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Full text: 26, 1903

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Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte — 190:3 Xo.;! — 
Diese Ströme als zulässig angenommen, hängt ihre Intensität bei sonst gleichen Verhältnissen von der 
Leitfähigkeit der Luft ab, d. h. je nach den verschiedenen Ansichten, demnach von ihrer Temperatur, 
ihrer Dichte, ihrem Feuchtigkeitsgehalt, ihrer Bestrahlung durch die Sonne oder dem Grade ihrer Jonisierung. 
Das sind aber alles Faktoren, die eine tägliche und eine jährliche Variation besitzen, Und meteorologische 
Einflüsse müssen daher vorhanden sein. Es ist auch klar, daß zwei verschiedene Bestandteile auftreten. 
Die Klimatologie unterscheidet nun in Bezug auf die Verteilung der meteorologischen Elemente über die 
Erde bei einem jeden ebenfalls zwei Anteile; der eine entspricht dem Betrage, den das Element in einem 
Orte erreicht, falls die ihm zugeführte Quantität der Sonnenstrahlung lediglich von seiner geographischen 
Lage abhängig ist, und die Erdoberfläche eine gleichartige Beschaffenheit besitzt, während der andere An 
teil den Einfluß der Verteilung von Wasser und Land und aller anderer Inhomogenitäten umfaßt. Erstem' 
Anteil heißt das „solare Klima“ des Ortes, beide zusammen das „physische Klima“. Für den zweiten An 
teil allein genommen, sei in folgendem als von dem „terrestrischen oder irdischen Einfluß“ die Rede. Die 
Begriffe übertragen sich ohne weiteres auf die Variationen der Elemente, Sobald man zahlenmäßige An 
gaben machen will, muß man über das Absorptionsvermögen der gleichartigen Erdoberfläche irgendwelche 
Annahmen machen, und es ist in folgendem unter dem solaren Anteile der täglichen Variation eines Elementes 
diejenige Amplitude verstanden, wie sie sich aus den als bekannt vorausgesetzten Kräften berechnen würde, 
falls man den durch Summation über den betreffenden Breitenkreis ermittelten Wert des Absorptions 
vermögens zu Grunde legte. 
Diesem solaren Anteil ist nun die Welle v; x zugeordnet. Dieser solare Teil ist durchaus nicht in 
gleichen südlichen und nördlichen Breiten derselbe. Der Untergrund ist auf der Südhemisphäre für den 
selben Breitenkreis namentlich der Ozean, auf der nördlichen das Festland. Infolge davon muß das Kraft 
system auf der Südhalbkugel anders gestaltet sein. Daher das andere Gesetz für den jährlichen Verlauf der 
\TJ\ auf südlichen Stationen. 
Da die Geophysik eine Physik gegebener Kräfte ist, hat sie den Nachteil, so gut wie keine Versuche 
anstellen zu können, da gerade die Abweichungen von den idealen Bedingungen des Experimentes in den 
meisten Fällen das zu Untersuchende ist. Benutzt man jedoch Beobachtungen, auf die nachweislich be 
stimmte Kräfte nicht haben wirken können, so muß ein Vergleich mit Reihen, wo sie gewirkt haben, ihren 
Einfluß geben. Das ersetzt gewissermaßen das Experiment. Wird also hier ausgesprochen, daß w-i + von 
dem nichtsolaren Teil der Variationen meteorologischer Elemente herstammt, so muß die Welle an Orten 
ohne diese Variationen verschwinden. Derartige Orte sind solche, die in der Polarzone gelegen sind und 
zwar für den Zeitraum der Polarnacht. Eine für diese Frage geeignete Station ist Cap Thordsen in 
Spitzbergen*) {</> = 78°28'27"). Die Sonne war von Mitte Oktober bis Mitte Februar unter dem Horizont. 
Für den Zeitraum vom 1. Dezember bis 1. Februar also für die Mitte der Polarnacht, ergab sich die Reihe: 
d = I2°51i2 + 3.25 sin (26?3 + x) + 0.72 sin (lo?2 + 2.r) + 1.81 sin (50.0 + 3x) + 0.80 sin (41%+ 4«) 
Betrachtet man das Größenverhältnis der Koeffizienten w x und hier und bei sämtlichen anderen 
Stationen, wo w x so groß wie Wt, so wird man hierin wohl mit Recht eine weitere Begründung der hier 
entwickelten Ansicht über die Natur der Wellen erblicken dürfen. 
Faßt man aber Ad als durch ein elektrisches Feld erzeugte Ablenkungen der Nadel auf. so ergibt sich, 
daß der absolute Wert von Ad auch von der mittleren Deklination abhängt; dies macht die Vergleichbarkeit 
der Zahlen für Orte verschiedener Deklination sehr schwer, und es ist daher unerläßlich, von den Ad auf 
die Variationen der Komponenten überzugehen. Dies sei jedoch für später verschoben; hier sei nur noch 
betrachtet, wie die Koeffizienten der AZ, Af sich auf die der Ad übertragen. 
Es ist zunächst 
A d == ' (cos d A Y—sin d A AL 
iz 
wo H die Horizontalintensität, c ein Faktor ist, der Ad in Graden, Minuten oder Sekunden ausdrücken läßt. 
*) Observations faites aux Cap Thordsen. Stockholm, Schwedisches Polarwerk.
	        
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