20
Aus dem Archiv der Deutscheu Seewarte — 1904 No. 4 —
Diagramme für die Geschwindigkeits-
Resultierenden.
(Die eingeschriebenen Zahlen bedeuten cm.)
Fig. 7. Einfache ganztägige Periode.
» » Minima »
Fig. 8. Halbtägige Periode.
etn.p ]. F. M. A. M. J. J. A. S. O. N. D.
Linie der Maxi ma der Resultierenden.
— » » Minima » »
Fig. 9. Tägliche Gesamtperiode.
Linie d. Auf- u. Untergangs d. Sonne.
» der Maxima der Resultierenden.
» » Minima » »
und nachmittags von 6 bis 9 oder 10 Uhr, für die beiden andern
in den Stunden von 7 n — 2 p bezw. 9" — 3 P der Fall mit Wieder
holung nach je einem halben Tag. Infolgedessen zeigen die
geschlossenen 100 cm-Linien in der Figur eine etwas schiefe
Lage; sie erstrecken sich in der Richtung von links oben nach
rechts unten. Da das Jahresmaximum der Resultierenden infolge
der einfachen ganztägigen Periode, wie schon bemerkt, nur 123 cm
beträgt, so kommt in dieser Figur die Kurve für den Resultanten
wert von 150 cm gar nicht zum Vorschein. — Die Maxima- und
Minimalinien lassen einen recht unregelmäßigen Verlauf erkennen.
Derselbe ist wegen des relativ hohen Betrages der Fehlergrenzen
in den Wintermonaten am zweifelhaftesten im Januar und Februar.
Sicherer sind die Ergebnisse für das Sommerhalbjahr. Während
des Vorsommers ist der Eintritt der extremen Werte für
die Resultierenden der einfachen ganztägigen Periode
an eine wesentlich frühere Stunde gebunden als im
Nachsommer. Zwecks bestimmter Angaben fassen wir die
Maximalinie, welche die Mitte des Diagrammfeldes durchzieht,
näher ins Auge. Zu Beginn des Jahres tritt danach das Maximum
der Resultierenden um 2 P , Mitte Januar erst um B 1 /^ Uhr und
Mitte Februar um 4 1 / 2 Uhr nachmittags auf. Im März zeigt sich
dasselbe schon vormittags um 9*/ 2 Uhr, im AjDril kurz nach 8 f ',
im Mai und Juni sogar eine halbe Stunde vor dieser Zeit. Im
Juli erscheint es um 10 a , im August und September um 12 ö , im
Oktober um 11®, im November dagegen wieder eine halbe und
im Dezember eine ganze Stunde früher als im Oktober, um dann
gegen Schluß des Jahres wieder nach 2?’ zu rücken. Lassen wir
die unsicheren Werte für Januar und Februar außer Betracht, so
bleibt hiernach für die tägliche Maximumverlegung im Laufe eines
Jahres immer noch ein Spielraum von 4’/ 2 Stunden. Ganz die
selben Verhältnisse herrschen mit einem Zeitunterschied von
12 Stunden hei der Maximalinie der Nachtzeit und ebenso bei den
beiden Minimalinien, welche gegen die betrachtete Maximalinie
um genau sechs Stunden zeitlich verschoben erscheinen.
Die Fig. 8 gibt die Linien, auf denen die Punkte liegen, für
welche die Resultierenden infolge der halbtägigen Aenderung
20 bezw. 40 cm werden. Beide Kurven kehren in sich selbst zu
rück. Die 40 cm-Linie tritt nur im Juli-, August- und September-
Gebiet für die beiden Stunden nach Mitternacht und Mittag so
wie für den Zeitabschnitt von 6 bis 8 Uhr morgens und abends
auf. Sie ist von ellipsenartiger Form und wird umschlossen von
der Kurve derjenigen Punkte, für welche die Resultierende 20 cm
beträgt. Letztere ist langgestreckt und zieht vom Bereich des
Februar bis in den des Dezember hinein. In ihrer Gestalt er
innert sie an die Begrenzung der unteren Fläche eines Stiefels,
dessen Spitze nach rechts gerichtet ist. Für März und April gibt
auch sie durch ihre Ausbauchung nach oben und namentlich nach
unten die schon erwähnte Neigung zur Bildung eines zweiten jähr
lichen Resultantenmaximums zu erkennen. Im Januar zeigen
sich Minimastellen der Resultierenden, welche hinsichtlich der
Deutlichkeit sowie an Schärfe der Begrenzung von denen des
Juni noch übertroffen werden. Die in der Mitte der Figur vor
kommende Maximalinie erreicht ihren höchsten Punkt im Januar