accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 29, 1906

10 
Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte. 1906, Nr. 1. 
ausnimmt. Die Längen der Abstände der verschiedenen Punkte auf der Kurve von der Geraden sollen 
sich zueinander verhalten wie die Höhen der Temperatur auf den Parallelkreisen. Nun stimmen die 
Jahresmittel von allen drei Stationen bis auf einige Zehntel Grad zusammen und lassen eine Anordnung 
auf dem einen oder auf beiden Asten der Temperaturkurve nicht ohne weiteres zu. Erst in einer süd 
licheren Station, in Samoa, das allerdings in der geographischen Länge abweiclit, kommt ein Absinken der 
Temperatur nach den Polen hin zum Ausdruck. Auch das andere Merkmal, durch das man zur Kenntnis 
der betreffenden Station zum thermischen Äquator gelangen kami, das Eintreten der Maxima und Minima 
im Jahresverlaufe in dem Sommer bezw. Winter der einen oder anderen Hemisphäre, versagt bei zweien 
von ihnen. Denn in Jaluit und Nauru sind die Jahreszeiten gar nicht durch Wärmeschwankungen unter 
schieden. „Es dürfte schwer zu sagen sein (von Jaluit), welcher Monat im Mittel der wärmste bezw. der 
kühlste ist. Die Wärmeunterschiede sind so minimale, daß es von Zufälligkeiten abzuhängen scheint, 
welches Monatsmittel gerade um einige Zehntelgrad höher bezw. niedriger ausfällt 1 ).“ Nur bei Uyelang 
ist die nordhemisphärische Lage in bezug auf die Wärmeverhältnisse angedeutet, indem im Februar, dem 
Mittelmonat des Nordwinters, das Minimum von 26.9° eintritt, das von dem Maximum im August mit 27.9° 
um einen Grad abweicht. Der thermische Gleicher verläuft also südlich davon, aber nördlich von Neu- 
Guinea und Samoa, weil diese in den Temperaturänderungen südhemisphärischen Charakter zeigen. Die 
Lage wird näher bestimmt, wenn man die Angaben der erwähnten drei Stationen 
Uyelang, Jaluit und Nauru durch Gegenüberstellen von Angaben gleichzeitiger 
Es hatten im Jahre: 
Jahrgänge genauer untersucht. 
1894 
1895 
1896 
1897 
Uyelang (9° 42' N.) Jaluit (5° 55' N.) Nauru (0° 26' S.) 
27.3° 26.9° 27.7° 
27.5° 27.0° 27.6° 
27.5° — 27.4° 
27.6° — 27.6° 
Die mittlere Station hat dauernd eine etwas niedrigere Temperatur als 
die beiden anderen. Das Bild der meridionalen Temperaturverteilung ist hier 
anders, indem der thermische Äquator in den untersten Schichten der Aimo- 
Sphäre an Stelle eines Maximums ein Minimum zwischen zwei Maxima darstellt, 
von denen aus die Temperatur sowohl nach den Polen wie nach dem Äquator 
zu sinkt. Nach diesem allerdings nur sehr wenig. Das schematische Profil 
sieht mit sehr starker Übertreibung wie Abb. 2 aus. Es zeigt damit dieselben 
Verhältnisse, wenn auch in ganz anderen Dimensionen, wie die Luftdruckverteilung auf einem Meridian. 
Eine Erklärung für diese Abweichung von der Hypothese des thermischen Äquators wird leicht gemacht, 
wenn man den auf ihm herrschenden Zustand der dauernd hohen Bewölkung und der die Temperatur 
herabmindernden Niederschläge bedenkt. Diese beiden Umstände geben außer der Erklärung auch eine 
gewisse Wahrscheinlichkeit dafür, daß es sich bei dem Phänomen nicht um eine zeitliche oder ganz lokale 
Anomalie handelt. Ob die geschilderte interessante Form des Wärmeäquators auf dem übrigen Teile des 
Stillen Ozeans, wo der tropische Wärmegürtel mehr eingeschnürt ist, ebenfalls vorhanden ist, wird wohl 
Vermutung bleiben. Obgleich manche Beobachtungsreihen von Schiffen es deutlich zeigen, wird ein Nach 
weis dafür der kleinen Unterschiede wegen, um die es sich dabei handelt, kaum gelingen. 
Der thermische Äquator. Im allgemeinen zeigt sich der thermische Äquator (Tafel 1) als die Mittel 
linie eines durch die Isothermen von 25 0 begrenzten Temperaturgürtels, der je nach der Jahreszeit nörd 
licher oder südlicher liegt und breiter oder schmäler ist. Seine Form wird durch die Südäquatorialströmung 
bestimmt, die ihn auf der Osthälfte des Ozeans nach Norden schiebt und zusammenpreßt. Im westlichen 
Teile ist die breite Entfaltung nicht gehindert. Im Sommerhalbjahr der Nordhalbkugel ist der Gürtel durch 
Nordwärtsrücken der Einwirkung des Südäquatorialstroms weniger unterworfen. Er verbreitert sich dann 
auch im Osten und erhöht seine Temperatur nach der Mitte zu bis über 26°. In jeder Jahreszeit schieben 
sich an den Seiten Keile höher temperierter Gebiete, die sich an das Festland anlehnen, in den Gürtel 
ein, im Westen in verstärktem Maße und in größerer Ausdehnung, so daß die allgemeine Signatur der 
q Danck. Mitt., Bd. IX, 1896, S. 110.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.