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Full text: 34, 1911

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. 1911, Nr. 4. 
häufigen Wechsel derselben im Osten ist bekannt. Südwärts wird bei der ungemeinen Zuspitzung des 
Kontinentes und der Abnahme der Andenhöhe die Gegensätzlichkeit jedoch hinfällig. 
Südafrika zeigt keine anomalen Verhältnisse. Es hat mit Australien gemein, daß sich die isobaro- 
metrischen Linien im Innern aufbiegen, eine Erscheinung, die auch im Innern Südamerikas im Südwinter 
deutlich auf tritt. Die Vermutung hegt nahe, daß trotz der Höhenlage auch für Afrika dasselbe gilt wie 
für die beiden anderen Südkontinentc, daß nämlich in den Tropen die Kontinente und somit auch dieser 
die größeren Druckschwankungen haben. 
Betrachten wir die Verhältnisse im Nordsommer, so muß die Gegensätzlichkeit der Ost- und West 
küste Nordamerikas bestehen bleiben, wenngleich nunmehr wegen der über den nördlichen Breiten 
kulminierenden Sonne die Gegensätze erheblich geringer sind. Eine ähnliche Abschwächung zeigen in Ost 
asien die isobarometrischen Linien. Sie haben nicht den scharfen meridionalcn Verlauf wie im Winter. 
Eine Verminderung thermischer Unterschiede erzeugt eben auch geringere Druckdifferenzen. Relativ groß 
sind die Schwankungen in Zentralasien und dem Iran, d. h. dort, wo sich der Kern der großen asiatischen 
Zyklone befindet. Die isobarometrischen Linien nähern sich daher von Mittel- und Osteuropa in östlicher 
Richtung wieder mehr dem Äquator. Über die Südkontinente ist das Nötige bereits gesagt und dürfte 
nichts weiter hinzuzufügen sein. 
c) Vergleich des Verlaufes der isobarometrischeu Linien mit demjenigen der Kurven von Kämt/., 
Koppen, Jlahr-Woeikof und Lockyer. 
Im folgenden wollen wir nun sehen, inwieweit diese gewonnenen Kartonbilder Übereinstimmung zeigen 
mit den älteren von Kämtz und Koppen auch nach der Methode 1 entworfenen, sowie mit den von Köppcn 
nach der Methode 3 und von Bahr-Woeikof und Lockyer nach den Methoden 4 und 5 hergestellten. 
Kämtz’ Karte gibt aus Mangel an genügendem Material nur ein rohes Bild, doch treten die Abnahme 
der Schwankungen vom Äquator nach den Polen, die größere atmosphärische Ruhe des asiatischen Kon 
tinentes gegenüber dem europäischen sowie die relativ starke Bewegung der Luft im östlichen Nordamerika 
auch hier schon auf. Australien und der Indische Ozean zeigen bei ihm größere Schwankungen als Afrika, 
was er dem Monsumwechsel zuschreibt. 
Um die Schwankungsgrößen zu vergleichen, habe ich für einige Stationen aus möglichst verschiedenen 
Breiten und Längen die Kämtzschen Daten lierausgezogen und sic in Tabelle 4 nebenstehend meinen 
Tabelle 4. 
Vergleich einiger Stationen hinsichtlich der Scliwankungsgrößen. 
Kontinent 
Station 
S c hwankungi 
W. ; Fr. S. 
g r ö ß e n 
H. Mittel 
Bemerkungen 
Nordamerika . . .- 
Charleston 
(f = 32 0 47 ' N. 
¿==79 0 ób' W. 
20.1 17.1 9.0 
23.0 18.6 10.4 
16.0 15.6 
16.9 17.2 
I. Kämtzsche Daten. 
Periode 5 3 /* Jahre 
II. Meine Daten. 
Periode 10 Jahre 
Cambridge 
rf = 42° 23' N. 
¿ = 72» 17' W. 
32.2 26.4 20.1 
35.3 26.4 16.8 
26.6 26.3 
26.9 26.4 
Periode 8 Jahre 
1 Daten v. Boston in nahezu 
1 gleicher geograph. Lage. 
| Periode 10 Jahre. 
Fort Churchill 
cp = 58° 51' N. 
/1 = 94° 11' W. 
30.7 24.8 18.7 
30.5 30.2 : 22.3 
; 
25.5 24.9 
28.7 27.9 
Periode 1 Jahr 
„ 9 Jahre 
Nain 
cp = 56 0 33' N. 
¿ = 61° 41' W. 
40.6 30.2 24.4 
39.2 31.6 25.3 
34.6 32.5 
32.5 32.2 
Periode 3 Jahre 
„ 10 Jahre
	        
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