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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Vermeidung von Kollisionen, 
zwischen den beiden Dampfern sind willkürliche, indem die Zeichnung lediglich 
zur Veranschaulichung des Systems dienen soll. 
R. I. Ein Dampfor in O, dessen Kurs in dor Richtung ab liegt, sieht 
ungefähr 2 Striche an Steuerbord ein rothes Seitenlicht eines andern Dampfers, 
und zwar liegt dasselbe rechts vom Topplicht; nach Regel I ist die Kurslinie 
des Dampfers 0 bis zum Krouzunge punkt länger, als diejenige des in Sicht 
kommenden Dampfers A, von dem O sofort weils — durch die Stellung des 
Seitenlichtes zum Topplicht —, dafs derselbe in einem Winkel, der kleiner ist 
als 4 Striche, auf ihn zukommt. O legt deshalb sein Ruder Steuerbord und 
geht hinter A herum, 
Erbliekt O0 indessen Topp- und Seitenlicht von A in der eben angegebenen 
Stellung zu einander weiter achterlicher, vielleicht in 4 Striche an Steuerbord — 
der Kurs von 0 liegt dann in der Richtung cd —, 80 ist seine Kurslinie kürzer 
als diejenige von A, und kann © vor dem Bug desselben passiren. Je weiter 
nach achtern A in Sicht kommt — rothı rechts vom Topplicht — in desto 
größerer Entfernung führt sein Kurs an A vorüber, je vorlicher dagegen, also 
je näher an 2 Striche vom Bug ab, desto geringer ist diese Entfernung beim 
Vorübergehen; 0 muß dann durch Backbord-Ruder diese Entfernung zu ver- 
gröfsern suchen, a0 dafs auch dann eine Kollisionsgefahr ausgeschlossen ist, 
Immer muß man jedoch im Auge behalten, dafs verschiedene Fahrgeschwindig- 
keiten die Dispositionen ändern können, doch ist auch in diesem Falle unser 
vorgeschlagenes System das beste Auskunftsmittel, 
R. II. Ein Dampfer in 0%, dessen Kurs in der Richtung ed liegt, sieht 
ein rothes Seitenlicht recht unter dem Topplichte in ungefähr 2 Striche vom 
Bug ab; er weils, dafs in diesem Falle seine Kurslinie bis zum Kreuzungspunkte 
Jäuger ist, als diejenige des Dampfers A‘; er legt sein Ruder Steuerbord und 
geht hinten herum, 
Steuert 0‘ in der Richtung ab und sicht dann roth recht unter dem 
Topplicht, dann sind beide Kurslinien gleich lang, und muß 0%, wenn keine ge- 
nügende Entfernung zwischen beiden liegt, stoppen und schlie(slich mit Steuer- 
bord-Ruder hinter A‘ herum gehen; es ist besser, dieses Manöver zu machen, 
als erst zu versuchen, vor dem Schiffe vorüber zu kommen. 
Sicht 0’ jedoch das rothe Seitenlicht recht unter dem Topplicht achter- 
licher als 4 Striche, dann ist seine Kurslinie kürzer als diejenige von A’, und 
0‘ geht vorüber, allenfalls mit etwas Backbord-Ruder. 
R. III. Ein Dampfer in 0“, dessen Kurs in der Richtung ed liegt, 
bekommt das rothe Seitenlicht des Dampfers A“ links vom Topplicht in Sicht, 
er weiß also, dafs dieser Dampfer in einem mehr oder minder spitzen Winkel 
mit ihm zusammen läuft, und dal A” Kurslinie bis zum Kreuzusgspunkt kürzer 
ist als seine eigene, er geht also hinten herum, 
Dieses trifft für 0“ so lange zu, als die beiden Lichter in dieser Stellung 
bis ungefähr 2 Striche vorlicher als dwars in Sicht kommen; iu letzterem Falle 
ist die Kurslinie von A“ etwas länger als von 0“, und 0“ kann vielleicht 
vor A“ vorüber kommen, Sicherer ist es jedoch auch in diesem Falle, hinten zu 
passiren, da der Unterschied in der Kurslinie bis zum Kreuzungspunkt nur ein 
geringer ist. 
Ich verhehle mir nicht, dafs die Seitenlichter vorne auf der Back im 
Nachtheil sind gegen die Positionen an oder in der Nähe der Kommandobrücke, 
erstlich weil in letzterer Stellung die Lichter stets unter Kontrolle des wache- 
habenden Offziers stehen, und zweitens weil sie vorne auf kleinen Seedampfern 
in schwerem Seegang leichter weggeschlagen werden können, als an der 
Kommandobrücke. Trotzdem überwiegen die Vortheile, den Kurs zu jeder Zeit 
erkennen zu können, diese Nachtheile so sehr, dafs sich die Einführung dieses 
Systems empfehlen dürfte.
	        
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