Wissenschaftsgespräch
HN 107 — 06/2017
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Mal abgesehen davon, ob ich das wirklich zehn
Jahre machen soll, hoffe Ich, dass die DHyG Im
Jahr 2027 für die Öffentlichkeit sichtbarer Ist. Ich
bin aber auch zuversichtlich, dass das so kommt.
Gar nicht, well wir demnächst alles so viel besser
machen, sondern well die Meere In den nächsten
Jahren so viel an Bedeutung gewinnen werden. So
werden automatisch alle Gewässerthemen sicht
barer werden. Deutschland wird nicht mehr »mit
dem Rücken zum Meer« stehen, wie das Bismarck
mal gesagt haben soll. Stattdessen werden wir uns
dem Meer weiter zuwenden. Und daher glaube
Ich, dass die Hydrographie eine gute Chance hat,
bekannter zu sein. Als DHyG müssen wir daran
mltwlrken.
Sie haben die Nachwuchsarbeit angesprochen.
Wie kümmert sich die DHyG um den Nachwuchs?
Die Belratsmltglleder haben eine Präsentation er
stellt, mit der sie Studenten, aber auch Schülern
die Hydrographie näherbringen wollen. Vor allem
wollen wir an Hochschulen gehen, die In Ihren
Vorlesungen auch hydrographische Inhalte ver
mitteln. Mit solchen Aktionen machen wir auf die
Hydrographie aufmerksam und werden, auch Im
Binnenland, etwas sichtbarer.
Wer Hydrographie schon kennt, kann als Student
kostenfrei Mitglied In der DHyG werden. Außer
dem fördern wir den Nachwuchs, Indem wir Ihm
die Teilnahme an Veranstaltungen ermöglichen.
Wir unterstützen finanziell In Form von Reisekos
tenzuschüssen zu Konferenzen. Und wir binden
die Studierenden beim Hydrographentag ein.
Seit 2014 vergeben wir den DHyG Student Ex-
cellence Award, mit dem wir herausgehobene Stu
dienarbeiten prämieren. Der Gewinner bekommt
Immerhin 500 Euro und er darf beim Hydrogra
phentag vortragen. Außerdem hat er die Chance,
beim IFHS Student Award für Deutschland an
zutreten, wo man noch sehr viel mehr Preisgeld
gewinnen kann. Wobei es bei diesen Preisen gar
nicht so sehr um das Finanzielle geht, sondern viel
mehr um die Anerkennung.
Wie sehen Sie die Entwicklung beim »DHyG-Aner-
kannten Hydrographen«?
Dieses Siegel Ist eine wirklich gute Sache, von
der leider nur sehr wenige bisher Gebrauch ge
macht haben. Zurzeit haben nur diejenigen sich
anerkennen lassen, die das Zertifikat für Ihre Fir
ma brauchen können. Dabei könnte das auch ein
Freelancer gut gebrauchen, um seine Chancen zu
erhöhen. In Einzelfällen wird bei Ausschreibungen
danach gefragt. Aber wir müssen uns schon fra
gen, warum nicht mehr Leute die Anerkennung
anstreben. Wahrscheinlich sind mit dem Zertifi
kat nicht genügend Werbeeffekte verbunden. Da
müssen wir mehr tun, um die Wirkung zu verbes
sern.
International gibt es Entwicklungen, die zu einer
persönlichen Zertifizierung hinführen. Bis vor Kur
zem haben die IHO, die FIG und die ICA die Aner
kennung gemäß der »Standards of Competence«
nach Category A und B nur für Bildungseinrich
tungen vergeben. Doch neuerdings erkennt man
auch Einzelpersonen an. In Australien gibt es das