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Full text: 26, 1903

A. Nippoldt ji\: Die tägliche Variation der magnetischen Deklination. 
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Nur iv\ und iv-i sind einander koordiniert, da sie dieselbe Größenordnung einhalten; dem absoluten 
Betrage nach treten sämtliche übrigen Einzelteilen gegen diese beiden zurück. Namentlich die Extrem 
wiedergabe führte zu der Anschauung, daß w x mit den meteorologischen Verhältnissen zusammenhängt, und 
in der Tat sieht man am Tage, d. 1s. zur Zeit der größten Veränderlichkeit der meteorologischen Elemente, 
W\ von w-i unterstützt. Statt nun des Weiteren das Eingreifen der Welle № 3 zu verfolgen wird gleich der 
Einfluß von betrachtet, da w t +- w-> -f -f tt-q sämtliche beobachtete Extreme darstellt, wie oben bei 
den Itückberechnungen gezeigt worden ist. Wenn man nun iv x +w 4 zu r w± addiert, so ei'gibt sieh nicht nur, 
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daß dies zu einer kombinierten Welle führt, welche am Tage stark, in der Nacht wenig variiert, 
sondern auch, daß selbst die kombinierte Welle nur doppelperiocliscb*) ist. Bildet man eine Kombi- 
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nation aller Wellen iv„ j , so besitzt diese Kombination bis auf kleine Abweichungen dieselbe Amplituden- 
folge wie die Kombination wj und ist ebenfalls doppelperiodisch. „Mithin wird die tägliche 
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Variation der Deklination durch eine harmonische lieihe dargestellt, worin das Glied des 
einfachen Winkels in seinem größten Betrage den Anteil wiedergibt, der der Erdrotation 
direkt zuzuschreiben ist, und worin die Summe aller übrigen Glieder und in erster An 
näherung die Welle des doppelten und des dreifachen Winkels zusammen, der Haupt 
sache nach den indirekten oder kurz gesagt, den meteorologischen Anteil ausmachen.“ 
Daß kaum die Gestalt und gar nicht die Doppelperiodizität der Welle w 2 + w- t geändert wird, wenn 
mau die übrigen Wellen ebenfalls in Betracht zieht, ist ein außerordentlich überraschendes Resultat, das 
deutlicher als irgend eines der früheren für die in diesem Falle vorhandene physikalische Bedeutung der 
harmonischen Analyse spricht. Die Gleichung 
/ (V) — mi + w 2 -f w z 
muß also von dem wahren Gesetze sehr wenig verschieden sein, so daß die tägliche Variation der Deklination 
aus zwei Teilen besteht, die beide eine Periode von 24 Stunden haben, nur daß eine einfache Sinuskurve, 
w-i + w3 eine Kombination aus zwei Sinuskurven ist. Im ersten Teile dieser Arbeit ist dieser Fall als der 
für geophysikalischer Vorgänge wahrscheinlichste hingestellt. 
Es ist nun wohl am Platze, etwas näher auf die Punkte einzugehen, die die kombinierte Welle gerade 
als eine meteorologischer Natur erscheinen lassen. Der jährliche Verlauf der Aw & \U k hat gezeigt, daß die 
U x U s mit u-2 u-i meist abnehmen die 6j zunehmen, wenn u x abnimmt. Die Extremdarstellung ließ erkennen, 
daß die Extreme von W\ bestrebt sind, die Zeit der größten Deklination der Sonnenkulmination zu nähern, 
und daß diese Welle namentlich im Winter gute Darstellungen liefert. Dagegen greift tv x im Sommer ein 
und entfernt das Extrem vom Mittage. Ferner muß im Sommer die Welle w\ das Maximum der täglichen 
Variation an abgeben. Der Tageszweig der kombinierten Welle ist größer als der Nachtzweig und ihr 
fällt daher die Wiedergabe des Tageszweiges der täglichen Variation hauptsächlich zu. Alles dies führt auf 
die Vermutung, daß w x -(- w x durch die, wie kurz gesagt wurde, meteorologischen Einflüssen gegeben sei, 
denn naturgemäß wirken diese von der Kulmination der Sonne weg, sind am Tage und im Sommer intensiver 
als in der Nacht und im Winter. 
Schuster hat gezeigt, daß die Ursache der täglichen Variation des Erdmagnetismus in der Atmo 
sphäre zu suchen ist. Schon das allein läßt erwarten, daß sich dabei meteorologische Einflüsse werden 
geltend machen, und es ist wohl nach den neueren Forschungen keine Frage, daß dieses Schuster- 
Bezold’sche Kräftesystem, welches die täglichen Variationen erzeugt auf elektrische Ströme zurückzuführen 
ist und zwar nicht nur auf ein äquivalentes Stromsystem, sondern auf ein tatsächlich vorhandenes. Da 
man die magnetischen Beobachtungen auf einen Basiswert reduziert, d. h. die tägliche Variation anbringt, 
so hat dieses Feld keinen Anteil am sogenannten konstanten Magnetismus. Der Umstand, daß Integrale 
über geschlossene Kurven auf der Erde den Wert Null ergeben, tut dar, daß am konstanten Teile vertikale 
elektrische Ströme innerhalb der Beobachtungsgenauigkeit nicht beteiligt sind, sagt jedoch nichts aus über 
die Beteiligung solcher Ströme am Felde der täglichen Variationen. 
*) Eine Verwechslung mit elliptischen Funktionen ist wohl nicht zu befürchten. 
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