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Full text: 26, 1903

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A. Nippoldt jun : Die tägliche Variation der magnetischen Deklination. 
Archiv 1903* 3. 
nämlich zu der gleichen absoluten Zeit auf vielen Orten der Erde Ablesungen der erdmagnetischen Elemente 
von 5 zu 5 Sekunden gemacht, die für verhältnismäßig große Gebiete einheitliches Vorhalten auch der 
kleinsten Schwankungen zeigten.*) Aus diesen und späteren, noch nicht veröffentlichten internationalen 
Simultanbeobachtungen fand der Verfasser die von Eschenhagen**) gemachte Erfahrung vollauf bestätigt, 
daß die auftretenden kleinen Schwingungen — Elementarwellen — ein regelmäßiger Teil des täglichen 
Verlaufes sind. Ihre Periode ist aber so klein, daß erst Eschenhagens verfeinerte Registrierapparate sie 
erkennbar machen konnten. Dies zeigt, wie ein wohl ausgesprochenes Gesetz durch die Un 
empfindlichkeit des Apparates auch bei fortlaufender Registrierung verborgen bleiben 
k a n n. 
Die Auffassung des Verlaufes als eines in der Zeit kontinuierlichen verbietet auch eigentlich, eine 
Trennung vorzunehmen zwischen täglichem, jährlichem, säkularem Gang, denn es gibt eben nur einen tat 
sächlichen Verlauf, den von Zeitteilchen zu Zeitteilchen. Dennoch nimmt mau die Scheidung vor und ver 
steht dann unter dem täglichen Verlaufe den, der stattfände, wenu er jeden Tag eines bestimmten Zeit 
abschnittes (aus dem man das Mittel bildet) unabhängig wäre von der Länge dieses Zeitraumes. Wie groß 
jener ist, ob eine Pentade, Dekade, Monat oder Jahr bat gar keine weitere wesentliche Bedeutung; die 
Gründe sind rein äußerlich, hat doch z. B. der eine Monat 30, der andere 31 oder gar 28 Tage. Soll der 
tägliche Verlauf für einen bestimmten Monat untersucht werden, so muß für jeden Punkt der kontinuierlichen 
Kurve eine Korrektion ermittelt worden, welche die jährliche Ab- und Zunahme der täglichen Variation 
eliminiert. Auch diese jährliche Variation wirkt kontinuierlich und ist so ein Teil des täglichen Verlaufes. 
Nach der Elimination hat man immer noch einen sich kontinuierlich durch den Monat hinziehenden Verlauf, 
aber jeder Tag ist dem anderen gleichwertig. Man kann für jeden Zeitpunkt dann ein Mittel bilden und 
den mittleren Verlauf der Mitte des Monats zuordnen. Diesen täglichen Gang könnte man mit dem har 
monischen Analysator analysieren und bekäme so aus den, allerdings jetzt unendlich vielen, Co effizienten die 
exakte Darstellung auch der des venviekeltsten Verlaufes. Leider ist diese Bearbeitung praktisch unmöglich. 
Allein schon die Ableitung aus Mittelwerten beruht auf einer selten vollkommen erfüllten Annahme, 
nämlich der, (laß der Mittelwert der wahrscheinlichste sei. Hierauf wies Lamont***) zum ersten 
Male hin. Ursache sind die Störungen; ihr Einfluß fällt im Mittel nur heraus, wenn man sehr lange Zeit 
räume benutzt, wenn nämlich das Quadrat des mittleren Fehlers dividiert durch das des durchschnittlichen 
gleich T / 2 ist. 
Kennte man das Gesetz der Störungen genau, so wäre es ein Leichtes, sie zu eliminieren; man kennt es 
jedoch leider nicht, hat nicht einmal eine genaue Definition dessen, was man Störungen nennt. Man kann 
unterscheiden zwischen Störungen, die nach Weltzeit und solchen, die nach gleicher wahrer Zeit eintreten. 
Die Ursachen ersterer Gattung liegen außerhalb der Erde und hängen wohl mit den Vorgängen auf der 
Sonne zusammen; in den Kurven sind sie durch ihr plötzliches Einsetzen leicht erkenntlich. Die anderen 
Störungen sind an gewisse Stellen jenes Feldes gebunden, das nach Schuster-Bezold die täglichen Varia 
tionen erzeugt, so ungefähr, wie die barometrischen Depressionen an bestimmte Stellen des allgemeinen Luft 
drucksystems gebunden sind. Ad. Schmidty) benutzte die oben erwähnten Simultanbeobachtungen, um ein 
Urteil über die Gestalt solcher Störungszentren zu gewinnen. Es ist am Potsdamer Observatorium Usus, 
den photographischen Kurven einen Charakter (1 bis 5) beizulegen, der den Grad der Unregelmäßigkeit be 
stimmt; es ist dies der große Vorteil der photographischen Kurven, auf diese Art ein sinngemäßes Urteil 
über den täglichen Gang der Störungen zu liefern, wie es rein zahlenmäßige Verarbeitung nie geben kann. 
Auf solcher Basis hat z. 13. G. Lüdelingff) Untersuchungen über den Verlauf der Störungen angestellt. 
Die französische Methode, die nur Zahlenverhältnisse zu Grunde legt, gibt einen ganz anderen Verlauf und 
ist offenbar falsch, da photographisch regelmäßige Stunden nach ihr gestörte werden.)-jj) Die englische 
Methode, welche aus jedem Monate nur fünf, vom Royal Astronomer ausgesuchte ruhige Tage der Ver 
arbeitung unterwirft, hat den Mangel, zu wenig Beobachtungen zu liefern. Anders dagegen die Methode 
*) Publ. des magnetischen Observatoriums zu Potsdam, 1896. Anhang. 
**) EsChenhagen: Schnelle periodische Aenderungen des Erdmagnetismus von sehr kleiner Amplitude. 
Berliner Sitzungsber. p. 678, 1897. 
***) Lamont, ]. c. f) Ad, Schmidt: Die Ursache magnetischer Stürme. Met. Zeitsehr. 16, p. 385, 189S. 
-ff) G. Lüdeling: Die magnetischen Störungen der Jahre 1890—95 in Potsdam. Terr. Magn. 1, pag. 147, 1896. 
ftt) Lüdeling, Terr. Magn. 5, 115, 1900.
	        
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