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Full text: 33, 1910

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. 1910, Nr. 2. 
messungen, viel zu wünschen übrig. Eine kritische Sichtung des vorhandenen Beobachtungsmateriales 
läßt sich leider nicht durchführen, da für die spanischen Stationen nur spärliche Mitteilungen namentlich 
über die Aufstellung der Regenmesser vorliegen. In Oviedo, Valladolid, León und Huesca, wahrscheinlich 
aber auch an anderen Orten, von denen nichts darüber zu erfahren ist, stehen, bzw. standen in der in 
Spanien vielfach üblichen Weise die Regenmesser auf der Plattform der meteorologischen Station '). Eine 
derartige Aufstellung der Regenmesser ist aber durchaus nicht geeignet , die tatsächlich niedergehenden 
Regenmengen völlig genau zu messen ; denn ein hoch aufgestellter Regenmesser fängt bekanntlich weit 
weniger Regen auf als ein zu ebener Erde angebrachter. Besser unterrichtet sind wir hinsichtlich der 
Aufstellungsweise der Regenmesser in Portugal, wo an allen Stationen, mit Ausnahme der Bergstation 
Serra da Estrella, die Regenmesser ziemlich hoch (5 bis 23 m) über dem Erdboden sich befinden l 2 ). 
Die ungleiche und viefacli ganz verkehrte Aufstellungsweise der Regenmesser in zu großer Nähe 
hoher Gebäude und dergl. beeinflußt natürlich in hohem Grade den Wert der Regenbeobachtungen und 
macht die berechneten Mittelwerte in streng wissenschaftlichem Sinne untereinander unvergleichbar. In 
dessen sind wir einstweilen gezwungen, diesen Ubelstand mit in den Kauf zu nehmen, und wir haben nur 
die Pflicht, darauf hinzuweisen, daß die von uns berechneten Mittelwerte sich von den tatsächlichen Werten 
der Monats- und .Jahressummen der Regenmenge in bis jetzt nicht näher zu bestimmender Weise entfernen. 
Bei der Ausarbeitung des vorliegenden Beobachtungsmaterials habe ich mich in mancher Beziehung 
angelehnt an die bereits erwähnten Arbeiten von Hellmann über „die Regenverhältnisse der Iberischen 
Halbinsel“ (Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. 23. Band. Berlin 1888) und die von 
Angot „Régime des pluies de la Péninsule ibérique“ (Annales du Bureau central météorologique de France. 
Année 1803. Paris 1805.) Wo dieses nicht möglich war, habe ich Hanns glänzende Abhandlung „Unter 
suchungen über die Regenverhältnisse von Österreich-Ungarn“ (Sitzungsberichte der math.-natunv. Klasse 
der Kais. Akad. der Wissenschaften zu Wien. 80. und 81. Band, Jahrgang 1870 und 80) und das um 
fassende Werk von G. Hellmann „Die Niederschläge in den norddeutschen Stromgebieten“ (Berlin 1 Olili. 
3 Bände) zu Rate gezogen. Endlich habe ich noch benutzt H. Meyers „Anleitung zur Bearbeitung meteoro 
logischer Beobachtungen für die Klimatologie“ (Berlin 1891) und die ausführlichen Darstellungen Ferdinand 
Seidls (liier das „Klima von Kram“ (Mitteilungen des Musealvereins für Krain. Laibach 1804—1002). 
Namentlich das zuletzt genannte Werk erschien mir in mancher Beziehung als Muster für meine Arbeit 
vortrefflich geeignet. 
Bekanntlich entsteht ein Niederschlag, wenn die Verdichtung des atmosphärischen Wasserdampfes 
so schnell erfolgt, daß die Tröpfchen bei ihrem Fallen nicht vollständig verdunsten, sondern den Erdboden 
erreichen. 
Die Verdichtung des Wasserdampfes in tropfbare oder feste Form geschieht entweder in der freien 
Atmosphäre oder an festen Oberflächen 3 ). Je nach seiner Bildungsweise unterscheiden wir als Nieder- 
schlag: Regen, Schnee, Graupeln, Hagel. Tau. Reif, Rauhreif und Glatteis. Der Nebel, der nur eine dem 
Boden aufliegende Wolke vorstellt, zählt nicht zu den Niederschlägen im engeren Sinne 4 ). 
Die Niederschlags Verhältnisse sind in dem Klima eines Landes von größter Wichtigkeit. Sie sind 
von entscheidendem Einflüsse auf die Lebensentfaltung der organischen Natur, sie wirken bei der Ver 
änderung der Erdoberfläche durch die Verwitterung, die Denudation und die Erosion als mächtigster Faktor, 
und sie berühren endlich direkt die mannigfaltigsten Interessen der Landeskultur und des Verkehrswesens. 
Somit verlangt dieser Abschnitt der Klimatographie eines Landes eine besonders eingehende Behandlung. 
Das Fundament für die Darstellung der Niederschlagsverhältnisse eines Landes liefert die Nieder 
schlagsmenge 5 ). Neben der Form und der Menge des gefallenen Niederschlages ist aber auch seine 
Häufigkeit und seine Dauer von Bedeutung, da er sich nur zeitweilig bildet. Das Instrument zur Be 
stimmung der Menge des in Form von Tropfen, Flocken oder Körnern fallenden Niederschlages ist der 
Regenmesser. Seine Angaben bedeuten, wie hoch das in einem bestimmten Zeitabschnitte gefallene 
l ) Hell mann, 1. c. S. 312. 
s ) Ebenda. 
s ) Koppen, W., Klimakunde, I. Leipzig 1906, S. 77. 
*) Dressei, L., Lehrbuch der Physik. Freiburg i./IÌ. 1900, 1, S. 359. 
s ) Meyer, IL, Anleitung zur Bearbeitung meteorologischer Beobachtungen für die Klimatologie. Berlin 1891, S. 132.
	        
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