordostpassatgrenze. . . 
14 
78,8 „ 
5*4 „ 
05 „ 
Nordostpassat 
38 
70 
93 „ 
04 „ 
Stillengebiet 
19 
81,3 „ 
90 „ 
73 
Südostpassat 
32 
78,8 „ 
91 
' 1 ?? 
70 „ 
Südostpassatgrenze bis 40° südl. Br. 
31 
78,7 ., 
94 „ 
51 „ 
40—50° südl. Br 
15 
82,7 „ 
97 „ 
60 „ 
50—50° südl. Br. (Kap Horn) . . 
39 
78.9 
91 „ 
00 „ 
50—40° südl. Br 
14 
87,1 „ 
95 „ 
62 „ 
40° bis Valparaiso 
11 
74,1 „ 
90 „ 
61 „ 
Valparaiso bis Tocopilla .... 
13 
78,2 „ 
92 „ 
66 „ 
') Einzel werte siml aus den Tabellen im II. Abschnitt, 4. Kapitel zu entnehmen.
	        
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