Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. 1909, Nr. 2.
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§ 14. Verteilung der Sturmtage t on der Gruppeiistärke 1 bis 5 auf die Monate, unabhängig von
Stärke und Richtung. Um die Verteilung der Sturmtage der Gruppenstärken 1 bis 5 auf die Monate
Tab. IV. darzutun, wurden sie in Tabelle IV nach Küstengebieten und Monaten geordnet zusannnengestellt. In
Übereinstimmung mit dem vorangehenden Jahrzehnt entfällt das Minimum der Sturmtage im jährlichen
Gang für Gruppe VIIX bis III auf Juni und für Gruppe I auf Mai (1886 bis 1895 gab für Mai nur 7 gegen
13 Sturmtage im Juni); während aber Gruppe II in diesem Jahrzehnt das Minimum im Juni aufweist,
entfiel dieses für 1886 bis 1895 auch auf den Mai wie in Gruppe I. Weit erheblichere Unterschiede ergeben
sich bei dem Vergleich für die Monate des Maximums im jährlichen Gang; diesmal fällt das Maximum
ostwärts bis Rügen auf den Januar, für Gruppe II auf Januar und November und für Gruppe I auf
Dezember, dagegen in dem vorangehenden Jahrzehnt je zweimal auf März und Oktober einmal und gleichmäßig
auf November und Dezember. Um die Zufälligkeiten im jährlichen Gang zu mildern, ist aus den Ergeb
nissen der beiden Jahrzehnte die Anzahl von Sturmtagen pro Monat im Mittel der 20 Jahre berechnet und
Tab.IVa. in Tabelle IV a zusammengestellt worden. Diese zeigt das Minimum für VITX bis II im. Juni und das
Maximum der Häufigkeit der Sturmtage an der Nordsee und westlichen Ostsee im Januar, im Osten aber
ebenfalls in einem früheren Monat. Während im Westen die Sturmhäuligkeit im Winter fünf- bis achtmal
so groß ist wie zur Zeit des sommerlichen Minimums, erldicken wir nach Osten hin eine sehr erhebliche
Abnahme dieses Ausmaßes der jährlichen Schwankung; der Unterschied wird dadurch hervorgerufen, daß
im Sommer erheblich mehr Stürme im Osten als im Westen auftreten. Da nach unseren Ausführungen
für die relative Anzahl der auf den verschiedenen Gebieten auftretenden Stürme die hier vorliegenden Ergeb
nisse zutreffender als die für 1886 bis 1895 abgeleiteten sind, so müssen wir auf Tabelle IV behufs eines
Vergleichs der Gruppen zurückgreifen; im Mittel von Mai bis Juli ergeben sich pro Monat für Gruppe VI/IX
und IV'V 0,9, für Gruppe III bis I aber 2,3 Sturmtage, während sich für die Monate Januar und Februar
als Monatsmittel die Zahlen zu 4,6 und 6,3 berechnen. Vergleicht man in Tabelle IV für jeden Monat die
Anordnung der Sturmhäufigkeit auf die verschiedenen Küstengebiete, so ergeben sich nur vereinzelte und
jedenfalls keine charakteristischen Abweichungen von derjenigen Verteilung, die wir in § 10 für das Jahr
kennen gelernt haben; die größte Gleichförmigkeit hinsichtlich der Sturmhäufigkeit längs der Küste ergibt
sich sehr ausgesprochen für März.
Tabelle IV.
Häufigkeit der Sturmtage der Gruppensturmstärken I bis 5 in den Monaten des Zeitraums 1896 bis 1905.
Gebiet
Jan.
Febr.
März
April
Mai
Juni
Juli
Äug.
Sept.
Oktob.
Nov.
Dez.
VIIX
56
8(5
48
83
10
6*
13
20
27
42
30
49
IV/V
60
31
45
25
9
5*
11
15
21
34
83
48
III
71
48
57
41
25
19*
19*
32
40
58
66
68
II
63
’ 48
47
27
21
12*
20
24
37
45
63
54
I
83
71
55
49
27*
29
39
54
57
72
81
91
Tabelle IV a.
Häufigkeit der Sturmtage der Gruppensturmstärken I bis 5 im Mittel in den Monaten des Zeitraums 1886 bis 1905.
Gebiet
.Tau. Fehl - . März
April
Mai
Juni
Juli
Aug.
Sept.
Oktob.
Nov.
Dez.
VIIX
4,2 3,0 l 4,1
2,1
0,9
0,5*
1,1
1,5
2,0
3,6
2,9
4,0
IV/V
5,0 ; 3,4 | 4,6
2 2
1,8
0,9*
1,2
1,9
2,0
3,5
3,6
4,2
III
6,5 I 4,2 5,9
4,0
2,9
2,6*
3,1
4,2
4,9
6,8
6,2
6,8
II
5,1 3,9 4,3
2,5
1,6*
2,5
2,0
3,1
3,6
4,8
5,3
4,9
I
6,4 | 4,9 : 4,3
3,2
1,7*
2,1
2,7
4,3
4,4
6,1
6,2
Ü1
§ 15. Jährlicher Gang der den verschiedenen Richtungen zukommenden Sturmtage, dargestellt
Tab. B. durch Monatswerte. In Tabelle B im Anhang finden sich für jedes Küstengebiet die Sturmtage der Gruppen-
Tab. C. stärken 1 bis 5 nach Richtungen und Monaten sowie in Tabelle C des Anhangs nach Monaten und Gruppen-