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Volltext : 34, 1911

Die  geogrüphisehe  Verbreitung  der  monatlichen  Bnrometersellwaukungen.

1]

alaskische  hat  seinen  Schwerpunkt  im  ßeringsmeerc,  das  isländische  lagert  S-förmig  über  dein  Nordatlantischen
  Ozean,  während  das  sibirische  in  der  Gegend  der  neusibirischen  Inseln  zu  suchen  sein  wird.
Oie  größten  Oszillationen  auf  der  südlichen  Halbkugel  hat  die  Station  Kerguelen  in  49°  S  Br.  mit
40  nun,  während  an  zweiter  Stelle  Laune  Island  mit  43  mm  steht.  Wir  sehen  somit,  daß  diese  Größen  denen
der  Nordheinisphäre  im  Winter  wenig  nachstehen.  Das  antarktische  Festland  fällt  jedoch  außerhalb  des
Bereichs  dieser  größten  Bewegungen  des  Barometers.  Die  Maxima,  deren  Bezirke  wir  hier  nicht  näher
fixieren  können,  weil  einerseits  nur  festländisches  Material  benutzt  ist  und  andererseits  von  den  siklatlantischen
  und  südindischen  Inseln  keine  Beobachtungen  vorliegen,  scheinen  also  auf  dieser  Halbkugel
die  Meere  zu  beherrschen.  Punta  Arenas  mit  35  mm  bleibt  noch  etwa  10  mm  unter  den  durchschnittlich
größten  Beträgen.  Nach  alledem  gehen  wir  wohl  nicht  fehl,  wenn  wir  die  Wasserzone  zwischen  dem
50.  und  60.  Breitenparallel,  wie  dies  im  Eingänge  schon  erwähnt  ist,  als  das  Gebiet  der  größten  Unruhe  des
Barometers  auf  der  südlichen  Halbkugel,  ja  vielleicht  der  ganzen  Erde  ansehen.  Bezüglich  der  Schwankungsminima
  haben  die  von  mir  für  die  Karte  1  aufgestellten  noch  Bestand.  Jedoch  tritt  in  dieser  Saison-  auch
Afrika  mit  geringen  Schwankungen  auf  den  Plan,  so  namentlich  die  Küsten  der  Bucht  von  Guinea.  Die
tropischen  Schwankungszonen  haben  sich  nunmehr  nach  Norden  verschoben.  Die  4-mm-Schwankungslinie
  schneidet  in  ca.  24  0  N.  sogar  die  Bahamainseln.  Die  Gegensätzlichkeit  der  Küsten  Nordamerikas
ist  jetzt  stark  vermindert,  das  relative  Golfmaximum  hat  jedoch  Bestand.  Im  Innern  des  Kontinentes
machen  sich  größere  Druckschwankungen  geltend,  die  etwa  mit  denen  der  atlantischen  Küste  korrespondieren, ­
  während  südlich  von  den  Seen  die  Schwankungen  niedriger  sind,  so  daß  die  isobarometrischen
Linien  den  Kontinent  in  einer  Doppelwelle  durchsetzen.
Ostwärts  zeigen  sie  wieder  die  Tendenz,  höhere  Breiten  zu  gewinnen,  wodurch  besonders  die  20  mm-Linie
  sich  auszeichnet.  Der  meridionale  Verlauf  der  Linien  in  Ostasien  hat  auch  in  dieser  Saison  statt.
Auf  der  südlichen  Halbkugel  zeigen  die  drei  Südkontinente  übereinstimmend  die  größeren  Druckschwankungen ­
  im  Innern.  In  Südamerika  haben  die  Linien  nicht  den  so  scharfen  meridionalen  Verlauf
wie  im  Winter,  doch  machen  sich  im  Innern  größere  Bewegungen  gegenüber  der  Ostkliste  geltend.  Die
