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Full text: 30, 1907

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. 1907, Nr. 1. 
Bestimmungsort, auch wenn er außerhalb des Passatgebietes liegt, gewöhnlich mit günstigen, wenn auch 
umlaufenden Winden zurückgelegt werden kann. Dem gegenüber ist es auffällig, daß, wenn man die 
mittlere Reisedauer der nach Kap Horn segelnden Schiffe und die Reisedauer der nach Rio de Janeiro 
und Santos bestimmten Schiffe miteinander vergleicht, erstere im Durchschnitt schon nach dem 44. Tage 
ab Lizard 29° S-Br. und 44° W-Lg. schneiden, während letztere erst nach 46 tägiger Reise ab Lizard den 
Hafen erreichten. Wenn man auch wohl berücksichtigen muß, daß beim Ansegeln der Küste immer etwas 
Zeit verloren geht, während die im freien Ozean stehenden Schiffe ungehindert ihren Weg nach Süden 
fortsetzen können, so bleibt doch die in den Tabellen gefundene mittlere Reisedauer nach Rio de Janeiro 
und Santos auffällig groß. Auch die Reisen nach Pernambuco, Bahia und den übrigen in den Tabellen 
angeführten Häfen Brasiliens ergaben eine verhältnismäßig zu lange mittlere Dauer; hierbei wird aber wohl 
hauptsächlich die geringe Anzahl der Reisen den Ausschlag gegeben haben. 
Als besonders rasche Reisen können hervorgehoben werden die der „Mona“ in 24 Tagen von Lizard 
nach Para, die der „Philadelphia“ und „Freya“ in 33 und 31 Tagen nach Rio de Janeiro, die von „Poncho“ 
und „Posen“ (früher „Preußen) in 32 und 30 Tagen nach Santos, die von „Adler“ in 37 Tagen von 
Cardiff nach Rio Grande do Sul, die von „Persimmon“ und „Ottmarsehen“ in 39 und 3 4 Tagen von Lizard 
nach Montevideo (hierbei ist noch zu bemerken, daß „Persimmon“ nicht direkt nach Montevideo bestimmt 
war, sondern diesen Hafen als Nothafen aufsuchen mußte, nachdem schon der Breitenparallel vom Rio 
de la Plata überschritten war) und endlich die von „Susanna“ in 39 Tagen nach Buenos Aires. „Swordfish“ 
segelte nach Angaben im Nautical Magazine 1 ) in 25 Tagen von Liverpool nach Pernambuco. 
6. Heimreisen von der Ostküste Südamerikas südlich vom Äquator werden fast ausschließlich 
vom La Plata aus angetreten; die Häfen Brasiliens sind für Rückfracht suchende Schiffe so gut wie ver 
schlossen, da die wertvollen Tabak- uni Kaffeelaiungen fast nur noch mit Dampfern befördert werden. 
Die Rückreisen scheinen zunächst auch eine verhältnismäßig lange mittlere Zeitdauer zu beanspruchen ; 
sie beträgt von den Hafenplätzen des La Plata 66 Tage bis Lizard, während die mittlere Dauer von Kap 
Horn bis Lizard nur mit 70.4 Tagen berechnet worden ist. Berücksichtigt man aber, daß die vom La 
Plata heimkehrenden Schiffe nach dem Yerlassen der Flußmündung ziemlich weit nach Ost aussteuern 
müssen, um später im SO-Passat die brasilianische Küste freisegeln zu können, die von Kap Horn kommenden 
Schiffe dagegen die Ostlänge allmählich beim Nordwärtssteuern mit anholen, so wird es schon eher ver 
ständlich, daß die La Plata-Reisen durch den Umweg, den die Schiffe machen müssen, ehe sie nach 
Norden abhalten können, bald ebenso lange Zeit beanspruchen als die Reisen von Kap Horn. Hiernach 
liegt also bei den Rückreisen eine durch die Naturverhältnisse bedingte Reiseverzögerung zu Grunde. 
Die vergleichsweise schnellsten Reisen von Brasilien machten „Coriolanus“ mit 35 Tagen von Bahia, 
„Brasileira“ mit 45 Tagen von Rio de Janeiro und „Schön“ mit 43 Tagen von Santos nach Lizard. Die 
schnellsten vom Rio de la Plata sind die von „Alsterufer“ mit 49 Tagen von Punta Indio, die von 
„Susanna“ und „Helios“ mit 50 Tagen von Port la Plata und Buenos Aires nach Lizard. Außerdem 
dürfte noch die schnelle Reise des schon bei den Ausreisen erwähnten englischen Schiffes „Swordfish“ 
zu nennen sein, das von Pernambuco nach dem Kanal in 22 Tagen segelte 2 ). 
7 und 8. Reisen nach und von der Westküste Afrikas, Spanien, Portugal, Frankreich, Sankt 
Helena, Madeira und den Azoren kommen für die deutsche Segelschiffahrt nicht mehr in Betracht, so 
daß sie hier unberücksichtigt gelassen werden können. 
II. Zwisclienreisen. 
9. Die Reisen innerhalb des Atlantischen Ozeans sind so mannigfaltig, daß es zu weit führen 
würde, näher auf die einzelnen Reisen einzugehen. Es sollen daher hier nur einige Bemerkungen über die 
Reisen vom Golf von Mexiko nach dem La Plata angeführt werden, um die verhältnismäßig lange mittlere 
Dauer dieser Reisen etwas näher zu begründen. — Wie aus den Tabellen ersichtlich ist, beträgt die mittlere 
’) Vergl. Nautical Magazine 1900, S. 673. 
2 ) Yergl. Nautical Magazine 1900, S. 673.
	        
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