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Full text: 27, 1904

Prof. Dr. W. J. van Bebber: Barometer und Wetter. 
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Andererseits wurden für Hamburg die niedrigsten Barometerstände beobachtet: 
Am 9. Februar 1889, 8 h a. m., 725.0 mm (Kiel 724.0 mm); an diesem Tage lag ein tiefes Minimum ost 
wärts fortschreitend über dem südlichen Jütland, in seiner ganzen Umgebung stürmische Luftbewegung mit 
Niederschlägen, an der deutschen Nordsee Gewittererscheinungen verursachend. 
Am 9. Dezember 1886, 8 h a. m., 727.1 mm (Kiel 725.8 mm, Cuxhaven 724.2 mm, Keitum 720.8 mm, 
Borkuin 721.1mm, Yarmouth 717.3 mm, Helder 718.2 mm, Skudenes 714.9 mm, Oxö 716.2 mm); ein tiefes 
Minimum, wahrscheinlich unter 710 mm, lag über der Nordsee und zog, von Sturm und Begenfall begleitet, 
ostwärts weiter. 
Am 29. November 1897, 8 h a. m., 727.9 mm (Kiel 726.6 mm, Kopenhagen 726.7 mm). Tiefes Minimum, 
von Sturm begleitet, über Dänemark ostwärts abziehend. 
Am 24. Januar 1884, 8 h a. m., 729.6 mm (Kiel 726.0 mm). Minimum über Kieler Bucht, ostwärts ab 
ziehend; Nordwestdeutschland Sturm mit starkem Begenfall. — 
Die am häufigsten vorkommenden Barometerstände liegen zwischen 751 und 770 mm, wobei diejenigen 
von 761 bis 765 mm am meisten vertreten sind, welche fast alle in der wärmeren Jahreszeit ein entschiedenes 
Häufigkeits-Maximum aufweisen. 
In den Tabellen IV und V finden sich weitere Angaben über die Begenhöhe und die Begenhäufig- 
keit bei den verschiedenen Barometerständen, wobei die Fälle mit geringem Begenfall von denjenigen mit 
größerer Begenmenge unterschieden sind. 
Man sieht zunächst aus den Tabellen, daß bei den extrem hohen Barometerständen Begenfälle außer 
ordentlich selten und dann sehr gering sind und dabei sich nur auf die kältere Jahreszeit zu beschränken 
scheinen. 
(Tabelle IV und V siehe Seite ß bis !).) 
Die Tabelle V gibt 1) die Begenwahrscheinlichkeit 
a-\-b 
2) die Begendichte 
ci~\~b 
und 
3) das Verhältnis der Niederschlagsmengen zu den Tagen - -. 
et 
Die Begenwahrscheinlichkeit zeigt eine stetige Zunahme mit abnehmendem Barometerstände, bei den 
extrem hohen Barometerständen etwa über 775 mm Abwesenheit der Niederschläge und bei Barometerständen 
unter 735 mm beständig Niederschlag, also so, wie es der auf S. 2 angegebenen Skala entspricht. 
Genau dieselbe Eigentümlichkeit zeigen die Angaben , also für die Begendichte; also auch hier 
nimmt die Begendichte mit abnehmendem Barometerstände zu. 
c 
Dasselbe gilt von dem Verhältnisse 
d 
Die Tab. VI und VII veranschaulichen die Beziehungen zwischen Barometerständen und Temperatur. 
(Tabelle VI und VII siehe Seite 10.) 
In der Tabelle VI fällt auf, daß die negativen Abweichungen unverhältnismäßig häufiger sind, als die 
positiven. Wenn man für irgend einen Monat die Abweichungen für alle Barometerstände addiert, so sollte 
man erwarten, daß die Summe Null betrage oder doch von der Null um einen geringen, fast verschwindenden 
Betrag verschieden wäre. Dieses ist aber keineswegs der Fall, und, da vermutet werden konnte, daß die 
alten Normalwerte vielleicht nicht mit den wahren Werten übereinstimmen möchten, wurden dieselben mit 
den Mittelwerten der Beihe 1876 —1900 verglichen. Das Ergebnis war folgendes: 
Dez. 
Alte Normalwerte .... 0.4 
1876 — 1900 0.6 
Neu—Alt -(-0.2 
Hamburg, 8 h a. m. Ortszeit, 
Jan. 
Febr. 
März 
April 
—^—' 
' v ' 
• V ' 
‘ v 
-1.1 
0.2 
2.8 
7.1 
-1.2 
-0.1 
1.6 
6.0 
-0.1 
-0.3 
-1.1 
—1.1 
mittlere Temperatur. 
Mai 
Juni 
Juli 
Aug^ 
11.8 
15.8 
17.3 
16.8 
11.2 
15.0 
16.2 
15.4 
-0.6 
-0.8 
-1.1 
-1.4 
Sept. 
Okt. 
Nov. 
' V * 
' v 
■ v 
13.4 
8.0 
3.1 
12.2 
7.6 
3.3 
-1.2 
-0.4 
+0.2 
Wenn wir diese Unterschiede berücksichtigen, so erhalten wir für die Jahreszeiten und das Jahr die 
in Tabelle VII (S. 10) gegebenen Werte.
	        
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