Drei Jahre gleichzeitiger meteorologischer Drachenaufstiege bei Hamburg, Berlin und St. Petersburg. ] 1
4—7 m ps nahe anschließt. In Hamburg ist sie im siebzehnjährigen Mittel 5.9 m ps, was mit 1.9 multipli
ziert*) 11-2 als die wahrscheinliche mittlere Windgeschwindigkeit 500 m über dem Boden ergibt. Für
Berlin ergibt sich 400 m über dem Boden 6.5 m ps; das Jahresmittel vom Eiffelturm liegt mit 8.7 m ps
zwischen diesen Werten.
Die Werte der Tabelle A von Hamburg sind, wie gesagt, nur bei Drachenaufstiegen, also unter
Ausschluß der stillen Tage erhalten. Von dem mittleren Überschüsse Hamburgs über Berlin:
in Höhe
B.
0.5
1.0
2.0
3.0 km
_. 1 April bis September
Dmerenz r , .
1.8
5.0
5.9
6.1
7.6
j Oktober bis März .
1.4
3.9
4.0
3.9
4.2
kommt deshalb nur ein Teil auf Keclmung des windigeren
Klimas
von
Hamburg,
der Rest dagegen einfach
auf den Ausfall der windschwachen Tage in den Hamburger Mitteln. Will man die letzteren mit Hilfe
der Anemographenaufzeichnungen auf dem Gebäude der Seewarte in volle Monatsmittel verwandeln, so
muß die Vorfrage entschieden werden: wie weit stimmen diese mit gleichzeitig auf der Drachenstation
gewonnenen Aufzeichnungen überein? Stellt man die beim Beginn jedes Aufstiegs auf letzteren bestimmten
Geschwindigkeiten mit den im täglichen Wetterbericht der Seewarte veröffentlichten Mittelwerten derselben
Stunde zusammen, so ergeben sich folgende gleichzeitige Mittel nach Jahrgängen (Dezember bis November):
1904
1905
1906
Mittel
Drachenstation .
5.85
6.36
5.90
6.04
Seewarte . . .
. . 6.11
6.55
6.00
6.22
Durchschnittlich gibt also das Anemometer auf der Seewarte, entsprechend seiner größeren Höhe
über dem Boden, etwas höhere Werte; der Unterschied beträgt aber nur 3°/o. Diese geringe Differenz
zeigte einen sonderbaren jährlichen Gang, der bei der beschränkten Zahl der Vergleiche vielleicht nur auf
Zufall beruht. Nach Vierteljahren geordnet stellten sich die Zahlen so:
Jan. bis März April bis Juni Juli bis Sept. Okt. bis Dez.
Drachenstation . . 6.32 6.31 4.28 5.85
Seewarte .... 6.30 6.27 4.56 6.22
Zahl der Fälle . . 196 177 147 176
Die Genauigkeit der Windmessungen bei den Drachenaufstiegen ist nicht so groß, daß diese gering
fügige Differenz in Betracht kommt; wir können also die Windangaben von Hamburg und Großborstel als
identisch setzen.
Die mittlere Windgeschwindigkeit zu Hamburg war in den betrachteten drei Jahren kleiner als im
obenerwähnten siebzehnjährigen Mittel. Sie stellte sich für April bis September im Mittel auf 4.6 m ps,
für Oktober bis März auf 5.5 m ps. Die Mittel der bei Beginn jedes Aufstiegs gemessenen Geschwindig
keiten waren dagegen 6.1 und 6.0 mps; sie sind also in der wärmeren Jahreszeit um25°/o, in der kälteren
nur um 8°/o zu verkleinern, um sie auf die ersteren zu reduzieren. In dem großen Unterschied der
Jahreszeiten verrät sich der Einfluß der verschiedenen täglichen Periode der Windstärke. Für den Ver
gleich mit Berlin wird es richtiger sein, die Hamburger Daten nicht auf das Tagesmittel, sondern auf das
Mittel der Stunde 9—10 h a. m., in die der Beginn des Aufstiegs durchschnittlich fiel, zu reduzieren.
Dieses Mittel war in den benutzten Jahren in der wärmeren Jahreszeit 5.0, in der kälteren 5.5 m ps, blieb
also hinter dem der Tage mit Drachenaufstiegen um 18°/o bzw. 8°/o zurück. Nehmen wir an, daß dieses
Verhältnis für alle Höhen gilt, so bekommen wir als angenäherte Werte der Windgeschwindigkeitsmittel,
die sich wahrscheinlich ergeben haben würden, wenn an allen Tagen Aufstiege hätten gemacht werden
können, die Zahlen:
Boden
0.5 km
1.0 km
2.0 km
3,0 km
April bis September
5.0
9.4
10.7
11.6
13.7
Oktober bis März . .
5.5
12.7
12.8
13.5
15.6
andere Annäherung an diese
Werte bekommt man
, wenn
man die
mittlere Differenz
denselben Tagen bei Berlin und Hamburg gemessenen Windgeschwindigkeiten bestimmt. Da bei der Nähe
dieser Städte die windigen und stillen Tage beider Orte in der Mehrzahl zusammenfallen, so müssen aus
*) Über das Verhältnis der Windgeschwindigkeiten auf der Drachenstation und auf dem Seewartengebäude s. unten!