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Volltext : 32, 1909

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Aus  dem  Archiv  der  Deutschen  Seewarte.  1909,  Nr.  3.

der  Wellenbewegung  zurückgeführt.  Sicherlich  mag  in  manchen  Fällen  hierin  der  Grund  des  Verschwindens
vieler  Untiefen  gesehen  werden.  Aber  das  Niehtauffinden  gemeldeter  Untiefen  kann  auch  noch  einen
anderen  Grund  haben.
Seiner  Arbeit  über  den  mittleren  Böschungswinkel  submariner,  isolierter  Bänke  fügt  Littlehales 1 )
eine  Erörterung  hinzu  über  die  Frage,  wie  groß  die  Wahrscheinlichkeit  sei,  eine  solche  isolierte  Untiefe,
nachdem  sie  einmal  gemeldet  worden,  wiederaufzufinden.  Unter  ziemlich  günstigen  Annahmen  für  die
Fehlergrenze  der  Positionsbestimmung  auf  hoher  See  und  bei  einer  Ausdehnung  der  Untiefe  von  einer
Seemeile  wird  diese  Wahrscheinlichkeit  nicht  größer  als  1:6173,  also  außerordentlich  klein.  Da  nun
möglicherweise  viele  dieser  isolierten  Untiefen  kegelförmige  Kuppen  von  geringer  Ausdehnung  sind,  hält
auch  Krümmel 2 )  es  gar  nicht  für  verwunderlich,  wenn  von  den  gelegentlich  gemeldeten  Untiefen  die
meisten  nicht  wiedergefunden  werden.
Es  darf  daher  nicht  aus  den  nachforschenden  Untersuchungen  einzelner  Schiffe  gleich  auf  das  Nichtvorhandensein ­
  einmal  entdeckter  Untiefen  und  Riffe,  deren  Existenz  oft  durch  Bodenproben  bestätigt  ist,
geschlossen  werden.  Solche  Meldungen  über  das  Verschwinden  von  Untiefen  sind  jedenfalls  mit  großer
Vorsicht  aufzunehmen.
Mit  Recht  verzeichnet  daher  die  englische  Admiralitätskarte  Nr.  780  auf  der  westlichen  Wolverene-Bank
  die  beiden  früher  gemeldeten  seichten  Stellen  (37  Fd.  und  40Fd.),  trotzdem  durch  die  „Egeria“  als
als  flachste  Stelle  nur  zwei  Tiefen  von  373  rn  gelotet  wurden.
Im  folgenden  werde  ich  nur  noch  von  den  untermeerischen  Erhebungen  sprechen,  bei  denen  Erklärungen ­
  zu  geben  oder  die  Angaben  in  anderen  Darstellungen  zu  berichtigen  sind.
Die  stark  hervortretende  33  m-Tiefe  in  32°  23'  S.,  158 ü  42'  0.,  südwestlich  der  Lord-Howe-Inseln,
ist  der  englischen  Seekarte  Nr.  780  entnommen.  Wie  die  Bezeichnung  P.  D.  (Position  doubtful)  sagt,  wird
die  Position  dieser  Kuppe  allerdings  als  ungenau  hingestellt;  da  aber  nur  4000  m  Tiefe  in  ihrer  Umgebung
gelotet  sind,  werden  sich  hier-  in  jedem  Falle  Böschungen  von  über  20°  ergeben.
In  27°  8'  S.  Br.  169°  55'  O-  Lg.  lotete  die  „Britannia“  1901  in  einer  Umgebung  von  3—4000  m  Tiefe
eine  submarine  Erhebung  von  1540  m.  Nach  WSW  beträgt  die  Böschung  5°  50’,  nach  Osten  über.  6 U .
Weder  die  Monaco-Karte  noch  die  englische  Admiralitätskarte  Nr.  780  haben  diese  1540  m  Tiefe  verzeichnet. ­
  In  den  List  of  Depths  for  19ül  p.  32—33  wird  bei  dieser  Lotung  als  Bodenprobe  angegeben:
Nature  of  bottom:  Hard.  Auch  zwei  Tiefen  von  über  4000  m  in  der  Nähe  dieser  Erhebung  (auch  von
der  „Britannia“  1901  gelotet)  fehlen  auf  der  englischen  Seekarte.
In  32°  48’  S.  177°  10'O.  ist  aus  der  Monaco-Karte  (die  englische  Seekarte  hat  diese  Lotungen  nicht
verzeichnet!)  eine  unterseeische  Erhebung  von  530  m  Wassertiefe,  umgehen  von  3—4000  m-Tiefen,  übernommen. ­
  Zwei  weitere  Lotungen  von  1728  m  und  1876  m  südwestlich  und  östlich  der  530-Tiefe  scheinen
das  Vorhandensein  dieser  Erhebung,  die  nach  SO  die  verhältnismäßig  steile  Böschung  von  6°  40'  aufweist,
zu  bestätigen.
Dem  Neuseeland-Rücken  aufgesetzt  ist  z.  B.  die  Dart-Bank  in  26°  35'  bis  50'  S.  159°  20’  bis  40'  O.,
deren  flachste  Stelle  nur  289  m  Wassertiefe  hat;  nach  SW  fällt  sie  unter  einem  Winkel  von  15°  zu
2487  m  ab.
Nördlich  der  Dart-Bank  steigt  der  Meeresboden  zwischen  25°  25'  bis  23°  40’  S.  und  159°  bis  160°  O.
in  der  Capel-Bank  bis  auf  59  m,  in  der  Kelso-Bank  an  verschiedenen  Punkten  bis  auf  20  m  an.
Die  nähere  Umgebung  der  beiden  Bänke  ist  noch  nicht  genauer  untersucht.
Aus  dieser  Untersuchung  über  die  Böschungsvcrliältnisse  der  submarinen  Erhebungen  in  unserem
Gebiet  ergibt  sich  :
1.  Die  Böschungswinkel  beiden  verschiedenen  „Seebergen“  schwanken  zwischen  äußerst  verschiedenen
Beträgen.  Von  den  höchsten  Werten  zwischen  20°  bis  29°  finden  sich  Abstufungen  bis  zu  weniger  als  1°.
Maximalwerte  finden  sich  z.  B.
in  22°  S.  170°  52 1 /s  O.  zwischen  1315—2368  m  :  29°.
in  32°  23'  S.  158°  42’  O.  zwischen  33—4237  m  :  22°  50'.

9  Littlehales,  The  average  form  of  isolated  submarine  peaks,  Washington  1890.  Geogr.  Jahrbuch  1897,  S.  195.
-)  Krümmel,  Ozeanographie,  Bd.  I,  S.  99.
            
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