Wagner, H.: Zur Geschichte der Seemeile,
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Bouguer selbst rechnet in der späteren Ausgabe des Nouveau Traite de
Navigation von 1781 (p. 46) den Meridian zu 20530800 Toisen, also den Grad
des ihm gleichen größten Kugelkreises, welchen er dem 45, Breitengrad gleich-
setzt, zu 570830, demnach
-
Mille marine == A toises = 950%, toises (= 1852.56 m).
Bereits im Jahre 1808 nimmt dann J.B.E. Du Bourget‘) auf die neue
französische Gradmessung Bezug, die zum Metermaß führte, und gibt dem »degre
du meridien, dont la longueur absolue et moyenne proportionelle entre celles
des autres degr6s et qui se trouve par 45° de. latitude«, 57008 toises, also
Mille marine = "77% 4oises = 950.13 toises (= 1851,84 m).
Die Angabe in Metern findet sich bei Bourget noch nicht und wird hier
nur zum Vergleich beigefügt.
Damit haben wir den Wert erreicht, der seitdem in verschiedenen Marinen
bis heute beibehalten wird, nämlich als 5400. Teil des Erdquadranten von
10000000 Meter, wie er 1800 aus der Mechain-Delambreschen Gradmessung
hervorzugehen schien.
10000000
9m 1851.85 m.
Indessen ergaben bekanntlich spätere Berechnungen der Dimensionen des
Erdsphäroids größere Werte für den Meridianquadranten, und man blieb nicht
immer bei der mittleren Breitenminute stehen, Nicht eigentlich die praktische
Schiffahrtskunde, als vielmehr die schärferen Anforderungen, welche man bei
Entwurf der Seekarten zu stellen begann, nötigten zu genaueren Begriffs-
bestimmungen für das Wegemaß zur See,
6. Die wechselnden Werte der Seemeile in der Neuzeit.
16. Von jetzt an wird es zweckmäßig sein, die weitere Entwicklung des
Begriffs und des Maßes der Seemeile nicht mehr im räumlichen Bereiche der
einzelnen seefahrenden Nationen und deren nautischer Literatur zu verfolgen,
da bei einzelnen derselben eben der Begriff mehrfach gewechselt hat, und wir
auf diese Weise zu Wiederholungen gezwungen wären.
Vielmehr wollen wir von den verschiedenen Ausgangspunkten ausgehen
und dieser Klassifikation die numerischen Werte unterordnen. Im großen und
ganzen sind wir für das ganze hinter uns liegende Jahrhundert auf das mühsame
Zusammensuchen einzelner Erwähnungen der auf Karten oder bei Berechnungen
zugrunde gelegten Seemeilen angewiesen. Nur äußerst selten begegnen wir dem
Versuch, die wenig voneinander abweichenden Werte auf ihren Ursprung hin zu
verfolgen oder die verschiedenen Möglichkeiten einer Definition des so wichtigen
Wegemaßes übersichtlich zusammenzustellen. Ein solches liegt jedoch aus dem
Jahre 1881 vor, wo J. E. Hilgard, damals Superintendent des U. S. Coast and
Geodetic Survey,?) neun verschiedene Werte einer Minutenmeile im Anschluß an
Clarkes Sphäroid von 1866 in Feet und Meter aufstellte. Ebenso muß an dieser
Stelle auf einen kurzen Aufsatz des K. u. K. Vizeadmirals d, Res, Konstantin
Edler v. Pott?) verwiesen werden, der verschiedene Bestimmungen von Begriff
vud Größe der Seemeile seit Mitte des 19. Jahrhunderts erläutert.
Seit dem Durchbruch der Erkenntnis, daß die Erde keine vollkommene
Kugel sei, also seit der Mitte des 18. Jahrhunderts, verlor die ursprüngliche
Definition für -die nautische Meile, nämlich der 60, Teil eines Erdgrades zu sein,
ihre Bedeutung. Sie blieb auch ferner eine Minutenmeile, aber die Frage war,
‘) Du Bourget, Trait6 de Navigation, Paris 1808. p. 21. .
; 2) U. S. Coast and Geodetic Survey. Report during the Fiscal Year ending with June 1881.
Washington 1883, App. 12, p. 354 bis 356.
ne 3) Mitteilungen aus dem Gebiete des Seewesens. Pola. Bd. XXXIV, Nr. IX, 1906, S. 769
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