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Full text: 26, 1903

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1903 No. '2 — 
Der mittlere Fehler einer Einzelpolhöhe setzt sich im wesentlichen aus dem Einstellungsfehler, dem 
Fehler des angenommenen Schrauhenwertes, dem Fehler der Niveaukorrektion und dem durch Refraktions- 
Störungen hervorgerufenen Fehler zusammen. 
Der Einstellungsfehler einer viermaligen Einstellung beträgt 
»i = ±0"051. 
Er wurde aus 80 Einzelbestimmungen aus Beobachtungen der vier Gruppen bei guten und schlechten 
Luftverhältnissen vom 25. Juli 1900, 9. Oktober 1900, 14. Januar 1901 und 30. April 1901 gemittelt. Daraus 
ergibt sich der Fehler einer Eiuzelpolhöhe durch den Einstellungsfehler 
m =- ±0?036. 
Der Fehler des angenommenen Schrauhenwertes, dessen Elimination auch hei vollständig beobachteten 
Gruppen wegen der starken fortschreitenden Fehler nicht möglich ist. kann mit dem Fehler, der durch 
Temperaturänderungen entsteht, vereinigt werden. Er wurde aus den Bestimmungen der Schrauben werte 
bei verschiedenen Temperaturen ermittelt. Sein Einfluß auf die Einzelpolhöhe würde gleich Null sein, wenn 
die einzelnen Sterne immer bei gleichen Mikrometerablesungen beobachtet worden wären. Nimmt man eine 
durchschnittliche Verschiebung der Lage des beweglichen Fadens bei den einzelnen Sternen von einer Re 
volution und eine mittlere Zenithdistanzdifferenz von 5' an, so beträgt der Einfluß dieses Fehlers auf die 
Einzelpolhöhe 
m - ±0'.'081. 
Der Fehler in der Niveaukorrektion setzt sich zusammen aus'den) Ahlesungsfehler, dem durch die Träg 
heit der Blasen hervorgerufenen Fehler, dem Fehler in der Bestimmung der Parswerte und dem durch Ver 
änderungen in der Lagerung der Niveaus hervorgerufenen Fehler. Bei dem vorliegenden Beobachtungsmaterial 
muß der bei weitem größte Teil dieses Gesamtfehlers auf die letzte Ursache zurückgeführt werden, da, wie 
schon früher erwähnt wurde, die Fassungsringe der Niveaus in Rost übergegangen waren. Der Fehler in 
der Bestimmung der Parswerte ist bei der geringen durchschnittlichen Neigungsänderung von etwa 0''25 
kleiner als ±0*001. 
Der Fehler in der Niveaukorrektion wurde aus 120 Niveaudifferenzen abgeleitet; sein Einfluß auf die 
Einzelpol höhe beträgt 
. ni — ±G?l2l. 
Der Rest des mittleren Gesamtfehlers einer Einzelpolhöhe fällt auf den durch Eefraktionsstörungen 
verursachten Fehler, der sich darnach zu 
m = ± 0*082 
ergeben würde. 
Bestimmung der Polhöhe. 
Bringt man an die einzelnen Tagesmittel die entsprechenden Breitenvariationen an, indem man den 
Stand der Kurve am 1. Januar 1901 als Nullpunkt annimmt, so findet man die Polhöhe für 1901.0, bezogen 
auf das mittlere Deklinationssystem der beobachteten 80 Sterne, 
<f = 49° 23' 53*119 ±0f006 
Da nun die Achse des großen Meridiankreises der Heidelberger Sternwarte um 45.69 m = 1'.'48 nörd 
licher als die Achse des Passageninstrumentes liegt, so erhält man die Polhöhe für 1901.0 der Heidelberger 
Sternwarte 
49° 23 54':00
	        
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