accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 30, 1907

8 
Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. 1907, Nr. 1. 
von Liverpool nach New York in 18 Tagen. An erster Stelle dürften allerdings die Schiffe „A. G. Ropes“ 
und „Tornado“ stehen, von denen das erstere Schiff nach Dinklages Mitteilungen 1 ) in 17 Tagen 
vom St. Georgs-Kanal nach Philadelphia, das letztere nach Angaben im Nautical Magazine 2 ) von Liverpool 
nach New York in sogar nur 12 Tagen segelte. Ganz interessante Angaben entnehmen wir auch 
aus dieser Zeitschrift über ungewöhnlich lange Reisen, die recht deutlich erkennen lassen, mit welchen 
Schwierigkeiten zuzeiten die Schiffe ihren Weg nach Westen erkämpfen müssen; so gebrauchte das 
Schiff „V.“ 117 Tage von London nach St. Johns N. F.; „B.“ 113 von Hamburg nach New York und „D.“ 
111 Tage von Liverpool nach Philadelphia. 
Auf dem Wege Nord um Schottland und besonders auf der Passatroute der größeren Entfernung 
halber können natürlich nicht so rasche Reisen erzielt werden, als mit günstigen Winden auf dem direkten 
Wege; immerhin müssen aber die Reisen von „J. W. Wendt“ mit 24 Tagen von Fair Island nach Phila 
delphia und von „Gustav und Oscar“ mit 30 Tagen von Lizard nach New York auf dem südlichen Wege 
als verhältnismäßig eben so gut bezeichnet werden als die raschen Reisen von „Najade“, „Christine“, 
„Republik“ und „Amaranth“. 
Außer Philadelphia und New York wurden im letzten Jahrzehnt nur wenige andere Häfen an der 
Ostküste Nordamerikas nördlich von Kap Hatteras von deutschen Seglern angelaufen, am häufigsten noch 
Trois Pistoles am St. Lorenzstrom, wohin mehrere Reisen von Lissabon aus unternommen worden sind. 
Eine schnelle Reise nach Halifax machte „Baden“, welches Schiff die Strecke von Setubal nach dem 
Hafen in 21 Tagen zurücklegte. 
2. Viel einfacher gestalten sich die Heimreisen von der Ostküste Nordamerikas nördlich von 
Kap Hatteras. Mit vorwiegend günstigen Winden durchqueren von Philadelphia und New York — den 
auch für die Heimreisen fast ausschließlich in Frage kommenden Hafenplätzen — auslaufend die Schiffe 
auf dem kürzesten Wege den Atlantischen Ozean, wobei sie meist den Kurs auf Kap Lizard setzen; 
seltener wird der Weg Nord um Schottland gewählt. Durch die günstigen Windverhältnisse, welche die Schiffe 
auf dem Wege von West nach Ost antreffen, werden die Rückreisen durchschnittlich bedeutend schneller 
gemacht als die Ausreisen; es beträgt die aus 116 Reisen gefundene mittlere Reisedauer von New York 
nach Lizard nur 27 Tage gegen 38 Tage aus 102 Reisen auf dem direkten Wege von Lizard nach New York. 
Heimreisen von 18 und 17 Tagen sind mehrfach gemacht worden, und 1 Reise, die der „Magdalena“, 
nahm sogar nur die kurze Zeit von 16 Tagen in Anspruch. Nautical Magazine 3 ) weiß allerdings noch 
schnellere Reisen anzuführen, nämlich die von „Liglitning“, „James Baines“, und „Red Jacket“ mit 
13 Tagen von Boston nach Liverpool, die von „Ashburton“ und „Adelaide“ mit 12 Tagen von New' York 
nach Liverpool und endlich die von „Dreadnought“ mit nur 9 Tagen 17 Stunden von Sandy Hook nach 
Queenstown. Alle diese Reisen sind gewiß für Kauffahrteischiffe außerordentliche Leistungen; denn selbst 
die schnellste der Yachten hat bei der Ozeanwettfahrt im Jahre 1904 12 Tage 4 Stunden, die zuletzt 
angekommene 19 Tage 4 Stunden gebraucht, um von New York nach Lizard zu segeln. 
Zum Schluß dürften noch die ausgezeichneten Reisen von „Sachsen“ (früher „Senator Versmann“) 
und „Adolf“ zu erwähnen sein, von denen ersteros Schiff in 17 Tagen von Trois Pistoles nach Lissabon, 
letzeres in 15 Tagen von Halifax nach Lizard segelte. 
3. Reisen nach der Ostküste Nordamerikas südlich von Kap Hatteras, nach dem Golf von 
Mexiko, den westindischen Gewässern und der Ostküste Südamerikas nördlich vom Äquator werden 
von deutschen Seglern immer seltener unternommen, da auch hier durch den mächtigen Aufschwung der 
Dampferfahrt eine große Anzahl kleiner Schiffe, die in früheren Jahren noch mit lohnendem Gewinn in 
Westindien beschäftigt waren, brach gelegt und der ganze heutige Segelschiffsverkehr auf einige wenige 
Plätze beschränkt worden ist. Die wichtigsten hiervon sind Savannah an der Ostküste Nordamerikas, 
Tampa, Pensacola und New Orleans im Golf von Mexiko, die westindischen Inseln Barbados und Trinidad 
und zuletzt Ciudad Bolivar am Orinoko. — Von Europa nach diesen Häfen bestimmte Schiffe trachten zu 
*) Yergl. „Rasche Reisen deutscher Segler“ von L. E. Dinklage. Beiheft I zu den Annal. der Hydrogr. usw., 
Heft Y, 1902, S. 4. 
2 ) Yergl. Nautical Magazine 1900, S. 672, 673. 
3 ) Yergl. Nautical Magazine 1900, S. 672.
	        
No full text available for this image
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.