10
Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 1903 No. 1
D = ß’+Ci + Ci
von Hülfswinkeln übergeführt werden müßten.
Wie bei allen Näherungsmethoden zur Berechnung von Monddistanzen werden auch bei der von Witchell
zunächst nur die Haupt-Korrektionsglieder berücksichtigt und die höheren Glieder unter dem Namen „dritte
Korrektion“ zusammengefaßt, welche (zusammen mit anderen kleinen Korrektionen, die man vorläufig ver
nachlässigt) aus recht umfangreichen Tabellen, in welche mit drei Argumenten eingegangen werden muß,
entnommen werden können. Diejenigen höhere« Glieder nun, welche von dem Quadrat und dem Produkt der
Haupt-Korrektionsglieder abhängen. also die Korrektionen zweiter Ordnung, welche den Hauptteil der „dritten
Korrektion“ ausmachen, können nach dem Legendre'schen Prinzip dadurch vollständig berücksichtigt werden,
daß man mit dem Mittel aus den scheinbaren und wahren Höhen und Distanz rechnet. Für die Höhen hat
es natürlich keine Schwierigkeit, den Mittelwert zwischen ihren wahren und scheinbaren Werten zu bilden,
dagegen ist zunächst die wahre Distanz unbekannt und man ist bezüglich des Mittelwertes zwischen wahrer
und scheinbarer Distanz auf Schätzung ihres Unterschiedes angewiesen, welche man indeß in den meisten
Fällen mit genügender Schärfe wird ausführen können. Einen genäherten Wert dieses Unterschiedes kann
man auch aus einer kleinen Tabelle entnehmen, welche mit den beiden Höhen der Gestirne (von 5° zu 5°)
und der Distanz (von 10° zu 10°) für eine bestimmte Parallaxe (58') berechnet, diesen Unterschied ergiebt.
Eine solche Tabelle ist z. B. dem vom I! eichs-Marine-Amt herausgegebenen Lehrbuch der Navigation an
gehängt.
Bekanntlich beruht die Methode von Witchell auf der Einführung des Abstandes des Mittelpunktes F
der Distanz (s. Fig.) von dem Fußpunkt E der vom Zenith auf die Distanz gefällten Senkrechten oder des
Bogens FE = w als Hülfswinkel. Mittels dieses Hiilfswinkels lassen sich cos M und cos 8 durch einfache
Ausdrücke finden, nämlich:
cos M = tg h\ tg (4 D'—w) und cos 8 — tg h[, tg (4 D'+ w)
Während der Hülfswinkel iv selbst erhalten wird durch die Formel:
tg io = cot | D’ cot 4 tg 4 {h\—h' 2 ).
Bezeichnen dann B { und Ri die Unterschiede der scheinbaren und wahren Höhen, so ist
D — D'+lii cos M+B-iCösS
worin für cos M und cos S die soeben gegebenen Ausdrücke eiuzusetzen sind.
Wird nun hierauf das Legendre’sche Prinzip angewendet und führen wir folgende Bezeichnungen ein:
[ H\ — 4 (7ti + Äi), -Hi = 4 (ftg + fy*)> Di = 4 (D’-f D)
I li\ == h 1 —h\, B¿ = h.,—/¡->
(12)
so erhalten wir die wahre Distanz durch die Formeln:
tg w = cot 4 Di cot 4 \Hi + Ht) tg | (Hi—Hi)
(18) D = . tg Hi. tg (| D t —w)+R¿ ■ Uj H 2 ■ tg (4 Dj + iv)
= U+Ci + C 2
Um dies auf die für die Anwendung der Mereatör’sehen Funktion geeignete Form zu bringen setzen wir,
was immer erlaubt ist:
4 Bi = tg 4 Bi, 4 B> = tgk Bt, 4 <7, = tg 4 C, und = tg 4 Ch
dann erhalten wir folgendes Formelsystem:
(14)
cof&w) = Cof (Hl—Hi)—cof (Hl +Hi)-~ cof (D,)
cofiCi) = cof{Ri) + cof{ZHi) + coj{Di—2iv)
< of (Ci) == coj iR.i) -j- co) (2Hi) -f- coj [Di 4- 2 v )