Beiträge zur Klimatogiapkie von Nordspanien und -Portugal.
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Um einen Einblick in die Beschaffenheit der Einzelwerte zu erhalten, aus welchen sich die Monats
mittel der Schneehäufigkeit zusammensetzen, ist in der folgenden Tabelle 37 (S. 72) für 10 charakteristische
Lagen die Wahrscheinlichkeit dafür mitgeteilt, daß in einem Monate 0, 1—3, 4—6, 7—9, .... Schnee
tage Vorkommen. Auf Grund der Daten dieser Tabelle verlaufen z. B. in Bürgos 77 % (d. i. drei Viertel)
der Oktobermonato ohne jeden Schneefall. Dasselbe gilt von 46 °/o (d. i. nur mehr die Hälfte) der
Novembermonate und bloß von 11 °/o der Dezember- und Januarmonate. Mit fast derselben Wahrschein
lichkeit als mitten im Winter hat man auch im März auf Schnecfälle zu rechnen. In einem Zeiträume
von 35 Jahren verlief dieser Monat nur sechsmal ohne Schneefall, ln den folgenden Monaten nimmt die
Gefahr eines Schneefalles rasch ab. Im Juni ist sie erloschen. Während des Dezembers hat man in
Bürgos am häufigsten (58 °/o der Fälle) 1—3 Schneetage zu erwarten, in den folgenden Monaten
4—6, und zwar mit zunehmender Wahrscheinlichkeit bis zum März. Als winterliche Niederschlags
form kennzeichnet sich hier der Schnee vor allem dadurch, daß er in den Monaten Dezember und Januar
im Zeiträume der betrachteten 35 Jahre schon an je 10—15 Tagen gefallen ist. Diese Frequenz wird
sogar noch von dem März übertroffen, wo im Jahre 1866 16 Tage mit Schnee und 1869 18 solche Tage
vorkamen. Auf dem Gipfel der Serra da Estrella hat man jedes Jahr Märzsclince zu erw T arten, und zwar
mitunter an einer so großen Zahl von Tagen wie in den Wintermonaten. Obwohl eine strenge Vergleich
barkeit der Daten der Serra da Estrella mit jenen von Bürgos nicht besteht, so ist doch ersichtlich, daß
Monate mit hoher Schneehäufigkeit (über 12 Tage) in Hochlagen bedeutend öfter Vorkommen als im Hocli-
becken von Altkastilicn. Avila wetteifert in dieser Beziehung mit der Serra da Estrella trotz geringerer
Seehöhe.
Die Wahrscheinlichkeit dafür, daß Schneefall eintritt, ist auf der Serra da Estrella in 7, in
Avila, Guarda, Soria und Bürgos in 6, in Montalegre in 5, in Salamanca in 4 und in Pamplona
nur in 2 Monaten größer, als daß er überhaupt ausbleibt. In Bilbao und Zaragoza dagegen übertrifft
in allen Monaten die Wahrscheinlichkeit der Schneelosigkeit diejenige dos Gewärtigens eines Schneefalles,
doch schwanken in Zaragoza diese Zahlen im Januar nur um minimale Beträge, so daß sich diese beiden
Wahrscheinlichkeiten in diesem Monate etwa das Gleichgewicht halten.
Die mittlere Veränderlichkeit der Jahressummen der Schneetage ergibt eine besondere Berechnung
für Bürgos zu + 6,8; für Avila zu + 6,7; für Salamanca zu + 4,5; für Pamplona zu + 5,0 und für die
Serra da Estrella zu + 10,6 Tagen. Die größte Zahl von Schneetagen während des Beobachtungszeit
raumes von 1866—1900 brachten in Bürgos die Jahre 1866 und 1891, nämlich 35; die wenigsten Schnee
tage, nur sechs, wiesen die Jahre 1880 und 1899 auf. In Salamanca betrug ihr Maximum während der
selben Epoche 28 Schneetage, in Bilbao 18, welche das an ihnen überaus reiche Jahr 1888 brachte. Avila
verzeiclinete während dieses Jahres sogar 51 und Pamplona 24 Schneetage, die Maxima in 20 Jahren
(1881—1900). Andererseits verliefen während der genannten Jahresreihen in Salamanca 3 Jahre, in denen
nur ein Tag mit Schneefall notiert wurde (1868,74 und 79). Pamplona weist in der angegebenen Be
obachtungsperiode von 20 Jahren als Minimum des Schneefalles das Jahr 1882 auf, in dem auch nur ein
Tag mit Schnee gemeldet wurde. In Avila beträgt die geringste Zahl der Schneetage 9, und zwar kommt
diese dem Jahre 1899 zu. Das Minimum der Anzahl der Schneetage brachte auf der Serra da Estrella
das Jahr 1893 mit 25 solchen Tagen. Santiago notierte in der Jahresreihe 1S66—1894 als größte Jahres
summe 9 Schneetage (ebenfalls 1888), in demselben Jahre zählte man in Llanes 6. An den Küsten
mehren sich indes auch die völlig schneefreien Jahre, deren man in Bilbao 6 (1873, 77—80, 82) und
Santiago sieben (1868, 74, 77, 80—82, 93) beobachtete. In Llanes verliefen während der Jahre 1885 bis
1900 7 Jahre, ohne daß daselbst ein Schneefall notiert wurde (1886, 92, 93 96 und 98—1900). Jeden
falls tritt auch in den verglichenen Extremen der große klimatische Gegensatz zwischen dem kalten land
seitigen und dem thermisch überaus begünstigten ozeanischen Teile des Iberischen Tafellandes deut
lich hervor.
Als gleichfalls recht kennzeichnend für das Klima Nordspaniens und -Portugals wollen wir zum
Schlüsse noch einige Beobachtungsresultate über die Wahrscheinlichkeit, daß der Niederschlag in Form
von Schnee erfolgt, mitteilen (Tabelle 38, S. 73). Danach sind auf dem Gipfel der Serra da Estrella in 1450 m
Seehöhe durchschnittlich unter 100 Niederschlagstagen fast 30 Schneetage, in Guarda desgleichen nur
mehr 17, in Salamanca 10. Auf den die Altkastilische Hochebene umrahmenden Gebirgen nimmt ihre
Anzahl naturgemäß wieder zu und wächst in Avila auf 26, in Montalegre, Bürgos und Soria auf rund