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Full text: 69, 1941

250 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1941, 
angegebene Lagerungsform des physikalischen Meeresniveaus, der Druckflächen 
und der inneren Grenzfläche zwischen der oberen leichteren und der unteren 
schwereren Wasserart. 
Ist das Windsystem des NE- und SE-Passats asymmetrisch zum Äquator 
ausgebildet und ist dementsprechend das Kalmengebiet auf die Nordhemisphäre 
verschoben (wie im Atlantischen und Pazifischen Ozean), dann muß der dyna- 
mische Aufbau, um stabil zu sein, anderer Art sein, H. U. Sverdrup und ihm 
folgend auch der Verfasser haben in diesem Fall eine Lagerung der Wasser- 
körper entsprechend der Abb. 1c für die Stabilität der äquatorialen Strömungen 
als notwendig angenommen, Zwischen einem Hochstand der Grenzfläche am 
Äquator und einem zweiten an der Südgrenze des westwärts gerichteten Nord- 
äquatorialstromes schiebt sich ein Tiefstand der Grenzfläche ein. Der Abfall 
vom Äquator zu diesem gibt das Gebiet des auf die Nordhemisphäre über- 
greifenden Südäquatorialstromes, der Anstieg vom Tiefstand zum zweiten Hoch- 
stand im Norden gibt das Gebiet des nach Osten gerichteten äquatorialen Gegen- 
stromes. Entsprechendes gilt von der Form des physikalischen Meeresniveaus 
bzw. der inneren Druckflächen, Dieser Auffassung folgend wäre der äquatoriale 
Gegenstrom ein für die Stabilität des äquatorialen Stromsystems notwendiges 
Glied und im wesentlichen aus der Dynamik der Meeresströmungen verständlich. 
Die Beobachtungen und insbesondere die dynamische Aufarbeitung des vor- 
handenen Stationsmaterials im Atlantischen Ozean haben gezeigt (siehe Abb. 2), 
daß die tatsächlichen Verhältnisse der schematischen Darstellung in Abb, 1e im 
weiten Maße entsprechen, Palmen und Montgomery haben nun darauf hin- 
gewiesen, daß zur Erfüllung der Bedingungen des dynamischen Gleichgewichtes 
bei asymmetrischer Verteilung der Äquatorialströme eine Lagerung der Wasser- 
körper entsprechend der Abb. 1c nicht unbedingt erforderlich ist, sondern diesen 
Bedingungen auch eine Lagerung entsprechend der Abb, 1b genügt und zur 
Sicherung der Stabilität des Stromsystems hinreichend ist. Zwischen dem nord- 
hemisphärischen Zweig des Südäquatorialstromes ist ein ebenes Stück der 
inneren Grenzfläche zwischen beiden Wasserkörpern bzw. ein ebenes Stück des 
physikalischen Meeresniveaus bzw. der Druckflächen eingeschoben, und die 
beiden Äquatorialströme werden geschieden von einem mehr oder minder breiten 
ruhenden Meeresstreifen (oder unter Wirkung der Seitenreibung von einem 
Streifen sehr schwacher Westbewegung), ohne daß es zur Ausbildung eines 
Gegenstromes zu kommen braucht. Die Ursache für die Ausbildung eines Gegen- 
stromes muß anderswo gesucht werden, 
Im ersten Augenblick erscheint der Einwand Palme&ns und Montgomerys 
berechtigt zu sein, denn die Lagerung der beiden Wasserkörper, wie sie in 
Abb, 1b gegeben ist, ist dynamisch stabil; ein Gegenstrom erscheint dabei nicht 
notwendig. In Wirklichkeit liegen die Verhältnisse aber doch anders. Um dies 
zu zeigen, benötigen wir die Darstellung der absoluten Topographie des physi- 
kalischen Meeresniveaus, wie sie im „Meteor“-Werk Bd. VI/IL 5. Lieferung ge- 
geben ist. Da wir diese Topographie im folgenden öfter benötigen, sei sie in 
Abb. 2 wiedergegeben und zwar in der etwas ausgeglichenen Form, in der die 
unregelmäßigen, gelegentlichen örtlichen Störungen gegenüber den Hauptzügen 
der Topographie unterdrückt worden sind. Man kann dieser Karte zunächst 
die bedeutsame Tatsache entnehmen, daß das Ausgangsniveau zum Anstieg des 
physikalischen Meeresniveaus nach Nordwesten auf der Nordhemisphäre in dem 
Querstreifen von 8° bis 18° N. Br. (etwa 45° bis 20° W) viel tiefer liegt als jenes 
am Äquator zum Anstieg nach Südwesten auf der Südhemisphäre. Entsprechend 
liegt nach meinen Untersuchungen über den Aufbau der Troposphäre im At- 
lantischen Ozean!) in der Topographie der troposphärischen Sprungschicht der 
Hochstand am Äquator tiefer als der Hochstand am Südrand des Nordäquatorial- 
stromes. Der gesamte ozeanische Aufbau des Nordäquatorialstromes und des 
Südäquatorialstromes in seinen Stromrichtungen und Stromstärken verlangt in 
4) Siehe Wiss. Ergebnisse der „Meteor“-Expedition 1925—27: A. Defant, Die Troposphäre in 
Bd. VI Schiehtung und Zirkulation des Atlantischen Ozeans, Berlin 1936. Siehe besonders die 
afelin UM
	        
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