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Full text : 34, 1911

L
Täglicher  Gang  der  Temperatur.

1.  Das  Beobachtungsmaterial.
Von  den  in  Tabelle  I  angeführten  Stationen  finden  mehrstündliche  Temperafcurbeobachtungen  nur
auf  den  vier  Hauptstationen:  Madrid,  Coimbra,  Lissabon  und  San  Fernando  statt.  Die  vier  Stationen  aber
„repräsentieren  vier  wesentlich  verschiedene  klimatologische  Typen:  Madrid  den  eines  zentralen  Plateaus,
Coimbra  den  Übergang  vorn  kontinentalen  zum  maritimen  Klima,  Lissabon  ist  eine  durch  lokale  Verhältnisse ­
  modifizierte  Küstenstation,  San  Fernando  endlich  der  reine  Typus  des  unter  dem  direkten  Einfluß
des  Meeres  stehenden  Litoralklimas  in  der  Mediterranzone“  1 ).
In  Coimbra,  Lissabon  und  San  Fernando  wird  die  Temperatur  von  Thermographen  auf
photographischem  Wege  registriert.  In  Coimbra  und  San  Fernando  werden  außerdem  noch  Richardsche
Thermographen  verwendet.  Die  von  den  letzteren  gezeichneten  Kurven  dienen  zum  Vergleich  und  ergänzen
die  photographischen,  wenn  diese  dank  irgendwelchem  Umstande  fehlen.  Es  sind  für  diese  drei  Stationen
zehnjährige  Stundenmittel  berechnet,  und  die  Abweichungen  derselben  vom  Tagesmittel  oder  diejenigen
Korrektionen,  die  an  die  einzelnen  Stundenmittel  mit  entgegengesetzten  Vorzeichen  anzubringen  sind,  um
wahre  Tagesmittel  zu  erhalten,  sind  in  den  Tabellen  II,  III  und  IV  mitgeteilt.
In  Madrid  wild  das  Thermometer  alle  3  Stunden  mit  Ausnahme  von  3  *'  a.  abgelesen.  Die
fehlende  Nachtstunde  ist  im  Monatsmittel  interpoliert.  Für  diese  Stunden  sind  zwanzigjährige  (1881/1900)
Mittelwerte  der  Temperatur  berechnet  und  ihre  Abweichungen  vom  Tagesmittel  in  Tab.  V  angegeben.
2.  Tägliclie  Schwankungen  der  Temperatur.
Die  Amplituden  des  täglichen  Temperaturganges  hängen  in  erster  Linie  von  der  Jahreszeit  ab.  Wie
von  den  Tabellen  II—V  zu  ersehen  ist,  sind  sie  am  kleinsten  im  Winter  (in  San  Fernando  im  Frühjahr)
und  am  größten  im  Sommer.  Das  Maximum  fällt  in  allen  Stationen  auf  den  August  und  das  Minimum
in  San  Fernando  auf  den  April,  und  in  den  übrigen  drei  Stationen  auf  den  Dezember.  Übersichtlicher
wird  das  durch  folgende  kleine  Tabelle:

Tägliche  Amplitude  der  Temperatur.

Winter

Frühjahr

Sommer

Herbst

Jahresmittel

Maximum

Minimum

Differenz

Lissabon  .  .  .  .

4,3  0  *

00
©

6,8°

5,3  °

5,3°

7,4°

CO
00
©

3,6°

San  Fernando  .

A  A  0

5,4  °*

6,7°

5,9  0

5,9 u

6,8°

4,9°

1,9°

Coimbra

5,0 0  *

6,0°

8,6°

6,2°

6,4°

9,5°

4,4°

5,1"

Madrid

7,8°  *

10,8°

13,8 0

9,9°

10,6°

14,9°

6,8°

8,1°

Noch  auffallender  wird  der  Unterschied  zwischen  dem  täglichen  Temperaturgang  im  Winter  und
Sommer,  wenn  man  die  mittleren  Abweichungen  der  Stundenmittel  vom  Tagesmittel  —  die  mittleren
Ordinateli  der  täglichen  Wärmekurve  —  der  extremen  Monate  vergleicht.  Diese  sind  für:
Lissabon  San  Fernando  Coimbra  Madrid

Maximum  2,4  2,2  3,1  4,6
Minimum  1,0  1,5  1,3  2,0
Verhältnis  (Max./Min.)  2,49  1,47  2,38  2,3

Die  tägliche  Wärme  Variation  ist  also  im  August  für  San  Fernando  fast  1,5,  für  die  anderen  Stationen
2,3  resp.  2,4  mal  größer  als  im  Dezember.
*)  G.  Hellmann,  Feuchtigkeit  und  Bewölkung  auf  der  iberischen  Halbinsel.  Xederl.  met.  Jaarb.,  Utrecht  1877
S.  XXX1I1.
            
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