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Volltext : 31, 1908

Die  Bahn  des  Planeten  (279)  Thule.

33

Für  die  Zeiten  der  Nomialörter  wurden  die  heliozentrischen  rechtwinkligen  Koordinaten  direkt  mit
den  osknlierenden  Elementen  gerechnet.  Bei  der  ersten  Rechnung  wurden  die  Littrowsehen  Konstanten,
bei  der  zweiten  die  Gaußischen  benutzt.  Um  die  Gau  bischen  Konstanten  möglichst  scharf  zu  erhalten,
wurden  die  zwischen  ihnen  und  den  Elementen  bestehenden  Gleichungen  in  folgender  Weise  transformiert:
sin  (90  +  Sl  —  A)  —  2  sein  i  sin  Sl  sin  A

tanii

tang  (90  +  Sl  -—  A)

2

sin  2  SI

,2  t
9

1  +  tang 2  cos  2  Si

sein  x  =  sui
s 0  =  23°  27'  12”,  14  lsoo.o

sin  (B  —  Sl)  =  (tang  s 0  sin  i  +  2  sein  i  cos  Sl)  sin  B
sin  (Sl  —  C)  =  (cot  So  sin  i  —  2  sein  i  cos  Sl)  sin  C.
Als  Probegleichungen 1 )  dienten  cot  (A.  —  B)  cot  (C—A)  =  cos 2  a  —  sin 3  Sl  sin 2  i  usw.,  die  alle  anderen
Proben  an  Schärfe  übertreffen.  In  ähnlicher  Weise  wurden  die  Gleichungen  für  die  Littrowschen
Konstanten  transformiert  und  gefunden:
sin  2  A')  :  (1  —  tang 2  ^  cos  2  A')
,. 2  fp

tang  (L  —  Ä)  =  (tang 2
tang  (M'  —  ]>')  —  (tang 2
tang  (N 1  —  (]')  =  (tang 2

JL
2

sin

2  B')  :  (1  —  tang 2  cos  2  B')
u

A  — ;  A  -|-  (o
B'  =  B+  co
C'  =  G  +  io

sin  2  C)  :  (1

tang 2  cos  2  C)

oder  einfacher:

sin  (L'  —  A')  =  2  sein  cp  sec  cp  sin  A'  cos  L'
sin  (M’  —  B')  =  2  sem  cp  sec  cp  sin  B'  cos  M'
sin  (N 1  —  C)  =  2  sein  cp  sec  cp  sin  C'  cos  N'.
Da  die  Störungen  in  Knoten  und  Neigung  sehr  gering  sind,  brauchte  ich  die  Gauliisehen  Konstanten
nur  für  die  Ausgangsepoche  zu  rechnen  und  konnte  beim  Übergang  auf  die  einzelnen  NormalOrter  die  im
Berliner  Astronomischen  Jahrbuch  für  1890  angegebenen  Differentialformeln  benutzen.  Etwaige  Fehler  in
den  Koordinaten  des  Planeten  hätten  auf  solche  Weise  unbedingt  entdeckt  werden  müssen.  Es  ergab  sich,
daß  die  jetzt  gefundenen  Werte  wesentlich  von  denen  abwiclien,  die  ich  mit  den  von  Herrn  Bidscliof
gerechneten  Störungsbeträgen  gefunden  hatte.  Den  Grund  dafür  fand  ich  bald.

Störungen  von  1891  bis  1894.
Eine  Nachrechnung  der  Differentialquotienten  für  die  Epoche  1891  April  1  ergab,  daß  der  Wert  <1III:  dt
falsch  angegeben  war.  Wie  mir  scheint,  hat  Herr  Bidscliof  dem  zweiten  Summanden  des  Ausdrucks:

X  +  (1  +  If

dx 0
dl

dl  „  .  .  .  dx u
—jt  2 )  ein  falsches  Vorzeichen  gegeben.  Es  ist  nämlich

Sill  v„

l

ß

—  sin  E„  sec  cp 0 .  Herr  Bidscliof  schreibt  in  seiner  Arbeit,  Seite  40,  daß  er  bei  den  Oppolzer
To

"VPo

oder

sehen  Formeln  einige  leicht  erkennbare  Druckfehler  verbessert  habe.  Oppolzer  setzt 3 )  IV  .=.....
  .  (UH'  dl
erhalt  dann  —,  =■—  +  ß

X  und

dt
dill
dt

,,  ,  ändert  also  auch  das  Vorzeichen  von  j,  während  er  bei  der  zweiten
dt  dt

und  X  mit  unveränderten  Vorzeichen  beibehält.  Wenn  man  beide  Publikationen  bei-Bearbeitung


einander  hat,  kann  man  leicht  auf  einen  Druckfehler  schließen.  Da  mich  die  Oppolzersehe  Störungsmethode ­
  interessierte,  wobei  ein  Übergang  auf  oskulierende  Elemente  nie  notwendig  wird  und  sich  die
gestörten  Koordinaten  des  Planeten  für  die  Ephemeriden  leicht  und  schnell  berechnen  lassen,  habe  ich  von
1891  bis  1894  nach  dieser  Methode  die  Störungen  nochmals  gerechnet,  und  zwar  nach  den  bei  der  ersten
Bearbeitung  gegebenen  Formeln,  da  mir  die  zweite  in  den  „Denkschriften  usw.“,  Bd.  LI,  veröffentlichte
Methode  noch  nicht  bekannt  war.  Um  eine  scharfe  Kontrolle  der  Rechnungen  zu  haben,  habe  ich  für  die
Normalörter  die  heliozentrischen  rechtwinkligen  Koordinaten  des  Planeten  nochmals  gerechnet  und  völlige

J )  Siehe  Littrow,  Theoretische  und  praktische  Astronomie,  II.  Teil,  Wien  1821,  S.  79.
2 )  Siehe  S.  13,  Formeln  4.
3 )  Denkschriften  der  Kaiserlichen  Akademie  der  Wissenschaften  in  Wien,  Bd.  XLVI.
Archiv  1908.  2.
            
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