accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 34, 1911

21 
Die geographische Verbreitung der monatlichen Barometerschwankungen. 
Turuchansk repräsentiert wieder ein Gebiet maximaler Schwankungen, der Nordosten und das Zentrum 
Asiens haben gleichfalls wie bei mir niedere Schwankungen. 
Die höheren Schwankungen im Westen Sibiriens könnten nach Woeikof 1 ) durch Zyklonen des 
Atlantischen Ozeans verursacht sein, während der Osten von diesen durch Gebirge geschützt wird, wie in 
ähnlicher Weise ja auch Indien diesen orographischen Schutz genießt. Für das merkwürdige Verhalten 
der Isometabolen an der asiatischen Ostküste macht Woeikof 1 ) das Zusammenwirken der pazifischen 
Zyklonen und der asiatischen Antizyklonen geltend. 
Die klimatische Parallelität der Ostküsten Amerikas und Asiens findet in diesem Verhalten der 
Kurven ihren Ausdruck. 
In Südamerika tritt der Gegensatz der West- und Ostküste auch bei den Isometabolen deutlich 
hervor. Die Kurven ähneln sich hier noch am meisten. 
Beim Vergleich der Nordsommerkurven sehen wir ähnliche Beziehungen. Auf Karte 4 hält sich 
z. B. die 3,5-mm-Isometabole im Bezirk des Meeres, indem im Westen das grönländische Maximum be 
stimmend auf den Kurvenverlauf einwirkt. Als bemerkenswert führt Balir * 2 3 * ) den steilen Anstieg der 3-nnn- 
Isometabole an, indem er die niederen Schwankungen der Ostsee und Schwedens den höheren der britischen 
Inseln gegenüberstellt. Wir können auch die geringeren Schwankungen der Ostsee in Beziehung bringen 
zu den stärkeren Schwankungen der atlantischen Seite Skandinaviens. Würden wir auf Karte 2 zwischen 
den isobarometrischen Linien von 20 und 24 mm noch einige Linien einzeichnen, so würden diese ähnlich 
steil ansteigen wie die Isometabole von 3 mm und somit die ozeanischen britischen Inseln und das 
ozeanische Norwegen von dem mehr kontinentalen Schweden und Finnland abheben. Es braucht dann 
der Versuch, die größeren Schwankungen der britischen Inseln aus der Zyklonenhäufigkeit erklären zu 
wollen, nicht gemacht zu werden; denn im Sommer tritt der Fall ein, daß über den britischen Inseln 
die Zyklonenhäufigkeit ein Minimum erreicht, dieselbe aber über der Ostsee bedeutend größer ist, somit 
dem Erwarten nach das umgekehrte Verhältnis eintritt. Vielmehr müssen wir auch, wie Bahr richtig 
bemerkt, neben der Häufigkeit der Zyklonen auch ihre Tiefe berücksichtigen. Diese ist im Bereiche 
der Ostsee nur mäßig, was dann ein weiterer Grund für den eigentümlichen Verlauf der 3-mm-Isometabole 
sein kann. 
Die übrigen Kurven verraten dem Charakter nach keine wesentlichen Abweichungen. Vielmehr 
zeigen die südamerikanischen Isometabolen sehr schön den ozeanischen und kontinentalen Gegensatz. Auf 
beiden Karten (3 und 4) heben sich die Kurven nach dem Innern zu, während bei den Kurven des süd- 
amerikanisehen Sommers diese Eigenschaft fehlt oder doch nicht in dem Maße hervortritt. 
Man kann sowohl die eine wie die andere Methode anwenden und muß sich nur der Eigenschaften 
derselben bewußt sein. Bei der interdiurnen Luftdruckschwankung werden zufolge des kleineren Zeitraumes 
auch die kleineren Druckschwankungen mit in Rechnung gezogen, bei den monatlichen Luftdmckschwan- 
kungen kommen sie jedoch nicht zum Ausdruck. Wo daher ein häufiger Zyklonen- und Antizyklonen 
wechsel stattfindet, wird die interdiurne Luftdruckschwankung dies eher anzeigen als die monatliche. So 
ist es in Nordamerika. Dort ziehen die Minima, wie schon erwähnt, doppelt so rasch als bei uns. New 
York rangiert in bezug auf die Größe der interdiurnen Luftdruckschwankung hinter Island und Labrador, 
während es hinsichtlich der monatlichen Luftdruckschwankung den nordeuropäischen Stationen nachsteht. 
Weiterhin sind zur Ergänzung und zum Vergleich die Linien gleicher mittlerer Abweichung des 
Luftdruckes, wie sic Koppen 8 ) seinerzeit entworfen, in die Karten (3 und 4) eingezeichnet. Koppen hat 
in seiner Arbeit nachgewiesen, daß die mittlere Abweichung vom Normalbarometerstande mit der Größe 
der monatlichen Barometerschwankung so nahe proportional sich verhält, daß beide, wenigstens in außer 
tropischen Gegenden, stellvertretend für einander eintreten können. Im Mittel der zwischen dem Felsen 
gebirge und dem Ural gewählten Stationen der außertropischen Gebiete war das Verhältnis der monatlichen 
Schwankung zur mittleren Abweichung 4.5 für den Winter, 4.7 für den Sommer. Sie zeigen uns ebenfalls 
die charakteristischen Eigentümlichkeiten des östlichen Nordamerikas und des Kontinents Europas. 
’) a. a. O. S. 8. 
2 ) Bahr, a. a. 0. S. 57. 
3 ) Koppen, W., Die mittlere Abweichung der einzelnen Barometerablesung vom Normalwert und deren Verhältnis 
zur monatlichen Barometerschwankung. Meteorolog. Zeitschrift 1893.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.