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Full text: 34, 1911

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. 1911, Nr. 1. 
und Figur zeigt die große Regelmäßigkeit, die besonders in der Kurvendarstellung 
9- 
schön 
Tabelle 
hervortritt. So ist z. B. die Verdunstung morgens von 2 — 6 Uhr schon wieder etwas höher, 1,26 mm 
gegen 1,14, als von 10—2 Uhr nachts. Dieser Versuch fiel in den Südostpassat. Tn anderen Gebieten, 
wo die die Verdunstung beeinflussenden Faktoren größeren Schwankungen in kürzerer Zeit unterworfen 
sind, erhält man natürlich einen unregelmäßigeren Verlauf. Deshalb ist auch das Verhältnis der 
Tages- zur Nacht Verdunstung, in dem hauptsächlich die Wirkung der Temperatur und der Be 
strahlung zum Ausdruck kommt, sehr schwankend. Am 4. Oktober 1908 verdunsteten tagsüber bei Süd 
süd westwind 3—4 und häufigen Staubregen 3,3 mm, nachts aber bei Wind 5—6 und einer 10 °/o niedrigeren 
relativen Feuchtigkeit 4,0 mm. Entgegengesetzt lagen 
die Verhältnisse am 28. November bei Kap Horn; am 
Tage 1,35 mm, in der Nacht 0,03 mm. Im allgemeinen 
findet man aber, daß bei sonst gleichen Verhält 
nissen in der Nacht die Verdunstung '/3—*/2 der am 
Tage beträgt 
So groß ist also der Einfluß der Tempe 
ratur und der Sonnenbestrahlung. Es wurden im ganzen 
an 16 Tagen in allen Klimagebieten zwölfstündige Be 
obachtungen angestellt, und diese ergaben als Mittel 
3,9 mm Verdunstung am Tage gegen 1,55 111m in der 
Nacht, also etwa 4 : 1,6. Dieses Verhältnis wurde unter 
gleichzeitiger Berücksichtigung der übrigen Umstände 
benutzt, um an den Tagen, an denen aus irgendwelchen 
Gründen, wie plötzliche Regengüsse, Spritzer, Beschädi 
gungen der Apparate bei Segelmanövern usw., nur 
12 Stunden beobachtet werden konnte, Werte für 
24stündige Verdunstung zu berechnen. Allerdings sind 
diese Zahlen dann als nicht völlig einwandsfrei gekenn 
zeichnet, obwohl sie sich ausnahmslos in die übrigen 
Werte gut einfügen. 
Durch den Verdunstungsprozeß an der Oberfläche der Meere wird eine Zunahme der 
Dichte der obersten Wasserteilchen erfolgen. Es fragt sich nun, ob an der Oberfläche eine Anreicherung 
mit schwereren Teilchen stattfindet, oder ob ein sofortiges Herabsinken eintritt. Schott 1 ) war, wie seine 
Berechnung der Tiefe, bis zu der durch die Verdunstung schwerer gewordene Teilchen sinken, zeigt, ersterer 
Meinung, während Krümmel 3 ) dem entgegentritt. Um die Frage zu klären, wurden Beobachtungen mit 
einem größeren zylindrischen Gefäß von 35 cm Tiefe und 315 qcm Verdunstungsoberfläche, das 10 1 Wasser 
faßte, angestellt. Das Gefäß hing neben dem Normalgefäß auf dem Achterdeck, und es wurden aus ihm 
direkt an der Oberfläche, in der Mitte und auf dem Grunde zu bestimmten Stunden mittels Pipetten 
Wasserproben zur Titration entnommen sowie die Temperaturen gemessen. Die Titration erfolgte am Tage 
sofort, von den Nachtbeobachtungen später. 
Tabelle 18. 
31. Oktober bis 1. November 1908. 
Fig. 3. 
21. X. 
1908 
i\ l U a 
9 a 
10 1 / 
4 a 
12 , m p 
3>/< 
P 
8] 
3 
6 V 4 a 
S °/oo 
t ü 
S °/oo 
t° 
S°/oo 
t° 
S °/oo 
t° 
S°/oo 
t u 
S H /oo 
t° 
S °/oo 
Oberfläche 
31,99 
27,2 
35,08 
— 
35,12 
30,2 
35,28 
29,1 
35,44 
29,0 
-*) 
26,1 
35,75 
25,7 
Mitte . 
34,99 
27,2 
— 
— 
35,12 
30,2 
35,25 
29,1 
35,50 
— 
— 
— 
— 
— 
Boden . 
34,99 
27,2 
— 
— 
35,17 
30,2 
35,32 
29,1 
35,53 
28,8 
35,62 
26,1 
35,75 
25,7 
*) Flasche mit Probe zerbrochen. 
*) Valdiviawcrk, S. 183 ff. 
2 ) Handb. d. Ozeauogr., S. 394.
	        
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