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Volltext : 31, 1908

24

Aus  dem  Archiv  der  Deutsche»  Seewarte.  1908,  Nr.  3.

10  p

Jan.

Febr.

März

April

Mai

Juni

Juli

Aug.

Sept.

Okt.

Nov.

Dez.

Jahr

1880

—  1.0

—  0.5

—  0.6

1881

—  1.8

+  0.2

+  o.8

-  0.3

+  0.1

+  0.2

+  0.6

—  0.3

—  0.7

—  1.0

—  0.2

—  0.6

-  0.25

1882

—  1.0

—  0.3

—  0.5

—  0.1

—  0.2

—  0.2

-0.1

—  O.G

—  1.0

—  0.7

—  0.7

—  0.2

-0.43

1883

—  0.1

0.0

—  1.1

—  0.2

+  0.2

+  0.3

—  0.1

—  0.G

—  0.7

—  0.4

—  0.7

—  0.9

—  0.36

1884

+  0.1

0.0

-0.1

—  0.7

+  0.1

—  0.5

0.0

—  0.4

—  0.6

—  0.9

—  0.7

—  0.1

—  0.32

1885

—  0.4

-f  0.7

—  0.3

+  0.1

—  0.3

+  0.3

-0.3

—  1.1

—  0.7

—  0.6

0.0

—  0.5

—  0.32

1830

0.0

+  0.3

+  0.7

+  0.5

+  0.9

-  0.4

—  0.4

0.0

-  0.9

—  0.5

-  0.7

—  0.9

-  0.12

Mittel

—  0.53

+  0.15

+  0.08

-0.12

+  0.13

0.05

—  0.05

-  0.50

-  0.77

—  0.73

-  0.54

—  0.49

-0.30

Op

1887

0.0

—  0.1

—  0.2

-0.2

+  0.1

+  0.3

—  0.6

—  1.3

—  1.3

—  1.2

—  0.4

—  0.5

-0.45

1888

—  0.1

+  0.2

+  0.5

+  0.5

+  0.1

+  0.2

-0.4

—  0.6

—  1.0

-1.1

—  0.1

—  0.5

—  0.16

1889

—  0.5

—  0.8

—  0.1

—  0.2

+  1.1

—  0.2

—  1.1

—  1.0

-  1.3

—  0.2

—  0.9

—  0.4

—  0.47

1890

+  0.1

+  0.7

+  0.2

-0.4

+  0.0

-0.3

—  0.8

—  0.9

—  1.0

—

—

—

—  0.37

Mittel

0.12

0.00

+  0.10

—  0.08

+  0.32

+  0.04

—  0.72

—  0.95

—1.15

—  0.83

—  0.47

—  0.47

—  0.36

Die  Aufstellung  der  Thermometer  in  Emden  war  nach  den  „Ergebnissen  der  Meteorologischen  Beobachtungen ­
  des  Königlich  Preußischen  Meteorologischen  Instituts  im  Jahre  1887“  folgende:
„Seit  P  resteis  Tode  am  1.  März  1880  ist  die  Station  in  der  Navigationsschule  in  der  Steinstraßc,
in  der  Nähe  des  südwestlichen  Randes  der  Stadt,  der  großen  Kirche  gegenüber,  untergebracht;  das  Gebäude
ist  von  Gärten  umgeben;  nach  Süd  liegt  das  Marschland  bis  nach  dem  Dollart  hin  völlig  offen.  Die
Thermometer  befanden  sich  bis  zum  Oktober  1884  vor  einen  nach  N  schauenden  Fenster  des  ersten  Stockwerks ­
  oberhall)  des  Daches  eines  niedrigen  Stalles,  nur  durch  ein  einfaches  Schutzblech  gegen  den  Regen
geschützt.  Seitdem  sind  neue  Instrumente  in  einem  drehbaren  Zinkgehäuse  älterer  Konstruktion  nahe  der
Nordwestecke  der  nach  N  schauenden  Rückwand  des  Schulgebäudes  angebracht.  Die  Sonne  trifft  wegen
der  geringen  Entfernung  bis  zur  Hausecke  schon  in  den  ersten  Nachmittagsstunden  das  Gehäuse,  sodaß
im  Juni  1888  die  Anbringung  eines  großen  Seitenschirmes  aus  Jalousien  ausgeführt  worden  mußte.  Zugleich ­
  wurde  ein  neues  Thermometergehäuse  mit  drehbarer  Beschirmungsvorrichtung  an  Stelle  des  schadhaften ­
  älteren  angebracht.  Bei  dem  starken  Luftwechsel  der  Nordseeküsten  dürfte  die  Aufstellung  in  ihrer
jetzigen  Form  als  genügend  zu  bezeichnen  sein.“
Die  Tabelle  zeigt,  daß  Norderney  um  Ga  um  0.7G 0 ,  um  7a  um  0.34°  wärmer  ist  als  Emden;  am
Mittagstermin  2p  wird  umgekehrt  Norderney  um  0.77°  kälter,  um  9p  um  0.36°,  um  10p  um  0.30 0
wärmer:  der  Unterschied  zwischen  einer  reinen  Inselstation  und  der  immerhin  fast  allseitig  von  Land
umgebenen  Binnenwasser-Küstcnstation  tritt  hierbei  in  voller  Deutlichkeit  hervor:  stärkere  Abkühlung  der
letzteren  durch  Ausstrahlung  am  Morgen,  wobei  sich  sogar  die  beiden  Termine  Ga  und  7a  entsprechend
unterscheiden,  und  Abend,  am  Tage  stärkere  Erwärmung  durch  Einstrahlung!
Der  jährliche  Gang  der  Differenzen  ist  ein  recht  regelmäßiger:  an  den  beiden  Morgenterminen
wachsen  sie  bis  zum  Sommer,  wobei  sie,  dem  höheren  Sonnenstände  entsprechend,  um  7  a  in  geringerem
Betrage  positiv  werden,  sinken  im  September  und  steigen  um  bis  zum  Dezember  wieder  an.  Noch
gleichförmiger  ist  der  Verlauf  der  9  p  und  10  p  Kurven,  die  fast  überall  parallel  verlaufen  und  sich  nur  mn
wenige  Zehntelgrade  von  0  entfernen.  Die  Mittagsdifferenzen  steigen  fast  geradlinig  bis  zum  Mai  an,  wo
sie  den  größten  Betrag  von  2 U  erreichen,  und  sinken  ebenso  gleichmäßig  bis  zum  Dezember.
In  den  einzelnen  Jahren  finden  sich  bei  den  Morgenterminen  nur  geringe  Schwankungen,  um  Ga
zwischen  0.88°  in  den  Jahren  1881  und  1884  und  —0.G3  in  188G,  um  7  a  zeichnet  sich  1900  durch  einen
relativ  großen  Wert  aus  (—0.5(5 u  gegen  —0.25°  bis  —0.27°),  die  Mittagsterminsdifferenzen  bewegen  sich
zwischen  +  0.50°  (1889)  und  +  1.02°  (1883);  bei  dem  9  p  Abendtermin  hat  1888  die  kleinste  (—0.16°)
und  1889  die  größte  Differenz  (—0.47  °),  um  10  p  1886  die  kleinste  (—0.12°)  und  1882  die  größte  (—0.43°).
Ein  Einfluß  der  Thermometeraufstellung  ist  trotz  der  in  der  Stationsbeschreibung  betonten  Bedenken  nicht
erkennbar.
            
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