Gegensätze  der  Küsten  bleiben  bestehen,  wennschon  im  Süden  in  der  Gegend  des  40.  Breitcnparallels
ein  Ausgleich  ziemlich  angestrebt  wird.  Auch  Afrika  weist  im  Innern  größere  Schwankungen  auf  als  an
den  Küsten.  Eine  auffallend  niedrige  Schwankuugsgröße  fiat  Tananariva.  In  Australien  sind  die  Gegensätze ­
  zwischen  Küste  und  Innerem  gleichfalls  scharf  ausgeprägt.  Der  Verlauf  der  Linien  ist  hier  im  ganzen
ein  dem  des  Nordwinters  analoger.
Überblicken  wir  nun  den  Verlauf  der  isobarometrischen  Linien  auf  beiden  Karten,  so  kommen  wir
leicht  zu  dem  Schluß,  daß  die  unregelmäßige  Verteilung  der  Schwankungsgrößen  auf  der  Erde  nur  durch
die  eigenartige  Gruppierung  der  festen  und  flüssigen  Oberfläche  bedingt  sein  kann.  Wir  haben  soeben  gesehen, ­
  daß  im  Südwinter  die  Südkontinente  in  höheren  Breiten  kleinere  Schwankungen  haben  als  die
Ozeane.  Das  gilt  natürlich  auch  für  die  Nordheinisphäre,  speziell,  im  Nordwinter.  Dagegen  ist  bemerkenswert, ­
  daß  in  den  niederen  Breiten  die  Kontinente  eine  größere  Unruhe  der  Atmosphäre  zeigen  als  die
Ozeane.  Was  für  den  Winter  zutrifft,  gilt,  aneli  für  den  jeweiligen  hemisphärischen  Sommer,  nur  treten
im  hemisphärischen  Winter  diese  Gegensätze  schärfer  hervor.  Ein  paar  Beispiele  hierfür  lassen  sich  leicht
finden.  So  haben  Madeira,  die  Azoren  und  Island  größere  Schwankungen  als  die  östlich  davon  gelegenen
Kontinente  in  gleicher  Breite  im  Nordwinter,  im  Südwinter  die  Seychellen  und  St.  Helena  kleinere,  Juan
Fernandez  dagegen  größere.  Klarer  wird  diese  Tatsache  noch,  wenn  man  die  mittlere  monatliche  Schwankung
des  Barometers  für  jeden  Zehntelgrad  der  Breite  für  Ozeane  und  Kontinente  getrennt  berechnet,  wie  dies  in
nebenstehender  Tabelle  3  geschehen  ist.  Man  ersieht  daraus,  daß  bis  zum  20.  Grad  der  Breite  im  Winter
und  bis  zum  30.  Grad  der  Breite  im  Sommer  die  Ozeanschwankung  kleiner  ist  als  die  Fcstlandschwankung,
dann  aber  mit  wachsender  Breite  erster»  rasch  das  Übergewicht  gewinnt.  Diese  aus  Meridianschnitten  gewonnenen ­
  Werte  gestatten  weiter  auch  zu  berechnen,  für  welchen  Grad  der  Breite  die  isobarometrischen
Linien  als  normal  gelten  können.  Diese  Normalen  sind  von  mir  berechnet  und  auf  den  Karten  gestrichelt ­
  eingetragen.  Mittelst  Schnittpunktbestimmungen  dieser  Normalen  mit  den  isobarometrischen  Linien
gewinnt  man  dann  die  Isanomalen,  welche  rot  ausgezogen  sind  und  die  Gebiete  zu  hoher  resp.  zu
niedriger  Barometersehwankungen  prägnant  hervorheben.
Nun  tritt  hei  Betrachtung  der  Karte  1  der  relativ  stärkste  Schwankungsbezirk  der  Nordhemisphäre,
nämlich  die  Ostküste  Nordamerikas,  deutlich  hervor.  Die  Isanomale  +  8  findet  sich  auch  nur  an  dieser
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