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Full text: 31, 1908

Beiträge zum Klima von Norderney. 
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Auch der September gehört noch dem sommerlichen Typus der westlichen und nordwestlichen 
Winde an, die abends am häufigsten wehen, während morgens Süd und Südwest stark vorherrschen: da, 
wie die später folgenden Ausführungen über die Bewölkung erkennen lassen, der September noch viele 
heitere Tage zu bringen pflegt, könnte auch die Land- und Seebrise noch mitwirken. 
Im Oktober treten wieder die Ostwinde an die erste Stelle, während die West- und Nordwest- 
winde zurücktreten; der zweithäufigste Wind ist der Südwest, der, ebenso wie der Ost, vom Morgen bis 
zum Abend an Häufigkeit zuninnnt. 
Im November beginnt der winterliche Typus seine Herrschaft: die Luvseite verlegt sich in 
deutlicher Weise nach Süd und Süd west: letztere Richtung gewinnt vom Mittag zum Abend nicht un 
beträchtlich an Häufigkeit, während beim Süd das Umgekehrte der Fall ist. Relativ häufig treten noch 
Ostwinde auf. 
Der Dezember ist dem November in der Windeerteilung zwar sehr ähnlich, bringt aber doch 
unter völligem Zurücktreten der Ostwinde an zweiter Stelle Westwinde, morgens auch nicht selten Südwest. 
Unsere Übersicht hat, obwohl sich die Aufzeichnungen auf l<i Striche beziehen, ausschließlich die 
8 Hauptrichtungen zu nennen gehabt, und ein Blick auf die Tabelle lehrt, daß die Zwischenrichtungen ganz 
allgemein stark zurücktreten. Diese, übrigens überall zu bemerkende Bevorzugung der Hauptstriche dürfte 
wohl mein- in einer Vorliebe der Beobachter für die Hauptrichtungen sowie in der Unsicherheit der genauen 
Orientierung des an den Häusern vielfach abgelenkten Windes, als in tatsächlichem Zurücktreten der 
Zwischenstriche begründet sein. 
Im Hinblick hierauf wurden für das Gesamtmittel der zehn Beobachtungsjahre die Angaben auf 
8 Striche reduziert, indem nach der bekannten Vorschrift den Hauptrichtungen je die Hälfte der beiden 
nachbarlichen Zwischen striche zugelegt wurden. So zeigt denn das Gesamtmittel Südwest und West in 
der gleichen Häufigkeit von 16.5 °/o, Nordwest mit 14.5 °/o und Ost mit 14.4 °/o nahezu gleich; danach folgt 
der Nordwind mit 12.0 °/o, der Südwind mit 9.0 °/o, der Nordost mit 8.2 °/o und am seltensten der Südost 
mit 7.9%. 
Um die Vorzüge der Betrachtung der Windrichtungen an den einzelnen Beobachtungsterminen gegen 
über der auch sonst wohl geübten der ganzen Tage, abgesehen von der hierdurch ermöglichten Darstellung 
der täglichen Periode, zu beleuchten, sei nur darauf hingewiesen, daß gelegentlich im Tagesmittel ein 
Hauptwert auf eine Windrichtung fallen kann, die weder die häufigsten noch die zweithäufigsten Richtungen 
enthält: dies ist z. B. im November mit dem Ostwinde der Fall, der an allen drei Terminen relativ häufig 
geweht hat, ohne jedoch ein Maximum aufzuweisen: trotzdem ergab das Tagesmittel den zweitgrößten 
Wert der Häufigkeit. 
Es würde zu weit führen, auch noch die Verschiedenheiten der einzelnen Jahre zu diskutieren, 
weshalb von einer derartigen Zusammenstellung Abstand genommen wurde. 
Über die Windstärke, welche nur vom Oktober 1881 bis einschließlich Mai 1890 von Ommen 
und dessen Tochter aufgezeichnet worden ist, gibt die nachfolgende Tabelle 14 Auskunft, hei deren 
Herstellung folgende Überlegungen maßgebend waren. 
Um eine Vergleichbarkeit der Häufigkeiten des Auftretens der Stärken 1—0 bei den verschiedenen 
Windrichtungen zu ermöglichen, blieb kein anderes Mittel als die Darstellung in Prozenten aller Beobach 
tungen aus derselben Richtung übrig. Da sich die Beobachtungen auf 16 Richtungen beziehen und 
nach 6 Stärkegraden auseinandergezogen werden mußten, ergaben sich häufig für die einzelnen Monate 
so kleine Beträge, daß sie bei einer prozentischen Berechnung die bekannten, an sich richtigen, aber für 
eine Verallgemeinerung unsinnigen hohen prozentisclien Werte hervorrufen mußten: wenn z. B. im Juli 1882 
morgens 8 Uhr ein einziger Nordwind von der Stärke 3 beobachtet worden war, so konnte das Resultat 
nicht anders lauten, als daß 100 °/o aller Nordwinde dieses Monats und Jahres mit der Stärke 3 geweht 
hätten! Um dem zu entgehen, mußten größere Ziffern geschaffen werden, was dadurch geschehen ist, 
daß von einer gesonderten Darstellung der drei Beobachtungstermine sowie der einzelnen Jahre abgesehen, 
und die gleichen Monate aller Jahre zusammengefaßt, außerdem aber die 16 Richtungen auf 8 reduziert 
wurden. So wurden, entsprechend den neun, beziehungsweise für die vier Monate Juni bis September nur 
acht Jahren die prozentisch zu berechnenden Werte 48—54 mal größer, so daß die ärgsten Härten dieser 
Darstellung vermieden werden konnten, wenn auch immerhin einige seltene Angaben noch ein zu 
großes Gewicht erhielten. Gegenüber der sonst unvermeidlichen, aber immerhin gelegentlich nicht ganz 
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